Teilnehmer, Zweck, Ort

Was ist der G7-Gipfel und wo findet er 2022 statt?

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Der G7-Gipfel findet im Sommer 2022 in Deutschland statt. Doch was bedeutet er überhaupt und was wird dort besprochen?

Garmisch-Partenkirchen – Im Juni 2022 reisen Staats- und Regierungschefs zum G7-Gipfel nach Elmau. Dort kommen die G7 zu einer dreitägigen Veranstaltung zusammen.

TreffenG7-Gipfel
VeranstalterVorsitz der G7
TeilnehmerDeutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanda, USA
Häufigkeiteinmal im Jahr

G7-Gipfel in Elmau: Wer gehört zu den G7?

G7 steht für „Gruppe der Sieben“. Die G7 sind ein informeller Zusammenschluss der sieben zum Gründungszeitpunkt bedeutendsten Industrienationen der westlichen Welt. Die G7-Staaten sind:

Die Gruppe wurde 1975 gegründet. Seit 1977 nimmt auch die EU als Beobachter an allen Treffen teil. Die G7 ist keine internationale Organisation, besitzt keinen Verwaltungsapparat und keine ständige Vertretung ihrer Mitglieder.

Angela Merkel beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau im Jahr 2015.

G7-Gipfel: Was ist der Zweck der G7?

Der Zusammenschluss organisiert regelmäßige Weltwirtschaftstreffen, die sogenannten G7-Gipfel. Ursprünglich tauschten sich die Staats- und Regierungschefs der beteiligten Nationen in persönlichen Gesprächen zu Fragen der Weltwirtschaft aus. Die Themen des G7-Gipfels haben sich mittlerweile aber deutlich ausgeweitet: Auf der Agenda stehen auch außen- und sicherheitspolitische Themen sowie Bevölkerungsentwicklung, Gesundheit, Bildung, Umweltschutz, Klima und Bekämpfung von Terrorismus. Die Regierungschefs stimmen gemeinsame Positionen und Ziele ab und verabschieden eine gemeinsame Gipfelerklärung.

Die G7 versteht sich als Wertegemeinschaft, die Mitglieder bekennen sich zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Menschenrechten, Wohlstand und nachhaltiger Entwicklung. Die Beschlüsse der G7 sind nicht rechtsverbindlich. Aufgrund des politischen und wirtschaftlichen Gewichts der G7-Nationen haben sie aber Einfluss auf viele andere Nationen und Organisationen.

G7 und Co.: Bilder der Proteste gegen die Globalisierung

Gewaltsame Proteste gegen die WTO-Konferenz in Seattle im Jahr 1999.
Internationale Gipfel lösen seit Jahrzehnten immer wieder gewaltsame Proteste aus. Den Anfang machte einst Seattle. In der Stadt im Nordwesten der USA tagte im Jahr 1999 die Welthandelsorganisation (WTO). 40.000 Protestierende kamen in der Stadt zusammen und lieferten sich tagelang Straßenschlachten mit der Polizei. Sogar die Nationalgarde kam kurzzeitig zum Einsatz. Die Auseinandersetzungen gingen als „Battle of Seattle“ in die Geschichte ein und beschäftigten in den USA noch über Jahre hinweg die Gerichte. © Imago
Demonstranten gegen die WTO-Konferenz 1999 in Seattle verbrennen amerikanische Geldscheine als Protest gegen den Kapitalismus.
Vor allem junge Menschen kamen 1999 in Seattle zusammen, um gegen Kapital und Welthandel zu demonstrieren. Eine Gruppe Jugendlicher zündete sogar Dollarscheine an, um ihren Protest gegen die neoliberale Weltordnung, getragen von den USA, zum Ausdruck zu bringen. Die unglaublich hohe Zahl der Demonstrierenden bei besagten Protesten gegen die WTO in Seattle überraschte die Behörden und erwischte Polizei und Stadtverwaltung vollkommen unvorbereitet. Zu den Kundgebungen und Protestaktionen hatten im Vorfeld zahlreiche unterschiedliche Gruppierungen aus dem linken Spektrum aufgerufen: Anarchisten, Gewerkschaften, Umweltaktivisten und viele mehr. Systemkritische und linksradikale Gruppen feierten die Proteste in Seattle als Erfolg - und als Geburtsstunde des Begriffs der Globalisierungsgegner. © Imago
Maskierte Demonstranten werfen während eines Protestes gegen das IMW/Weltbank-Tagung in Prag 2000 Kopfsteinpflaster in Richtung Polizeibeamte.
Was im Jahr 1999 seinen Anfang in Seattle fand, setzte sich ein Jahr später in Prag vor. Dort tagten im Jahr 2000 der Internationale Währungsfonds und die Weltbank. Mehr als 12.000 Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Mehr als 900 Demonstranten wurden festgenommen. Die Demonstranten versuchten mit Straßenbarrikaden und Molotow-Cocktails die Straße zum Prager Kongresszentrum zu blockieren. Den Protesten wohnten auch autonome Gruppen aus ganz Europa bei. Die Anti-Kapitalismus-Demonstranten nutzten auch das Kopfsteinpflaster der Straßen, um diese nach den eingesetzten Polizeikräften zu werfen. © Tomas Zelezny/dpa
Tagung von IWF und Weltbank - Erschöpfte Polizisten
Vor allem rund um das Kongresszentrum in Prag, indem Weltbank und Internationaler Währungfsfonds ihre Versammlungen abhielten, eskalierte die Situation. Während der Zusammenstöße in der Innenstadt wurden 65 Polizeibeamte und 20 Demonstranten verletzt. Berichten zufolge kam es zu Angriffen auf Journalisten. Im Prager Zentrum wurden einige Schaufenster von Läden zerstört. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um Aktivistengruppen davon abzuhalten, den Tagungsort des Gipfels zu erreichen. Trotz der großen Polizeipräsenz gelang es den Demonstranten, dass die Gipfel von IWF und Weltbank noch vor dem Ende abgebrochen werden mussten. Hier zu sehen sind erschöpfte Polizisten, die sich nach Zusammenstößen vor dem Prager Kongresszentrum ausruhen. Gefährlichere Auseinandersetzungen mit der Polizei gab im Jahr darauf in Göteborg.  © Stanislav Peska/dpa
Protest gegen EU-USA-Gipfel
Eine noch größere Dimension als die Demonstrationen in Prag erreichten die Proteste gegen den EU-Gipfel in Göteborg im Jahr 2001. Ziel des Treffens war die Reform und Erweiterung der Europäischen Union sowie die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Für den Zeitraum des Treffens am 15. und 16. Juni wurden 25.000 Demonstranten erwartet. Die schwedische Polizei war den Ausschreitungen von EU- und US-Gegnern, Anti-Kapitalisten und Globalisierungsgegnern nicht gewachsen. Sie besaß keine Wasserwerfer und setzte kein Tränengas oder Gummigeschosse ein. Als die Polizei am Morgen des 14. Juni das Hvitfeldtska-Gymnasium umstellte, wo mehrere hundert Aktivisten ihr Quartier aufgeschlagen hatten, nahmen die Ausschreitungen ihren Anfang. © Anja Niedringhaus/dpa
EU-USA-Demonstration
Während des Protestmarsches kam es zu Zusammenstößen zwischen der schwedischen Polizei und den Demonstranten. Stühle und Tische aus Cafés wurden als Barrikaden genutzt und von Demonstranten am Freitag, 15. Juni 2001 in Brand gesteckt. Bei den Zusammenstößen wurden mehr als 150 Menschen verhaftet und 36 verletzt.  © Johan Framst/dpa
G 8 Gipfel Genua Demonstrant
In der italienischen Hafenstadt erreichten im Jahr 2001 sowohl die Präsenz als auch die Gewalt der Anti-Globalisierungsproteste eine neue Dimension. Der 27. G8-Gipfel in Genua wurde von heftigen Ausschreitungen überschattet. Schätzungsweise 200.000 Demonstranten kamen nach Genua. Nach Zusammenstößen mit der Polizei und nächtlichen Razzien von Sicherheitskräften beklagten die festgenommenen Personen schwere Misshandlungen durch die Behörden. Die Polizei wurde beschuldigt, brutal vorgegangen zu sein, das Recht auf gewaltfreien Protest verweigert zu haben und die Situation absichtlich eskaliert zu haben. Die italienische Regierung setzte sogar das Schengener Abkommen für die Dauer des Gipfels außer Kraft, um die Bewegungen der Demonstranten aus der gesamten EU zu überwachen. Ausschreitungen konnten damit jedoch nicht verhindert werden.  © Louisa Gouliamaki/dpa
G 8 Gipfel Genua
Im Gegenteil, die Proteste schlugen in brutale Gewalt um. 329 Demonstranten wurden festgenommen. Insgesamt wurden in Genua über 400 Demonstranten und 100 Sicherheitskräfte verletzt. Am 20. Juli wurde der 23-jährige Aktivist Carlo Giuliani aus Genua bei Zusammenstößen mit der Polizei erschossen. Er näherte sich dem Fahrzeug eines italienischen Polizisten mit einem Feuerlöscher. Der Polizist eröffnete das Feuer und traf Giuliani. Anschließend wurde der Aktivist noch zweimal von einem Polizeifahrzeug überfahren. Gegen zahlreiche Polizisten sowie lokale und nationale Beamte wurde im Zusammenhang mit der Veranstaltung ein Verfahren eingeleitet. In einem Prozess mussten sich 28 Polizeibeamte wegen der beiden nächtlichen Razzien vor Gericht verantworten. Ihnen wurde Rechtsbeugung, übermäßige Gewaltanwendung und Unterschlagung von Beweisen vorgeworfen. Auch wegen Misshandlung wurde gegen 45 Staatsbedienstete ermittelt. Es sollte nicht der letzte G8-Gipfel mit schweren Ausschreitungen gewesen sein.  © Luciano Del Castillo/dpa
Jahresrückblick - G8 - Großdemonstration
Denn im Jahr 2007 setzte sich die Gewalt beim 33. G8-Gipfel in Heiligendamm fort. Während sich die Staats- und Regierungschefs der acht größten Industrienationen im Grandhotel Heiligendamm berieten, eskalierten Großproteste gegen die G8, darunter auch die Auftaktdemo in Rostock. Ausgelöst durch militante Demonstranten kam es zu Straßenschlachten zwischen Polizei und Autonomen mit fast 1000 Verletzten. Die Schätzungen der Teilnehmerzahlen variieren von 25.000 bis 80.000. Abseits dieser friedlichen Demonstration kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen etwa 2000 Autonomen des sogenannten „schwarzen Blocks“ und 5000 Polizisten. Barrikaden wurden errichtet und angezündet, Polizeifahrzeuge wurden mit Steinen beworfen. Die Einsatzkräfte setzten daraufhin Wasserwerfer ein - gegen militante, aber auch gegen friedliche Demonstranten. Ziel der Polizei war es nach eigenen Angaben, die Protestierenden von dem Kundgebungsplatz zu vertreiben und so das Löschen der Brände zu ermöglichen.  © Kay Nietfeld/dpa
G8 - Wasserwerfereinsatz
Während des G8-Gipfels in Heiligendamm sollen rund 1000 Demonstranten festgenommen worden sein. Am Tag des Gipfelbeginns gelang es mehreren tausend Demonstranten trotz des Demoverbots bis in die Nähe des Absperrübungszauns zu gelangen und sämtliche Zufahrtswege zu blockieren. Ein vermeintlicher Anstifter der Polizei soll Demonstrationsteilnehmer bei der Blockadeaktion fotografiert haben. Der mutmaßliche „Agent Provocateur“ soll die Demo angestachelt haben. Ähnliche Vorwürfe gegen die Ordnungshüter gab es auch Jahre zuvor bei den Gewaltorgien in Genua. Nachdem die Polizei zunächst jeglichen Einsatz von Zivilbeamten geleugnet hatte, gab sie später zu, dass der aus der Demo ausgeschlossene Mann ein Zivilbeamter war. Zudem verlor ein Mann bei einem Wasserservereinsatz vor dem Tagungsgelände sein linkes Augenlicht. Das wohl bekannteste Protestbild entstand jedoch ein Jahrzehnt später bei den G20-Protesten in Hamburg 2017.  © Kay Nietfeld/dpa
Jahresrückblick 2017
Den Titel hat dieses Bild der G20-Demonstrationen 2017 in Hamburg inne. Am 07.07. kletterte eine Frau auf die Fronthaube des Sonderwagens „SW4“ der Polizei beim Gorch-Fock-Wall in Hamburg und wurde daraufhin von zwei hessischen Polizisten mit Pfefferspray besprüht. Es hatte drei Strafanzeigen zu dem Vorfall gegeben, alle drei seien geprüft worden. Die Staatsanwaltschaft wertete das Handeln der Polizisten als rechtmäßig. Über den Zeitraum von sechs Tagen fanden mindestens acht gesonderte Protestaktionen und Demonstrationen in Hamburg statt. Einige davon waren friedlicher Natur, während andere das gegenteilige Ziel verfolgten. Die mit Abstand brutalste Protestaktion war die „Welcome to Hell“-Demo am 6. Juli, dem Tag vor Tagungsbeginn, an der schätzungsweise 12.000 Menschen teilnahmen.  © Sebastian Willnow/dpa
G20-Gipfel - Demonstration "G20 Welcome to hell"
Dem Demonstrationszug „Welcome to Hell“ stellten sich beim G20-Gipfel in Hamburg sehr schnell viele Bereitschaftspolizisten und mehrere Wasserwerfer entgegen. Die Polizei sagte, sie habe versucht, den schwarzen Block der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen, dies sei aber nicht gelungen. Zwar legten zahlreiche Autonome ihre Maskierung nach Aufforderung ab, jedoch nicht alle. Daraufhin rückten die Beamten überaus robust vor. Protestierer und Autonome flüchteten teils panisch vor den Beamten. Die Stimmung war aufgeheizt, es gab Verletzte, Flaschen flogen, die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Ein Mitarbeiter des anwaltlichen Notdienstes vor Ort kommentierte das Geschehen mit den Worten: „Das war ganz bestimmt nicht rechtmäßig“. Nach übereinstimmenden Berichten ging von den Demonstranten keine Gewalt aus.  © Boris Roessler/dpa
Jahresrückblick 2017 - Hamburg
Anders war es am Morgen des 7. Juli 2017, als vermummte Gestalten über die noble Elbchaussee in Hamburg schritten, Böller warfen und Autos anzündeten. Anschließend stürmten Spezialkräfte der Polizei das Schanzenviertel. Bei dem Großeinsatz wurden 13 Menschen festgenommen. Im traditionell linken Schanzenviertel gab ein Zivilbeamter einen Warnschuss ab. Die Polizei sprach an diesem Tag des G20-Gipfels von etwa 3500 Gewalttätern auf Hamburgs Straßen. Während auf dem Kiez mehrere Demonstrationen gewaltfrei abliefen, lieferte sich die Polizei im Stadtteil Altona Gefechte mit Gewalttätern, die laut offiziellen Angaben mit Eisenstangen und Molotowcocktails auf Beamte losgingen. Die Bilanz: Ein Einsatzleiter sprach zunächst von 476 verletzten Beamten, später stellte sich jedoch heraus, dass diese Zahl mit Krankmeldungen und dergleichen aufgeblasen wurde und nicht zwingend mit Gewalt gegen Beamte zusammenhängt. 455 Beamte waren am Folgetag wieder einsatzbereit, zwei galten als schwerverletzt. Zur Gesamtzahl der verletzten Demonstranten gab es keine offiziellen Angaben. Dass es auch anders geht, beweist das G20-Treffen in Rom 2021. © Axel Heimken/dpa
Ein großer Anteil der Demonstranten gegen den G-20-Gipfel in Rom kamen aus den Reihen von Fridas-for-Future. Sie protestierten friedlich.
Ein großer Anteil der Demonstranten gegen den G20-Gipfel in Rom kamen aus den Reihen von Fridays for Future. Sie protestierten friedlich für mehr Klimaschutz und Teilhabe. Es setzte sich ein Demozug von 5000 bis 6000 Menschen in Bewegung. Das Polizeiaufgebot war riesig, Polizisten mit Schildern und Hubschraubern drehten ihre Runden über die Demo. Zahlreiche Wasserwerfer waren vor Ort. Das Ziel war klar: Italien wollte keine Bilder von Chaos, Randale und Verwüstung wie etwa vom G20-Gipfel in Hamburg oder Jahre zuvor aus Genua. Dafür hatte die Regierung aus Rom über 5000 zusätzliche Sicherheitskräfte angefordert. Sogar das Militär war im Einsatz und sicherte zusätzlich wichtige Orte ab. Doch die Befürchtungen stellten sich als unbegründet heraus. Tanzend und trommelnd zogen die Demonstranten rund zwei Kilometer durch die Stadt. Nach einer Kundgebung ging es den gleichen Weg zurück. All dies geschah, ohne dass die Sicherheitskräfte hätten einschreiten müssen.  © Matteo Nardone via www.imago-images.de

G7-Gipfel in Elmau: Wie arbeiten die G7?

Die Gipfeltreffen sind der Höhepunkt der Arbeit der G7, aber nicht die einzige Aktivität. Während des gesamten Jahres finden Treffen zwischen Experten und Fachministern statt. In Arbeitsgruppen stimmen die G7-Nationen ihre Positionen und Initiativen in den unterschiedlichen Bereichen ab. Die Chefunterhändler der Staats- und Regierungschefs, die sogenannten Sherpas, bereiten die Themen für den Gipfel vor. Kurz vor dem G7-Gipfel kommen die Außenminister der Mitgliedsstaaten zusammen und beraten über außenpolitische Themen. Alle Ergebnisse der G7 werden in gemeinsamen Erklärungen festgehalten.

Was erhoffen Sie sich vom G7-Gipfel in Elmau?

Wie entstanden die G7?

1975 wurde die Gruppe der Sechs (G6) im Rahmen eines Kamingesprächs auf Schloss Rambouillet gegründet. An diesem Treffen nahmen die Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA teil. 1976 trat Kanada der Gruppe bei.

Wer hat die Präsidentschaft der G7 inne?

Die Präsidentschaft der G7 wechselt jedes Jahr, turnusmäßig kommen alle Mitgliedsländer nacheinander an die Reihe. 2022 hat Deutschland den G7-Vorsitz inne, es übernimmt ihn von Großbritannien und gibt ihn 2023 an Japan ab. Das Land, bei dem die Präsidentschaft liegt, organisiert das Gipfeltreffen und legt die Agenda dafür fest.

Wann und wo findet der G7-Gipfel 2022 statt?

Der G7-Gipfel 2022 findet von 26. bis 28. Juni 2022 im Hotel Schloß Elmau bei Garmisch-Partenkirchen statt. Hier wurde auch das letzte G7-Treffen unter deutscher Präsidentschaft im Juni 2015 abgehalten. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz lädt die Teilnehmer ein und leitet die Konferenz.

Im Hotel Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen findet der G7-Gipfel 2022 statt.

Wann und wo fand der G7-Gipfel 2021 statt?

2021 wurde der G7-Gipfel in St. Ives unter dem Vorsitz des britischen Premiers Boris Johnson abgehalten. Es war das erste G7-Treffen seit 2019, da 2020 die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie und Unstimmigkeiten über den Teilnehmerkreis abgesagt worden war.

Was ist G8?

1998 wurde der Kreis um Russland erweitert – somit wurde die Gruppe der Sieben zu G8. Aufgrund des Vorgehens von Russland gegen die Ukraine in der Krimkrise sagten 2014 allerdings die übrigen G8-Staaten ihre Teilnahme am geplanten G7-Gipfel in Sotschi ab und beschlossen, sich bis auf Weiteres wieder ohne Russland im G7-Format zu treffen. Im Juni 2014 wurde ein alternatives G7-Treffen in Brüssel ohne die Teilnahme Russlands organisiert.

G7-Gipfel in Elmau: Wieso steht er in der Kritik?

Der Zusammenschluss der G7 und das Treffen werden von verschiedenen Seiten kritisiert. Ein Vorwurf liegt darin begründet, dass sich der Teilnehmerkreis nur auf westliche Industrieländer beschränkt. Daher repräsentiere der G7-Gipfel weder alle Regionen der Welt noch die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der verschiedenen Nationen. Außerdem wird bemängelt, dass die Entscheidungsfindung der G7 intransparent sei und die Beschlüsse oft nicht umgesetzt werden. Vor allem globalisierungskritische Bewegungen kritisieren die G7 und organisieren anlässlich der Gipfel Protestveranstaltungen.

Während des G8-Gipfels 2001 in Genua kam der italienische Student Carlo Giuliani bei einer Straßenschlacht ums Leben – er wurde von einem Polizisten erschossen. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, die oft auch in Gerichtsverfahren münden.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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