Die Gruppe der Zwanzig

G20 im Überblick: Teilnehmer, Ziele und Entstehungsgeschichte des Gipfeltreffens

  • schließen

Die G20 zählt als das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Wer gehört zu den G20-Staaten und welche Aufgaben haben sie?

München – Die G20 (Gruppe der Zwanzig) ist das bedeutendste Forum für internationale Ordnungspolitik und Regulierung. Die führenden Industrie- und Schwellenländer stimmen sich dort über die notwendigen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen ab. Ein Überblick.

ZusammenschlussG20 (Gruppe der Zwanzig)
Gründung26. September 1999
Teilnehmer19 Staaten und die Europäische Union

G20: Was ist die Gruppe der Zwanzig?

Die Gruppe der Zwanzig, die sogenannte G20, ist seit 2009 das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Sie besteht aus den führenden Industrie- und Schwellenländern. Sie ist wie die G7 (Gruppe der Sieben) ein informelles Forum. Das heißt, die G20 ist keine internationale Organisation und besitzt weder einen Verwaltungsapparat noch eine permanente Vertretung.

Die Mitglieder stimmen sich bei den G20-Treffen über die notwendigen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen ab. Darüber hinaus dient das Forum zur Koordination bei weiteren globalen Themen wie Klimapolitik, Frauenrechte, Bildungschancen, Migration und Terrorismus.

Die G20-Staaten repräsentieren knapp über 80 Prozent des weltweiten Bruttonlandeinkommens (BIP) und des globalen CO2-Ausstoßes. Die teilnehmenden Länder machen rund zwei Drittel der Weltbevölkerung aus.

Diese Länder sind G20-Staaten

Der G20 gehören 19 Staaten sowie die Europäische Union (EU) an. Folgende Länder sind Mitglieder der Gruppe der Zwanzig:

  • Argentinien
  • Australien
  • Brasilien
  • China
  • Deutschland
  • Frankreich
  • Großbritannien
  • Indien
  • Indonesien
  • Italien
  • Japan
  • Kanada
  • Russland
  • Saudi-Arabien
  • Südafrika
  • Südkorea
  • Türkei
  • USA

An den Gipfeltreffen nehmen außerdem auf Einladung der Präsidentschaft regelmäßig internationale Organisationen teil. Unter anderem die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds. Es können aber auch weitere Staaten oder Regionalorganisationen eingeladen werden.

Der G20 gehören die EU und 19 Staaten, zum Beispiel Brasilien, Frankreich und die USA, an.

Das sind die bisherigen Gipfeltreffen

Die Präsidentschaft, also der Vorsitz der G20 rotiert jährlich unter den Mitgliedern. Für die Rotation sind die Länder in regionale Gruppen aufgeteilt. Die Gruppe bestimmt intern, wer im jeweiligen Jahr den Vorsitz übernimmt.

Aufgrund der informellen Strukturen spielt die jeweilige G20-Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle. Der Vorsitz übernimmt die Organisation und bestimmt die Agenda des Gipfels sowie die Auswahl der Gäste.

Hier fanden die letzten Gipfeltreffen statt:

JahrOrt
2017Hamburg, Deutschland
2018Buenos Aires, Argentinien
2019Osaka, Japan
2020Riad, Saudi-Arabien
2021Rom, Italien
2022Bali, Indonesien
2023Neu-Delhi, Indien

Im Jahr 2024 findet der G20-Gipfel in Brasilien statt. 2025 übernimmt Südafrika die Präsidentschaft.

Wie entstand die G20?

Ursprünglich entstand die Gruppe der Zwanzig im Zuge der asiatischen Finanzkrise in den 1990er Jahren. 1999 beschlossen die Finanzminister der G7 die Durchführung von G20-Treffen auf der Ebene der Finanzminister und Notenbankchefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern. Das erste Treffen fand im Dezember 1999 in Berlin statt. Deutschland hatte den Vorsitz inne.

Im Herbst 2008 beschlossen die Staats- und Regierungschefs als Reaktion auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, das G20-Konzept zum Austausch auch auf ihrer Ebene zu nutzen. Das erste Gipfeltreffen fand in Washington, USA statt.

Agenda und Ziele der großen Gipfeltreffen

Ursprünglich waren die G20-Treffen das zentrale informelle Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit mit einem klaren Fokus auf Krisen. Inzwischen hat sich die Agenda aber gewandelt. Die Gruppe der Zwanzig wendet sich immer stärker auch der Entwicklung von langfristigen Lösungen für weitere globale Herausforderungen zu:

  • Klimapolitik
  • Energiepolitik
  • Handel
  • Ernährungssicherung
  • Arbeitsmarktpolitik

Seit dem Gipfel in Seoul 2010 beschäftigen sich die Staaten auch mit den Auswirkungen ihrer Politik auf Entwicklungsländer und Unterstützungsmöglichkeiten. Seit 2014 stehen Themen wie Pandemien, Bedrohungen durch ansteckende Krankheiten und Antibiotikaresistenzen auf der Agenda der G20. Beim damaligen Gipfel im australischen Brisbane einigten sich die Teilnehmer erstmalig auf eine gemeinsame Erklärung dazu. Unter der Präsidentschaft von China im Jahr 2016 wurde die Digitalisierung zu einem weiteren Schwerpunkt erklärt.

Wie arbeitet die G20?

Im Vorfeld des Treffens entwickelt sich zwischen den Regierungen ein Prozess der politischen Abstimmung auf verschiedenen Arbeitsebenen. So gibt es Arbeitsgruppen zu speziellen Fachthemen und teilweise Ministertreffen.

Die G20: Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in einer Gruppe

19 Staaten und die Europäische Union bilden die G20. Sie repräsentieren mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, erwirtschaften über 85 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und sind für 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Staaten gehören dazu:
19 Staaten und die Europäische Union bilden die G20. Sie repräsentieren mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, erwirtschaften über 85 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und sind für 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Staaten gehören dazu: © Lars Berg/dpa
g20 staaten mitglieder usa
In Sachen Bevölkerung nur auf Platz Drei, doch bei der Wirtschaftsleistung ganz oben: Die Vereinigten Staaten von Amerika. © Michael Brochstein/dpa
Bill Clinton 1997
imago472024753.jpg © imago
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-volksrepublik-china
Das bevölkerungsreichste Land unter den G20 ist die Volksrepublik China. Regiert wird der autoritäre Staat von Präsident Xi Jinping, der seine Macht auf dem Parteitag 2022 endgültig festigte. Die 1,3 Milliarden Menschen in China sind für 15 Prozent der Wirtschaftsleistung der G20-Gruppe verantwortlich. © Jade Gao/afp
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-deutschland-hamburg-2017
Die Gründungskonferenz der G20 fand 1999 in Berlin statt. Bis 2008 firmierten die Gipfel unter der Bezeichnung „Finanzministertreffen“. 2017 kehrte die Gruppe der G20 nach Deutschland zurück und kam in Hamburg zusammen. Der Gipfel wurde von massiven Protesten begleitet. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen von Sicherheitskräften und Demonstranten. Zentrum des Konflikts war der Stadtteil Sankt Pauli. © Michael Kappeler/dpa
Deutschland ist als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ebenfalls Mitglied der G20. 2017 fand der Gipfel in Hamburg statt - und wurde begleitet von massiven Protesten und einem gigantischen Polizeiaufgebot.
Deutschland ist als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ebenfalls Mitglied der G20. 2017 fand der Gipfel in Hamburg statt - und wurde begleitet von massiven Protesten und einem gigantischen Polizeiaufgebot. © imago
Gastgeber des G20-Gipfels 2017 war der damalige Bürgermeister Hamburgs und spätere Bundeskanzler Deutschlands, Olaf Scholz. Er begrüßte unter anderem US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania in der Hansestadt.
Gastgeber des G20-Gipfels 2017 war der damalige Bürgermeister Hamburgs und spätere Bundeskanzler Deutschlands, Olaf Scholz. Er begrüßte unter anderem US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania in der Hansestadt. © imago
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-japan-tokio
Die viertgrößte Wirtschaftsleistung bei den G20 erzielt Japan. Der ostasiatische Staat besteht aus 6.852 Inseln. Bewohnt sind davon 425, auf denen mehr als 125 Millionen Menschen leben. Der Ballungsraum Tokio ist mit 37,3 Millionen Einwohner die größte Stadt der Welt. © Philip Fong/afp
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-großbritannien-united-kingdom-england
Großbritannien ist nach dem Brexit zwar kein Mitglied der EU mehr, dafür aber immer noch vertreten bei der G20. Staatsoberhaupt des Königreichs ist seit dem Tod von Königin Elisabeth II. ihr Sohn Charles III. Bei der G20 wird das Land aber durch die Regierung vertreten. © Aaron Chown/dpa
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-frankreich-cannes-gipfel
Frankreich ist eines der drei EU-Länder, das auch mit einer eigenen Vertretung bei der G20 teilnimmt. Das einzige Treffen der Gruppe in der „Grande Nation“ fand im Jahr 2007 in der Hafenstadt Cannes statt. Aktivisten von Oxfam karikieren das Teilnehmerfeld: Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, Barack Obama, David Cameron, usw. © Martin Bureau/afp
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-indien-dehli
Indien ist das Land unter den G20 mit der zweitgrößten Bevölkerung. Im Jahr 2002 fand in Dehli der einzige Gipfel der Gruppe in dem Land statt. Chili gilt als Grundnahrungsmittel in Indien, das offenbar auch von diesen beiden als indische Götter verkleideten Kindern geschätzt wird. © Avishek Das/dpa
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-brasilien-rio-de-janeiro
Brasilien ist das größte Land Südamerikas und eines der zwei Länder des Kontinents, die auch in der G20 vertreten sind. Das Land der Strände wie hier Ipanema in Rio de Janeiro erlebte kurz vor dem G20-Gipfel in Bali einen Regierungswechsel. Präsident Jair Bolsonaro wurde abgewählt und Lula da Silva feierte sein Comeback. © Jose Lucena/dpa
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-kanada-justin-trudeau
Neben den USA ist auch der andere nordamerikanische Staat Teil der G20: Kanada. Das Land hoch im Norden wurde von 2015 bis 2025 von Premierminister Justin Trudeau regiert. Zweimal hintereinander trafen sich die Mitglieder der G20 in Kanada: Im Jahr 2000 in Montreal und im Jahr 2001 in Ottawa. Mit gerade einmal 35 Millionen Menschen stellt Kanada die drittkleinste Bevölkerung innerhalb der G20. © Chris Roussakis/dpa
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-sued-korea-seoul
Südkorea ist neben China und Japan das dritte Land aus Ostasien, das bei der G20 dabei ist. Die Hauptstadt Seoul wurde kurz vor dem G20-Gipfel in Bali von einer Tragödie erschüttert. Mehr als 150 Menschen starben bei einer Massenpanik. Tausende kamen in den Straßen zusammen, um der Opfer zu gedenken. © Anthony Wallace/afp
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-russland-moskau-wladimir-putin
Russland ist eigentlich auch Mitglied der G20. Ob Präsident Wladimir Putin aber am G20-Gipfel in Bali teilnehmen wird, das steht noch nicht fest. Das Land ist aufgrund des Kriegs mit der Ukraine international zunehmend isoliert, hat mit Ländern wie China und Indien aber auch unter den G20-Staaten noch Verbündete. © Alexander Nemenov/afp
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-australien-sydney
Australien ist mit Blick auf die Bevölkerung das kleinste Land der G20. Der Staat „Down Under“, berühmt für das Opernhaus in Sydney, ist auch das einzige Land aus Ozeanien in der Gruppe der Zwanzig. © Bai Xuefei/dpa
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-mexiko
Mexiko ist wie der Nachbar im Norden, die USA, Mitglied der G20. Der mittelamerikanische Staat ist mit einer Einwohnerzahl von 127 Millionen der achtgrößte der G20. Viele Menschen in Mexiko feiern wie hier jedes Jahr den Tag der Toten, mit aufwendigen und gruseligen Kostümen. © Eduardo Verdugo/dpa
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-indonesien
Indonesien ist ebenfalls Mitglied der G20. Der Inselstaat beheimatet 257 Millionen Menschen und 128 Vulkane. 80 davon gelten als aktiv. Ausbrüche wie hier beim Vulkan Merapi gehören in Indonesien zum Alltag. © Slamet Riyadi/dpa
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-türkei-istanbul-bosporus
Ein Land auf zwei Kontinenten und ebenso Mitglied der G20: die Türkei. Die Bosporus-Meerenge in Istanbul, der größten Stadt der Türkei, ist der Zugang zum Schwarzen Meer, über das wiederum Getreide für die ganze Welt aus den Häfen von Odessa und Mariupol verschifft wird. © Ozan Kose/afp
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-saudi-arabien-mohammed-bin-salman
Saudi-Arabien ist, was Wirtschaftsleistung und Bevölkerungszahl angeht, eines der kleinsten Länder der G20. Doch aufgrund der großen Rohstoff-Reserven, hauptsächlich Erdöl, kommt dem Land eine strategisch wichtige Bedeutung zu. Regiert wird das Königreich von Salman ibn Abd al-Aziz. Doch als eigentlicher Strippenzieher in dem absolutistisch regierten Land gilt Kronprinz Mohammed bin Salman (im Bild). © Uncredited/afp
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-suedafrika
Südafrika ist das einzige afrikanische Land in der Gruppe der Zwanzig. Es hat außerdem die geringste Wirtschaftleistung aller G20-Staaten. Das Land am Kap der Guten Hoffnung gilt mit seinen Städten wie Johannesburg und Kapstadt als eine Hochburg der Mode - vom Minimalismus bis zur Haute Couture. © Kim Ludbrook/dpa
Italien ist ebenfalls Teil der G20 und wird aktuell durch Premierministerin Giorgia Meloni, hier beim Gipfel in Rio de Janeiro und im Gespräch mit dem ehemaligen Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, vertreten.
Italien ist ebenfalls Teil der G20 und wird aktuell durch Premierministerin Giorgia Meloni, hier beim Gipfel in Rio de Janeiro und im Gespräch mit dem ehemaligen Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, vertreten. © imago
g20-gruppe-der-zwanzig-mitgliedsstaaten-europaeische-union-eu
Eine Sonderrolle in den G20 kommt der Europäischen Union zu. Sie ist als Staatenbund mit einer eigenen Delegation bei den G20 vertreten. Die EU weist die zweitgrößte Wirtschaftsleistung und die zweitgrößte Bevölkerung in der G20 aus. Mit Deutschland, Frankreich und Italien sind drei EU-Mitgliedsländer auch als Einzelstaaten in der G20 vertreten. © Dragan Tatic/dpa
Neben der EU ist auch die Afrikanische Union beim G20-Gipfel 2025 in Südafrika mit einer Delegation vertreten.
Neben der EU ist auch die Afrikanische Union beim G20-Gipfel 2025 in Südafrika mit einer Delegation vertreten. © imago
2025 findet der G20-Gipfel in Johannesburg statt - unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Regierung Südafrika gab bekannt, mehr als 3.500 zusätzliche Polizisten einzusetzen.
2025 findet der G20-Gipfel in Johannesburg statt - unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Regierung Südafrika gab bekannt, mehr als 3.500 zusätzliche Polizisten einzusetzen. © imago

Die Themen des Gipfeltreffens werden durch sogenannte Sherpas vorbereitet. Dies sind üblicherweise ranghohe Mitarbeitende des Regierungschefs, die sich mehrmals im Jahr treffen. Deutscher G7- und G20-Sherpa ist Staatssekretär Dr. Jörg Kukies.

Verfolgen Sie G20-Gipfel?

Wie werden Beschlüsse umgesetzt?

Die Gipfeltreffen bieten die Möglichkeit, Gipfelerklärungen mit den wichtigsten Ergebnissen und teilweise begleitende Erklärungen, Initiativen, Berichte und Arbeitspläne herauszugeben.

Die Beschlüsse der G20 sind nicht rechtlich bindend. Die Umsetzung dieser erfolgt in den relevanten Gremien, zum Beispiel des Internationalen Währungsfonds. (jsch)

Rubriklistenbild: © Sabrina Merolla/IMAGO

Kommentare