EU-Einsatz gegen Huthi-Rebellen: Fregatte Hessen könnte nächste Woche Richtung Rotes Meer fahren
VonNils Thomas Hinsberger
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Die Fregatte Hessen der Bundeswehr ist zum Einsatz im Roten Meer bereit. Das Schiff könnte bereits nächste Woche aufbrechen – eine Entscheidung der EU steht noch aus.
Berlin – Die Situation im Roten Meer ist durch die Angriffe der Huthi-Rebellen weiterhin angespannt. Seit Anfang Oktober greift die Miliz Militär- und Handelsschiffe an. Durch die ständige Bedrohung kündigten einige Schifffahrtsunternehmen bereits an, die Route nicht mehr befahren zu wollen. Die Strecke durch das Rote Meer stellt einen der wichtigsten Seewege für den Welthandel dar. Güter werden dort durch den Suezkanal von Asien nach Europa gebracht.
Die USA versuchen bereits seit Dezember mit einer internationalen Koalition, die Schifffahrtsrouten mit einer erhöhten Militärpräsenz zu sichern. An der Sicherheitsinitiative „Operation Prosperity Guardian“ beteiligten sich neben den USA noch weitere Länder, darunter Großbritannien, Bahrain und Kanada. Diese Woche soll auch Europa grünes Licht für eine eigene Mission gegen die Huthi-Rebellen gegeben haben, berichtet die Tagesschau. Auch Deutschland könnte sich bereits nächste Woche an der Aktion beteiligen.
Fregatte „Hessen“: Deutschland plant an der Militäroperation zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Roten Meer teilzunehmen, sofern der Bundestag nach Abschluss der EU-Planungen ein Mandat erteilt.
Drei Kriegsschiffe seien für den Einsatz im Roten Meer geplant. Um Handelsschiffe vor eventuellen Angriffen zu schützen, wolle die EU auch Begleitflugzeuge, Drohnen und Hubschrauber bereitstellen. Eine eigene Initiative der EU sei auch deshalb notwendig, weil einige Länder laut Tagesschau ihre Truppen nicht dem US-Kommando unterstellen wollen.
Auch Deutschland würde sich mit der Fregatte Hessen an der EU-Marinemission beteiligen, berichtet die dpa. Nach einem Mandat des Bundestages könnte das Schiff umgehend mit dem Einsatz beginnen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird die Fregatte Hessen für den 8. Februar zum Ablegen bereit gemacht. Damit wäre ein Eintreffen am Einsatzort Ende des Monats möglich – sollte die Entscheidung der EU bis dahin vorliegen.
Die Fregatte Hessen ist laut Bundeswehr speziell für die Seeraumkontrolle und den Geleitschutz anderer Schiffe konzipiert und verfügt darüber hinaus über Flugabwehrraketen. Ein leistungsstarker Radar macht es dem Schiff demnach möglich, einen Bereich in der Größe der gesamten Nordsee zu kontrollieren.
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„Wir sind alle besorgt, was den Schiffsverkehr durch den Suezkanal angeht. Viele europäische Firmen bitten uns, einzugreifen, weil ihre Geschäftsmodelle unter dem Umweg über Südafrika leiden, unter den hohen Kosten“, teilte der hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, mit. Nach Einschätzung der Verteidigungsstaatssekretärin Siemtje Möller (SPD) wird eine Entscheidung der EU bis spätestens 19. Februar erwartet. Wie Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Die Grünen) mitteilte, arbeitet man in der EU unter Hochdruck daran, die Mission zu starten. Sobald der Beschluss der EU vorliege, könne es eine beschleunigte Befassung des Bundestages geben und die Fregatte Hessen zu der Mission aufbrechen.
Neben dem deutschen Kriegsschiff könnten sich laut Medienberichten auch die Niederlande und Belgien an der Mission beteiligen. Unterstützung wird ebenfalls von Frankreich, Italien und Norwegen erwartet. Spanien wird aufgrund eines Regierungsstreits keine Schiffe ins Rote Meer schicken. (nhi)