G20-Gipfel

G20: China fordert Einheit der G20-Staaten

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Chinas Staats- und Parteichef Xi Jingping am G20-Gipfel

Zum Auftakt des Gipfels der Gruppe der großen Wirtschaftsnationen (G20) hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zur Einheit aufgerufen.

Nusa Dua - Vor den Staats- und Regierungschefs sagte Xi Jinping am Dienstag in Nusa Dua auf der Insel Bali, Konfrontation solle durch Kooperation ersetzt werden. Alle Länder sollten Antwort auf die Frage geben: «Was stimmt nicht in der Welt, was sollen wir dagegen tun?» Die Corona-Pandemie dauere an. Die Weltwirtschaft werde anfälliger. Das geopolitische Umfeld bleibe angespannt. Die Krisen von Ernährung und Energie verstärkten sich gegenseitig. «All das stellt erhebliche Herausforderungen für unsere Entwicklung dar», sagte Xi Jinping.

«Niemand sollte eine Außenhandelspolitik zu Lasten anderer betreiben, kleine Gärten mit hohen Zäunen bauen oder geschlossene oder exklusive Zirkel schaffen», wandte sich Xi Jinping auch gegen Blockbildung, die China gemeinhin dem Rivalen USA unterstellt. Chinas Präsident sprach sich dafür aus, die Afrikanische Union in die G20-Gruppe aufzunehmen. Dazu gehören heute die Europäische Union und die stärksten Volkswirtschaften aller Kontinente: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei und die USA.

Gastgeber Indonesien warnt vor Spaltung

Auf der indonesischen Ferieninsel Bali hat am Dienstag der G20-Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer begonnen. Das Treffen im Urlauberort Nusa Dua startete mit etwa einer halben Stunde Verspätung, weil US-Präsident Joe Biden auf sich warten ließ. Der 79-Jährige wurde dann vom Gastgeber, dem indonesischen Präsidenten Joko Widodo, empfangen. Im Tagungsraum begrüßte Biden Bundeskanzler Olaf Scholz per Handschlag und umarmte Indiens Premier Narendra Modi. Russlands Präsident Wladimir Putin bleibt dem Treffen fern.

Der Grund für Bidens Verspätung war zunächst unklar. Das Weiße Haus ließ allerdings mitteilen, dass der US-Präsident am Morgen negativ auf das Coronavirus getestet worden sei. Zuvor war bekannt geworden, dass der kambodschanische Ministerpräsident Hun Sen positiv getestet wurde. Biden hatte am Wochenende am Gipfel der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in Kambodscha teilgenommen und dort auch Hun Sen getroffen. Das Weiße Haus gab an, dass er nicht als enger Kontakt nach den Vorgaben der US-Gesundheitsbehörde CDC zähle.

Gastgeber Widodo warnte zum Auftakt des Gipfels vor einer neuen Spaltung der Welt. «Wir haben eine Verantwortung für die Völker der Welt», appellierte der Gastgeber an die anderen Teilnehmer, darunter Russlands Außenminister Sergej Lawrow. «Wir sollten die Welt nicht in zwei Teile trennen.» Dazu gehöre die Einhaltung internationaler Grundsätze. Mit Blick auf Russlands Krieg gegen die Ukraine fügte Widodo hinzu: «Wir müssen den Krieg beenden. Wenn der Krieg nicht zu Ende geht, wird es schwierig, unserer Verantwortung für künftige Generationen gerecht zu werden.» (dpa)

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