VonAlexander Eser-Rupertischließen
Die Hoffnung in die Gaspreisbremse ist groß, zu groß sollte sie jedoch nicht sein, geht es nach der Gaspreiskommission: Sie kündigt einen weiter hohen Preis an.
Berlin – Die Gaspreisbremse in Deutschland wird mit Spannung erwartet, dabei ist es vor allem eine Frage, die Verbraucherinnen und Verbraucher umtreibt: Wie hoch wird die Entlastung sein? Ein Dämpfer kommt nun unmittelbar aus der Gaspreiskommission: Veronika Grimm, Vorsitzende der Kommission und Wirtschaftsweise, warnt vor weiterhin hohen Gaspreisen in Deutschland. Zudem umreißt Grimm im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe, welchen Rahmen eines Gaspreisdeckels sie persönlich befürwortet. Derweil hofft die Bevölkerung auf schnelle Klarheit – Energiepreise sind vielerorts längst zur existenziellen Sorge geworden.
Gaspreisbremse Bundesregierung: Kommission dämpft Hoffnung, Preis wird „deutlich höher bleiben“
Mit Blick auf die angekündigte Gaspreisbremse der Bundesregierung warnt die Gaspreiskommission vor überhöhten Hoffnungen. Auch nach Eintreten der Entlastungsmaßnahme werde der Preis hoch bleiben, heißt es aus dem Gremium. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm, die Vorsitzende der Kommission ist, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Der Gaspreis wird aufgrund der höheren Flüssiggas-Beschaffungspreise trotz einer Gaspreisbremse deutlich höher bleiben als vor dem russischen Überfall auf die Ukraine.“ Grimm erklärte, man könne nicht tun, als sei nichts gewesen.
Die Expertin äußerte zudem Bedenken, die Kommission sei zu spät einberufen worden – nun lastet ein enormer Zeitdruck auf ihr. Grimm erklärte „Die Entscheidung zur Einberufung eines solchen Gremiums hätte schon vor ein paar Monaten fallen können, die Entwicklung bei den Gaspreisen war schließlich absehbar.“ In der Bevölkerung macht sich indes Ungeduld ob der dringend benötigten Entlastungen breit. Die Frage drängt: Wann kommt die Gaspreisbremse und wer profitiert wie? Auch das Entlastungspaket 3 hatte den meisten Haushalten so gut wie keine finanziellen Spielräume eröffnet.
Gaspreisbremse Details: Grimm wirbt für Einmalzahlung statt Senkung um Prozentsatz
Nicht viel ist bisher zu Gaspreisbremse Details bekannt. Das Kommissionsmitglied Veronika Grimm machte gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe klar, was für ein Modell sie favorisieren würde: Eine Einmalzahlung, denn laut der Wirtschaftsweisen würde das einen deutlich höheren Anreiz zum Energiesparen liefern. Grimm dazu: „Wichtig wird sein, einen hohen Sparanreiz zu erhalten. Bei einer Einmalzahlung wäre das ganz klar der Fall.“ Eine allgemeine Preissenkung sieht sie skeptisch: „Einen viel geringeren Sparanreiz hätte man, würde man den Gaspreis um einen bestimmten Prozentsatz senken“, so das Kommissionsmitglied.
Gaspreisbremse: Expertenkommission soll „belastbaren Vorschlag“ zum Wochenende vorlegen
Mit Spannung wird von der Gaspreisbremse-Expertenkommission ein Vorschlag erwartet. Die Kommission steht unter Druck, eine Empfehlung zum Rahmen der Gaspreisbremse, die statt der Gasumlage kommt, vorzulegen. Im Rahmen einer Klausur am Wochenende soll die Expertenkommission der Politik einen „belastbaren Vorschlag“ vorlegen – Grimm ließ bereits durchklingen, was für ein Modell sie befürwortet. Wie es der Rest der Kommission, und letzten Endes die Ampelkoalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) sieht, muss sich zeigen.
Zuletzt hatte auch Scholz Ergebnisse angekündigt, doch es gibt Streit. Trotz allem soll die Hängepartie möglichst bald ein Ende haben. Die Ampelkoalition hatte sich erst kürzlich auf den „Abwehrschirm“ zur Entlastung von Verbrauchern und Unternehmen bei steigenden Energiepreisen geeinigt. Im Zentrum des Vorhabens steht die Gaspreisbremse. Insgesamt plant die Ampel bis zu 200 Milliarden Euro in die Hand zu nehmen. Viele Kritiker bemängeln, dieser Schritt komme zu spät – nun ist die Hoffnung, dass er jetzt zumindest schnell kommt. Hier dämpft wiederum Finanzminister Christian Lindner (FDP) die Zuversicht. Er sagte dem Radiosender 105,5 Spreeradio, kommende Woche, „spätestens übernächste Woche haben wir da Klarheit.“
Rubriklistenbild: © Steinach/Imago

