Trump stutzt Macron zurecht

G7-Gipfel ändert wegen Nahost-Krise Protokoll – Israel-Iran-Erklärung im Wortlaut

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Für Donald Trump währt der G7-Gipfel nur zwei Tage. Ein überraschendes Kommuniqué der Gruppe enthält einen häufig verwendeten Satz des US-Präsidenten.

Kananaskis – Gleich zwei dicke Überraschungen lieferte der zweite Tag des G7-Gipfels im kanadischen Kananaskis. Wobei eine davon einem echten Paukenschlag gleichkam. Denn US-Präsident Donald Trump verließ das Treffen der Staats- und Regierungschefs der führenden westlichen Nationen vorzeitig. Damit fällt das vor allem von den Europäern erhoffte Gespräch zwischen dem Republikaner und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus.

Statt über den Ukraine-Krieg diskutierten Trump, Bundeskanzler Friedrich Merz und die anderen G7-Vertreter vor allem über den Nahost-Krieg zwischen Israel und dem Iran. Der ist augenscheinlich auch der Grund für das verfrühte Farewell des mächtigsten Mannes der Welt. Immerhin rangen sich die Anwesenden zu einem gemeinsamen Statement durch, auch wenn dieses mit acht Sätzen sehr kurz gehalten ist.

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

G7-Vertreter geben Statement zu Israel-Iran-Krieg ab: „Engagement für Frieden und Stabilität“

Dennoch war diese Erklärung die zweite Überraschung des Tages. Auf der offiziellen Seite des Gipfels wurde es unter der Überschrift „Erklärung der G7-Staats- und Regierungschefs zu den jüngsten Entwicklungen zwischen Israel und dem Iran“ veröffentlicht.

Der Wortlaut des Statements: „Wir, die G7-Staats- und Regierungschefs, bekräftigen unser Engagement für Frieden und Stabilität im Nahen Osten. In diesem Zusammenhang stellen wir klar, dass Israel das Recht hat, sich zu verteidigen. Wir bekräftigen unsere Unterstützung für die Sicherheit Israels. Wir betonen außerdem die Bedeutung des Schutzes der Bevölkerung.“

Und weiter im Text: „Der Iran ist die Hauptquelle für Instabilität und Terror in der Region. Wir haben stets klar zum Ausdruck gebracht, dass der Iran niemals über Atomwaffen verfügen kann.“

Schließlich ist mit Blick nach vorne zu lesen: „Wir fordern nachdrücklich, dass die Lösung der Iran-Krise zu einer umfassenderen Deeskalation der Feindseligkeiten im Nahen Osten, einschließlich eines Waffenstillstands im Gazastreifen, führt. Wir werden die Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte weiterhin aufmerksam beobachten und sind bereit, uns auch mit gleichgesinnten Partnern abzustimmen, um die Marktstabilität zu wahren.“

Runder Tisch: Die G7-Vertreter haben während ihrer Arbeit nicht alle einen Blick für die Kameras.

Israel im Krieg mit dem Iran: Neun Länder sind im Besitz von Atomsprengköpfen

Israel begann in der Nacht auf Freitag (13. Juni) mit Luftangriffen auf Ziele im Iran. Teheran reagierte seinerseits mit Bombardements. Hintergrund der Eskalation ist das Atomprogramm des Iran. Israels Führung befürchtet, dass eine Atombombe entwickelt werden soll, die eine nie dagewesene Bedrohung für das Land darstellen würde.

Merz, der sich in Kanada auch mit Trump unter vier Augen austauschte, hatte bereits vor seiner Abreise nach Kanada zu diesem Thema klargestellt: „Iran darf keine Nuklearwaffen entwickeln und auch keine besitzen.“ Derzeit soll es neun Länder geben, die über Atomsprengköpfe verfügen, darunter auch Israel.

Die infolge der beiden Atombomben-Abwürfe der USA auf Japan im Zweiten Weltkrieg gegründete Federation of American Scientists (FAS) schätzt den weltweiten Bestand im Juni 2025 auf 12.241. Der Großteil davon entfällt auf Russland und die USA, die zusammen auf 10.636 kommen. Ansteigende Zahlen werden in China, Indien, Nordkorea, Pakistan, Russland und Großbritannien verzeichnet.

Größer als die G7? US-Präsident Donald Trump hatte keine drei Tage Zeit für den Gipfel in Kanada.

Trump erklärt Abschied vom G7-Gipfel: „Es ist viel größer als ein Waffenstillstand“

Die USA sollen ihren Bestand dagegen abbauen. Trump warnte auf Truth Social mit Blick auf den Krieg zwischen Israel und dem Iran in den vergangenen Stunden und Tagen mehrfach in Versalien: „Iran kann keine Nuklearwaffen haben.“ Teilweise reicherte er diesen Satz, der also fast wortgleich im G7-Statement landete, auch mit seinen Slogans „America First“ und „Make America great again“ an.

Auch zu seinem abrupten Abflug vom G7-Gipfel äußerte sich der 79-Jährige auf diesem Weg. Dabei kritisierte er zunächst Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, der in diesem Zusammenhang von einem bevorstehenden Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran gesprochen hatte. „Falsch! Er hat keine Ahnung, warum ich mich auf den Weg nach Washington gemacht habe, aber es hat sicher nichts mit einem Waffenstillstand zu tun“, schrieb Trump.

Und dann erhöhte er die Spannung: „Es ist viel größer als das. Ob absichtlich oder nicht, Emmanuel liegt immer falsch. Bleibt dran!“ Folgt also nach Trumps persönlichem G7-Gipfel-Ende die nächste dicke Überraschung? (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / dts Nachrichtenagentur

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