Keine Entwarnung

Gasspeicher in Deutschland: Füllstand macht Hoffnung fürs Speicherziel

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Mit Blick auf den Winter sind die Sorgen vor einem Gasnotstand weiterhin groß. Doch es gibt auch positive Nachrichten, sie betreffen die Füllstände.

Berlin – Positive Nachrichten im Zuge der Gaskrise in Deutschland sind eine ziemliche Seltenheit – doch es gibt sie: Die Gasspeicher in Deutschland scheinen sich schneller zu füllen, als zuvor erwartet. Das ist erfreulich, doch offenbar kein Grund zur Entwarnung, die Lage bleibt auch weiterhin angespannt. Die Appelle zum Energiesparen werden nicht leiser – die Preise nicht niedriger. Zeiten für Verbraucher bleiben hart.

Gaskrise in Deutschland: Gasspeicher füllen sich schneller als erwartet

Die Gaskrise in Deutschland beschäftigt nicht nur die Politik, sondern vor allem auch Verbraucher, auf die ständig steigende Preise einprasseln. Doch nun gibt es eine erfreuliche Nachricht, denn: Die Gasspeicher füllen sich offenbar deutlich schneller, als zuletzt erwartet. Wie t-online berichtet, waren die Speicher trotz reduzierter russischer Lieferungen am vergangenen Freitag stark befüllt worden. Im Vergleich sogar sehr stark: Das Portal spricht von Befüllungen, die so hoch sind, wie seit etwa zwei Monaten nicht mehr. Der Füllstand am Samstagmorgen den 06.08.2022 betrug 71,99 Prozent im Durchschnitt, das liegt etwa 0,66 Prozentpunkte über dem Vortageswert. Bis zum 01. September soll der Füllstand nach einer neuen Verordnung bei mindestens 75 Prozent liegen.

Der Füllstand im Gasspeicher, wie etwa hier in Rehden, stieg zuletzt in unerwartetem Maße (Symbolbild)

Russland hatte die Lieferungen von russischem Gas nach Deutschland zuletzt deutlich reduziert. Auch in Deutschland gibt es deshalb derzeit drastische Appelle zum Energiesparen. Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, hatte der Welt kürzlich erklärt, es müssten mindestens 20 Prozent Gas eingespart werden, um einen Mangel zu verhindern. Aktuell liefert die Pipeline Nord Stream 1 nur 20 Prozent der vereinbarten Menge. Müller hatte zudem bekannt, man benötige zehn bis 15 Gigawattstunden Gas aus anderen Nationen – dieses ist oftmals teurer. Darüber hinaus soll die Durchleitungen von Gas an Nachbarländer seiner Einschätzung nach um etwa 20 Prozent reduziert werden. Menschen in Deutschland suchen derweil nach Auswegen aus der Preisspirale.

Gaskrise in Deutschland: „Wenn wir nicht sparen, haben wir ein Problem“ – Verordnungen im privaten Raum?

Klaus Müller warnt mit eindringlichen Worten vor einem Gasnotstand. Die Gaskrise in Deutschland ist durch die derzeit positiven Nachrichten rund um die Füllstände keineswegs beendet. Müller hatte der Welt gesagt: „Wenn wir nicht kräftig sparen und kein zusätzliches Gas bekommen, haben wir ein Problem“. Der Chef der Bundesnetzagentur betonte, er schließe auch verordnete Beschränkungen im privaten Raum nicht aus. Verbraucher fragen sich nun, wem im Fall eines wirklichen Gasnotstands zuerst das Gas abgedreht wird.

Müller sagte: „Es ist sicherlich nicht von der Verordnung geschützt, wenn jemand meint, in dieser Notsituation seine Wohnung auf übermäßige Temperaturen heizen zu müssen.“ Der Agentur-Chef erklärte, er wolle „deutlich sagen“: „Um Arbeitsplätze zu sichern, halte ich Sparmaßnahmen für private Haushalte, solange sie nicht den geschützten, lebensnotwendigen Bereich berühren, für legitim.“ Diese Diskussion gelte es allerdings im Zuge der Gaskrise in Deutschland noch zu führen, so Müller. Kürzlich hatte auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Priorisierung privater Haushalte bei der Versorgung mit Gas infrage gestellt.

Gaskrise in Deutschland: Verbraucher sorgen sich um hohe Gaspreise

Verbraucherinnen und Verbraucher beschäftigen indes besonders ausbleibende neue Entlastungspakete und hohe Kosten: Millionen Menschen werden die Heizkosten laut Mieterbund nicht mehr zahlen können. Mit der kommenden Gasumlage wird es für Verbraucher noch teurer. Der Gaspreis hat längst extreme Höhen erreicht.

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Durch ein mögliches Wegfallen der Mehrwertsteuer bei der Gasumlage könnte zumindest etwas Geld gespart werden. Dennoch zeichnen sich derzeit keine Maßnahmen der Regierung ab, die die finanzielle Mehrbelastung tatsächlich auffangen könnten. Auch die Energiepauschale über 300 Euro reicht bei weitem nicht zum Ausgleich aus. Die Perspektiven sind weiter unschön: Wenig verbrauchen und dafür viel zahlen.

Rubriklistenbild: © Rolf Haß

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