Die Klima-und Umweltminister der G7-Staaten haben sich darauf geeinigt, keinen Strom mehr aus Kohle zu gewinnen. Bundesumweltminister Robert Habeck zeigte sich zufrieden.
Berlin - Die sieben großen Industrienationen bekennen sich dazu, die Stromgewinnung aus Kohle zu beenden. Zum Abschluss des Treffens der Klima- und Umweltminister in Berlin verpflichteten sich die G7-Staaten am Freitag erstmalig zum Ziel einer überwiegend dekarbonisierten Stromversorgung bis zum Jahr 2035. Nach Angaben des Wirtschaftsministerium sagten die Teilnehmer in der Abschlusserklärung ferner zu, ihre Klimaambitionen zu steigern und die entsprechenden Finanzhilfen für ärmere Länder bis 2025 zu verdoppeln.
Bundeswirtschafts- und -klimaminister Robert Habeck (Grüne) sprach von einem «starken Signal für mehr Klimaschutz». Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) ergänzte: «Es ist kein verzagtes Weiter-so, sondern ein mutiges Jetzt-erst-recht.»
Habeck: «Keine Erderwärmung ist keine Option mehr»
Im Kampf gegen den Klimawandel kann es laut Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) nur noch um eine Begrenzung der Erderwärmung gehen. «Es wird immer eine Erderwärmung geben», sagte Habeck am Freitag in Berlin zum Abschluss des Treffens der Umwelt-, Energie- und Klimaschutzminister der G7-Industriestaaten. Deutschland führt derzeit den Vorsitz der Gruppe, der auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien angehören.
«Dass wir die Fehler der Vergangenheit reparieren, ist vielleicht noch möglich. Dass wir sie ungeschehen machen, ist unmöglich», sagte Habeck. «Keine Erderwärmung ist keine Option mehr.» Die einzige Frage, um die es gehe, sei, ob es durch entschiedenes politisches Handeln gelinge, innerhalb der nächsten vier, fünf, acht oder zehn Jahre die Erderwärmung so weit einzubremsen, dass es danach «überhaupt noch Handlungsoptionen» gebe.
Nach einem Anfang April veröffentlichten Bericht des Weltklimarats lag der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen zwischen 2010 und 2019 so hoch wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Zwar habe sich die Wachstumsrate verlangsamt. Aber ohne unverzügliche Verringerungen der Emissionen sei das im Pariser Klimaabkommen verankerte Ziel, die Erwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, nicht mehr zu schaffen. (dpa)