Lukaschenko beschuldigt Ukraine

Friendly Fire in Belarus: Luftwaffe schießt russische Drohnen ab

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Russland-Unterstützer Belarus sieht sich gezwungen, Putins Drohnen aus der Luft zu holen. Damit muss die Armee von Lukaschenko im Ukraine-Krieg eingreifen.

Gomel – „Friendly Fire“ ist im Ukraine-Krieg keine Seltenheit. Während sich die Russen immer wieder versehentlich beschießen, hat die Ukraine zuletzt möglicherweise einen ihrer wertvollen F-16-Kampfjets abgeschossen. Nun greift auch Putins Vasallenstaat Belarus ein – und holt prompt Drohnen aus Russland vom Himmel. Dies behauptet der Belarus-Monitor „Belarusian Hajun“ auf Telegram.

Über Ukraine-Grenze hinaus: Belarus-Kampfjets holen Putins Drohnen vom Himmel

Demnach soll die belarussische Luftwaffe in der Nacht zum Freitag zwei russische Drohnen nahe der Stadt Gomel abgeschossen haben. Sollte sich der Bericht bestätigen, wäre das ein erster bestätigter Abschuss russischer Drohnen im Luftraum von Belarus. Bereits am 29. August soll ein belarussischer Kampfjet versucht haben, eine russische Drohne des Typs Shahed abzuschießen. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben jedoch nicht.

Erneut sind russische Shahed-Drohnen bis nach Belarus geflogen – und wurden diesmal sogar abgeschossen.

Der Bericht würde sich allerdings mit den Angaben aus Kiew decken. Laut der Ukraine startete Russland in der vergangenen Nacht einen weiteren groß angelegten Drohnenangriff, der gleich mehrere Regionen des Landes zum Ziel hatte. Allerdings seien zahlreiche Drohnen wortwörtlich über das Ziel hinausgeschossen und hätten nicht die ukrainische Region Tschernihiw, sondern die Belarus-Grenze ins Visier genommen.

Anschließend seien mehrere belarussische Kampfjets gegen 1.30 Uhr (Ortszeit) in der Grenzregion Gomel gestartet, um die Drohnen abzufangen, berichtet „Belaruski Hajun“. Die Stadt Gomel liegt nur etwa 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. In den sozialen Medien kursieren Videos, die herabfallende Drohnentrümmer über dem Himmel von Belarus zeigen sollen.

Abschuss in Belarus: Lukaschenko spricht von Ukraine-Drohnen

Das belarussische Verteidigungsministerium hat sich zu dem angeblichen Vorfall nicht geäußert. Bislang kamen aus Minsk auch nie öffentlich Einwände gegen die russischen Drohnenangriffe nahe der belarussischen Grenze. Machthaber Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin sind seit Jahren enge Verbündete. Darüber hinaus gilt Russland als wichtigster Partner von Belarus.

Die Kyiv Post berichtet unter Berufung auf eine Regierungserklärung aus Minsk, dass Lukaschenko behauptet hatte, es habe sich um ukrainische Drohnen gehandelt – und nicht um russische. Diese Behauptung erfolgt inmitten zunehmender Spannungen zwischen Belarus und der Ukraine. Schon mehrfach in der Vergangenheit drohte der belarussische Diktator damit, ukrainische Gebiete anzugreifen.

Expertinnen und Experten befürchten seit geraumer Zeit einen Kriegseintritt von Belarus. Zuletzt verlegte das belarussische Militär eine beträchtliche Truppenanzahl an die Grenze. Von offizieller Seite hieß es, es handele sich dabei bloß um Übungen. (nak)

Rubriklistenbild: © Montage: Olena/Imago/Athit Perawongmetha/dpa

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