Aktuelle Umfragen vor Landtagswahl Baden-Württemberg 2026
VonChristian Stör
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Die Landtagswahl in Baden-Württemberg findet am 8. März 2026 statt. Cem Özdemir will Ministerpräsident werden. In den Umfragen geht es für ihn nach oben.
Das kommende Wahljahr in Deutschland beginnt am 8. März 2026. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg gilt erstmals ein neues Wahlrecht, das außer der Erststimme zusätzlich das von der Bundestagswahl bekannte System mit einer Zweitstimme für Landeslisten einführt. Neu ist noch etwas anderes: Es darf ab 16 Jahren gewählt werden.
Inwieweit sich die Änderungen auf das Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg auswirken werden, ist jedoch noch offen. Die jüngsten Umfragen deuten allerdings schon jetzt einen Trend an. Demnach sieht es ganz danach aus, als sollten sich im Vergleich zur Wahl 2021 die Zahlen bei mehreren Parteien fundamental verschieben. Das hätte auch Auswirkungen auf die Regierungsbildung.
Manche Umfragen vor Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg sehen Cem Özdemir nur als Außenseiter
Seit fast zehn Jahren regieren Grüne und CDU gemeinsam den Südwesten. Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) tritt nach drei Amtszeiten allerdings nicht mehr an. Die Grünen schicken dafür Cem Özdemir als Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ins Rennen. Die Umfragen sahen den ehemaligen Bundesminister lange nur als Außenseiter, doch im Lauf der Zeit hat er eine Aufholjagd gestartet. Kann Cem Özdemir also das Erbe von Kretschmann antreten?
Über Wochen sah es danach aus, als sollte die CDU bei der Landtagswahl klar triumphieren. Landes- und Fraktionschef Manuel Hagel hat es sich zum Ziel gesetzt, die grüne Ära in Baden-Württemberg zu beenden. Die Aussichten des 37-Jährigen, jüngster Ministerpräsident des Landes zu werden, stehen noch immer recht gut. In den Umfragen hat die CDU ihren Vorsprung weitgehend eingebüßt.
AfD legt in den Umfragen vor Landtagswahl in Baden-Württemberg zu
Dahinter steht die AfD mit Frontmann Markus Frohnmaier einsam auf Platz drei. Insgesamt wird die Partei, die in Baden-Württemberg als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird, gegenüber der Wahl von vor fünf Jahren wohl deutlich zulegen können. Damals hatte sie 9,7 Prozent der Stimmen erreicht.
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Özdemir strebt Kretschmann-Nachfolge an
Welche Koalition ist denkbar? Klar ist: Mit der AfD will niemand in Stuttgart koalieren. Vor allem Hagel hat eine Zusammenarbeit immer wieder kategorisch ausgeschlossen. Dafür könnte sich Hagel eine Deutschland-Koalition vorstellen. Ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP ist nach den aktuellen Umfragen aber nicht möglich. Die Linke könnte erstmals in den Landtag einziehen, steht derzeit aber nur knapp über dem Strich.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die drei aktuellsten Umfragen. Sie stammen von der Forschungsgruppe Wahlen (5. März), von INSA (4. März) sowie von Infratest dimap (26. Februar):
5. März
4. März
26. Februar
CDU
28 %
27 %
28 %
Grüne
28 %
24 %
27 %
AfD
18 %
20 %
18 %
SPD
8 %
9 %
7 %
FDP
5,5 %
6 %
6 %
Linke
5,5 %
6 %
5,5 %
Sonstige
7 %
8 %
8,5 %
Hinweis zu den Umfragen
Institut: Forschungsgruppe Wahlen. Auftraggeber: ZDF. Erhebungszeitraum: 4. bis 5. März 2026. Fallzahl: 1069 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: zwei bis drei Prozentpunkte.
Institut: INSA. Auftraggeber: Bild. Erhebungszeitraum: 24. Februar bis 3. März. Fallzahl: 1000 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: ± 3,1 Prozentpunkte.
Institut: Infratest dimap. Auftraggeber: ARD. Erhebungszeitraum: 23. bis 25. Februar 2026. Fallzahl: 1530 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: zwei bis drei Prozentpunkte.
Die Befragungen sind repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Baden-Württemberg.
Landtagswahl in Baden-Württemberg – Umfragen deuten auf Ergebnisse hin
Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten (Fehlertoleranz).
Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. So lag die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute bei der Landtagswahl 2021 laut dem Internetportal Dawum bei gerade einmal 0,95 Prozentpunkten. Berücksichtigt wurden dabei all diejenigen Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten. Es ist daher anzunehmen, dass die Umfragen die Ergebnisse der Landtagswahl in Baden-Württemberg ziemlich gut abbilden dürften. (Quellen: Infratest dimap, Insa, Dawum, dpa) (cs)