Geleitschiff liegt im Hafen bereit

EU-Einsatz gegen Huthi-Rebellen: Fregatte Hessen könnte nächste Woche Richtung Rotes Meer fahren

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Die Fregatte Hessen der Bundeswehr ist zum Einsatz im Roten Meer bereit. Das Schiff könnte bereits nächste Woche aufbrechen – eine Entscheidung der EU steht noch aus.

Berlin – Die Situation im Roten Meer ist durch die Angriffe der Huthi-Rebellen weiterhin angespannt. Seit Anfang Oktober greift die Miliz Militär- und Handelsschiffe an. Durch die ständige Bedrohung kündigten einige Schifffahrtsunternehmen bereits an, die Route nicht mehr befahren zu wollen. Die Strecke durch das Rote Meer stellt einen der wichtigsten Seewege für den Welthandel dar. Güter werden dort durch den Suezkanal von Asien nach Europa gebracht.

Die USA versuchen bereits seit Dezember mit einer internationalen Koalition, die Schifffahrtsrouten mit einer erhöhten Militärpräsenz zu sichern. An der Sicherheitsinitiative „Operation Prosperity Guardian“ beteiligten sich neben den USA noch weitere Länder, darunter Großbritannien, Bahrain und Kanada. Diese Woche soll auch Europa grünes Licht für eine eigene Mission gegen die Huthi-Rebellen gegeben haben, berichtet die Tagesschau. Auch Deutschland könnte sich bereits nächste Woche an der Aktion beteiligen.

Fregatte „Hessen“: Deutschland plant an der Militäroperation zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Roten Meer teilzunehmen, sofern der Bundestag nach Abschluss der EU-Planungen ein Mandat erteilt.

EU plant unabhängige Marinemission im Roten Meer

Drei Kriegsschiffe seien für den Einsatz im Roten Meer geplant. Um Handelsschiffe vor eventuellen Angriffen zu schützen, wolle die EU auch Begleitflugzeuge, Drohnen und Hubschrauber bereitstellen. Eine eigene Initiative der EU sei auch deshalb notwendig, weil einige Länder laut Tagesschau ihre Truppen nicht dem US-Kommando unterstellen wollen.

Auch Deutschland würde sich mit der Fregatte Hessen an der EU-Marinemission beteiligen, berichtet die dpa. Nach einem Mandat des Bundestages könnte das Schiff umgehend mit dem Einsatz beginnen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird die Fregatte Hessen für den 8. Februar zum Ablegen bereit gemacht. Damit wäre ein Eintreffen am Einsatzort Ende des Monats möglich – sollte die Entscheidung der EU bis dahin vorliegen.

Die Fregatte Hessen ist laut Bundeswehr speziell für die Seeraumkontrolle und den Geleitschutz anderer Schiffe konzipiert und verfügt darüber hinaus über Flugabwehrraketen. Ein leistungsstarker Radar macht es dem Schiff demnach möglich, einen Bereich in der Größe der gesamten Nordsee zu kontrollieren.

Nichts mehr wie zuvor - ein außenpolitischer Rückblick

Januar: Geschichte ist zuerst immer Tragödie, danach nur Farce. Die Gefolgschaft des geschassten brasilianischen Präsidenten Bolsonaro versucht eine Kopie des Trump-Putsches 2021, stürmt die Hauptstadt Brasilia und scheitert kläglich. Aber man sieht mal wieder die Prachtbauten Oscar Niemeyers. rut/Bild:Sergio Lima/AFP
Januar: Geschichte ist zuerst immer Tragödie, danach nur Farce. Die Gefolgschaft des geschassten brasilianischen Präsidenten Bolsonaro versucht eine Kopie des Trump-Putsches 2021, stürmt die Hauptstadt Brasilia und scheitert kläglich. Aber man sieht mal wieder die Prachtbauten Oscar Niemeyers.  © AFP
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Seit April: Finnland ist das 31. Mitglied der Nato – Putin und seiner Invasion der Ukraine sei’s gedankt. Damit beendet Helsinki seine Neutralität und wird westlich. Die finnische Marine läuft dann im November zum „Freezing Winds“-Manöver mit ihren neuen Kameradinnen und Kameraden in die Ostsee aus.  © IMAGO/Lehtikuva
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Mai: So stellt sich Recep Tayyip Erdogan die Zukunft der muslimischen Welt vor – Somalis feiern die Wiederwahl des türkischen Präsidenten. Merke: Die Freudenfeiern in Mogadischu hat die somalische Regierung organisiert. Erdogan kann nun an seiner „osmanischen“ Renaissance weiterarbeiten.  © AFP
Juni: Söldnerunternehmer Jewgenij Prigoschin will seine „Loyalität zu Putin“ bekunden und inszeniert einen Putsch seiner „Wagner“-Truppe. Im letzten Augenblick wird er ins Exil nach Belarus abgelenkt. Im August stürzt er mit einem Flugzeug ab, seitdem verehrt man in Moskau sein Andenken. rut/Bild: NATALIA KOLESNIKOVA/AFP
Juni: Söldnerunternehmer Jewgenij Prigoschin will seine „Loyalität zu Putin“ bekunden und inszeniert einen Putsch seiner „Wagner“-Truppe. Im letzten Augenblick wird er ins Exil nach Belarus abgelenkt. Im August stürzt er mit einem Flugzeug ab, seitdem verehrt man in Moskau sein Andenken.  © AFP
August: Die Freude in Gabun ist riesig, als das Militär die Herrscherdynastie Bongo nach fast 56 Jahren an der Macht endlich wegputscht. Vor Gabun wurde im Niger geputscht, davor in Mali, davor in der Zentralafrikanischen Republik. Besser wird das Leben unter den neuen Mächtigen in Tarnfarben aber nicht. rut/Bild: Afp
August: Die Freude in Gabun ist riesig, als das Militär die Herrscherdynastie Bongo nach fast 56 Jahren an der Macht endlich wegputscht. Vor Gabun wurde im Niger geputscht, davor in Mali, davor in der Zentralafrikanischen Republik. Besser wird das Leben unter den neuen Mächtigen in Tarnfarben aber nicht.  © AFP
September: Die prekäre Lage der armenischen Enklave Berg-Karabach in Aserbaidschan endet innerhalb eines Tages mit Waffengewalt. Nach dem Sieg der Aseris im „Drohnenkrieg“ im September 2020 war das fast schon zu erwarten. Die 120 000 dort Ansässigen ergreifen die Flucht nach Armenien. rut/bild: ALAIN JOCARD/AFP
September: Die prekäre Lage der armenischen Enklave Berg-Karabach in Aserbaidschan endet innerhalb eines Tages mit Waffengewalt. Nach dem Sieg der Aseris im „Drohnenkrieg“ im September 2020 war das fast schon zu erwarten. Die 120 000 dort Ansässigen ergreifen die Flucht nach Armenien.  © AFP
Seit Oktober: Israelische Reservistinnen und Soldaten, Frauen und Männer nehmen am 7. November, einen Monat nach den Angriffen der Terrororganisation Hamas auf den Süden des Landes, an einer von Kerzen beschienenen Mahnwache auf dem Kikar Dizengoff in Tel Aviv teil. Die Massaker, bei denen um die 1200 Menschen getötet wurden, versetzen das Land in einen Schockzustand, von dem es sich nur langsam löst. Während man sich weitestgehend einig ist, dass die Hamas nicht mehr länger hingenommen werden kann, melden sich auch immer mehr Stimmen, die der Regierung Netanjahu Versagen aus eigenem Interesse vorwerfen. rut/Bild: JACK GUEZ/AFP
Seit Oktober: Israelische Reservistinnen und Soldaten, Frauen und Männer nehmen am 7. November, einen Monat nach den Angriffen der Terrororganisation Hamas auf den Süden des Landes, an einer von Kerzen beschienenen Mahnwache auf dem Kikar Dizengoff in Tel Aviv teil. Die Massaker, bei denen um die 1200 Menschen getötet wurden, versetzen das Land in einen Schockzustand, von dem es sich nur langsam löst. Während man sich weitestgehend einig ist, dass die Hamas nicht mehr länger hingenommen werden kann, melden sich auch immer mehr Stimmen, die der Regierung Netanjahu Versagen aus eigenem Interesse vorwerfen.  © AFP
Dezember: Nikki Haley mag so chancenlos wie die ganze republikanische Konkurrenz Donald Trumps sein. Aber wenigstens stellt die einzige Frau im Verfolgerfeld – ehedem UN-Botschafterin von Trumps Gnaden – sich klar gegen den Mann, der für seinen Wahlsieg 2024 schon eine Diktatur angekündigt hat. rut/bild:Sophie Park/AFP
Dezember: Nikki Haley mag so chancenlos wie die ganze republikanische Konkurrenz Donald Trumps sein. Aber wenigstens stellt die einzige Frau im Verfolgerfeld – ehedem UN-Botschafterin von Trumps Gnaden – sich klar gegen den Mann, der für seinen Wahlsieg 2024 schon eine Diktatur angekündigt hat.  © Getty Images via AFP

EU-Beschluss zu Marinemission im Roten Meer noch diesen Monat

„Wir sind alle besorgt, was den Schiffsverkehr durch den Suezkanal angeht. Viele europäische Firmen bitten uns, einzugreifen, weil ihre Geschäftsmodelle unter dem Umweg über Südafrika leiden, unter den hohen Kosten“, teilte der hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, mit. Nach Einschätzung der Verteidigungsstaatssekretärin Siemtje Möller (SPD) wird eine Entscheidung der EU bis spätestens 19. Februar erwartet. Wie Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Die Grünen) mitteilte, arbeitet man in der EU unter Hochdruck daran, die Mission zu starten. Sobald der Beschluss der EU vorliege, könne es eine beschleunigte Befassung des Bundestages geben und die Fregatte Hessen zu der Mission aufbrechen.

Neben dem deutschen Kriegsschiff könnten sich laut Medienberichten auch die Niederlande und Belgien an der Mission beteiligen. Unterstützung wird ebenfalls von Frankreich, Italien und Norwegen erwartet. Spanien wird aufgrund eines Regierungsstreits keine Schiffe ins Rote Meer schicken. (nhi)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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