G20 im Überblick: Teilnehmer, Ziele und Entstehungsgeschichte des Gipfeltreffens
VonJulia Schöneseiffen
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Die G20 zählt als das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Wer gehört zu den G20-Staaten und welche Aufgaben haben sie?
München – Die G20 (Gruppe der Zwanzig) ist das bedeutendste Forum für internationale Ordnungspolitik und Regulierung. Die führenden Industrie- und Schwellenländer stimmen sich dort über die notwendigen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen ab. Ein Überblick.
Zusammenschluss
G20 (Gruppe der Zwanzig)
Gründung
26. September 1999
Teilnehmer
19 Staaten und die Europäische Union
G20: Was ist die Gruppe der Zwanzig?
Die Gruppe der Zwanzig, die sogenannte G20, ist seit 2009 das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Sie besteht aus den führenden Industrie- und Schwellenländern. Sie ist wie die G7 (Gruppe der Sieben) ein informelles Forum. Das heißt, die G20 ist keine internationale Organisation und besitzt weder einen Verwaltungsapparat noch eine permanente Vertretung.
Die Mitglieder stimmen sich bei den G20-Treffen über die notwendigen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen ab. Darüber hinaus dient das Forum zur Koordination bei weiteren globalen Themen wie Klimapolitik, Frauenrechte, Bildungschancen, Migration und Terrorismus.
Die G20-Staaten repräsentieren knapp über 80 Prozent des weltweiten Bruttonlandeinkommens (BIP) und des globalen CO2-Ausstoßes. Die teilnehmenden Länder machen rund zwei Drittel der Weltbevölkerung aus.
Diese Länder sind G20-Staaten
Der G20 gehören 19 Staaten sowie die Europäische Union (EU) an. Folgende Länder sind Mitglieder der Gruppe der Zwanzig:
An den Gipfeltreffen nehmen außerdem auf Einladung der Präsidentschaft regelmäßig internationale Organisationen teil. Unter anderem die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds. Es können aber auch weitere Staaten oder Regionalorganisationen eingeladen werden.
Die Präsidentschaft, also der Vorsitz der G20 rotiert jährlich unter den Mitgliedern. Für die Rotation sind die Länder in regionale Gruppen aufgeteilt. Die Gruppe bestimmt intern, wer im jeweiligen Jahr den Vorsitz übernimmt.
Aufgrund der informellen Strukturen spielt die jeweilige G20-Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle. Der Vorsitz übernimmt die Organisation und bestimmt die Agenda des Gipfels sowie die Auswahl der Gäste.
Hier fanden die letzten Gipfeltreffen statt:
Jahr
Ort
2017
Hamburg, Deutschland
2018
Buenos Aires, Argentinien
2019
Osaka, Japan
2020
Riad, Saudi-Arabien
2021
Rom, Italien
2022
Bali, Indonesien
2023
Neu-Delhi, Indien
Im Jahr 2024 findet der G20-Gipfel in Brasilien statt. 2025 übernimmt Südafrika die Präsidentschaft.
Wie entstand die G20?
Ursprünglich entstand die Gruppe der Zwanzig im Zuge der asiatischen Finanzkrise in den 1990er Jahren. 1999 beschlossen die Finanzminister der G7 die Durchführung von G20-Treffen auf der Ebene der Finanzminister und Notenbankchefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern. Das erste Treffen fand im Dezember 1999 in Berlin statt. Deutschland hatte den Vorsitz inne.
Im Herbst 2008 beschlossen die Staats- und Regierungschefs als Reaktion auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, das G20-Konzept zum Austausch auch auf ihrer Ebene zu nutzen. Das erste Gipfeltreffen fand in Washington, USA statt.
Agenda und Ziele der großen Gipfeltreffen
Ursprünglich waren die G20-Treffen das zentrale informelle Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit mit einem klaren Fokus auf Krisen. Inzwischen hat sich die Agenda aber gewandelt. Die Gruppe der Zwanzig wendet sich immer stärker auch der Entwicklung von langfristigen Lösungen für weitere globale Herausforderungen zu:
Klimapolitik
Energiepolitik
Handel
Ernährungssicherung
Arbeitsmarktpolitik
Seit dem Gipfel in Seoul 2010 beschäftigen sich die Staaten auch mit den Auswirkungen ihrer Politik auf Entwicklungsländer und Unterstützungsmöglichkeiten. Seit 2014 stehen Themen wie Pandemien, Bedrohungen durch ansteckende Krankheiten und Antibiotikaresistenzen auf der Agenda der G20. Beim damaligen Gipfel im australischen Brisbane einigten sich die Teilnehmer erstmalig auf eine gemeinsame Erklärung dazu. Unter der Präsidentschaft von China im Jahr 2016 wurde die Digitalisierung zu einem weiteren Schwerpunkt erklärt.
Wie arbeitet die G20?
Im Vorfeld des Treffens entwickelt sich zwischen den Regierungen ein Prozess der politischen Abstimmung auf verschiedenen Arbeitsebenen. So gibt es Arbeitsgruppen zu speziellen Fachthemen und teilweise Ministertreffen.
Die G20: Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in einer Gruppe
Die Themen des Gipfeltreffens werden durch sogenannte Sherpas vorbereitet. Dies sind üblicherweise ranghohe Mitarbeitende des Regierungschefs, die sich mehrmals im Jahr treffen. Deutscher G7- und G20-Sherpa ist Staatssekretär Dr. Jörg Kukies.
Verfolgen Sie G20-Gipfel?
Wie werden Beschlüsse umgesetzt?
Die Gipfeltreffen bieten die Möglichkeit, Gipfelerklärungen mit den wichtigsten Ergebnissen und teilweise begleitende Erklärungen, Initiativen, Berichte und Arbeitspläne herauszugeben.
Die Beschlüsse der G20 sind nicht rechtlich bindend. Die Umsetzung dieser erfolgt in den relevanten Gremien, zum Beispiel des Internationalen Währungsfonds. (jsch)