VonFabian Hartmannschließen
Eine Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Deutschen steht hinter den Plänen Markus Söders. Doch es gibt Gegenwind für die Pläne in Bayern.
München – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will das Gendern in Behörden und Schulen künftig untersagen. Die Mehrheit der Deutschen hält das Vorhaben für angemessen, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die Augsburger Allgemeine Zeitung hervorgeht. Laut dieser halten es insgesamt 74 Prozent der Befragten für richtig, das Gendern in Behörden und Schulen zu verbieten.
20 Prozent der Befragten sprechen sich gegen das geplante Genderverbot des bayerischen Ministerpräsidenten aus. Sechs Prozent gaben an, unentschlossen zu sein. Im Freistaat Bayern ist das Stimmungsbild der Befragten kaum anders: Dort halten insgesamt 75 Prozent der Befragten ein Gender-Verbot in Schulen und Behörden für angemessen, 20 Prozent sprechen sich gegen Söders Pläne aus.
Das geplante Genderverbot in Bayern erntet vielerlei Zustimmung
In einer Regierungserklärung im bayerischen Landtagsplenum hatte Söder am vergangenen Dienstag (05.12.) angekündigt, das Gendern in Bayerns Behörden und Klassenzimmern künftig untersagen zu wollen. Laut Angaben des Bayerischen Rundfunks (BR) sorgte Söders Ankündigung für begeisterten Beifall aus den Reihen der CSU, der Freien Wählern sowie der AfD.
Nähere Angaben dazu, wie das Genderverbot umgesetzt werden soll, machte Söder in seiner Rede zunächst nicht. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) betonte gegenüber dem BR wenig später, gerade an Schulen und in der Verwaltung sei es wichtig, eine verständliche Sprache zu pflegen – und das Erlernen nicht das der deutschen Sprache nicht „unnötig zu erschweren“.
Mit Söders Vorhaben zum Genderverbot halte sich die bayerische Regierung „konsequent an die klare Empfehlung des Rates für deutsche Rechtschreibung“, hieß es weiter. In anderen Bundesländern besteht ein Genderverbot in Schulen und Behörden bereits – dazu gehören etwa der Freistaat Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.
Besonders Ältere befürworten Söders Vorhaben zum Genderverbot
Unterstützung erfährt das von Söder geplante Genderverbot vor allem seitens der älteren Bevölkerungsschicht. Während 64 Prozent der 18- bis 29-jährigen Befragten die geschlechtergerechte Sprache ablehnen, sind es bei den über 65-Jährigen insgesamt 80 Prozent.
Betrachtet man die politischen Lager, so wird Söders Vorhaben vor allem von Anhängern der FDP, CSU und AfD befürwortet. Deutlich dagegen sprechen sich allerdings die Mehrheitlich die Wähler der Linken und der Grünen aus. Unterschiede der Befragten hinsichtlich ihres Geschlechts gibt es laut der Umfrage allerdings nur kaum.
Bildungsverbände lehnen Söders geplantes Genderverbot ab
Auf deutliche Ablehnung stößt Söders Vorhaben zum Genderverbot dagegen bei Bildungsverbänden. „Ein hartes Verbot neuer Schreibweisen halte ich (...) nicht für notwendig und zielführend“, sagte etwa der Vorsitzende des Philologenverbandes (bpv), Michael Schwägerl, am Mittwoch (06.12.) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München. Hierdurch bestünde eher die Gefahr einer weiteren Spaltung und Polarisierung innerhalb der Schulgemeinschaft.
Und auch der Vorsitzende des Realschullehrerverbandes (brlv), Ulrich Babl, befürwortet Söders Vorstoß nicht: „An den bayerischen Realschulen ist Gendern kein nennenswertes Thema, eine Genderpflicht lehnen wir jedoch klar ab“, betonte er gegenüber der dpa.
Bayerns Ministerpräsidenten seit 1945




Positiver reagierte man seitens des Bayerischen Beamtenbunds (BBB) auf Söders Pläne. So erklärte der BBB-Vorsitzende Rainer Nachtigall gegenüber der Augsburger Allgemeinen: „Nach unseren Erfahrungen ist der bayerische öffentliche Dienst ohnehin diskriminierungsfrei – ob mit oder ohne Gendern! Ich bin mir allerdings sicher, dass zahlreiche Vorschriften, die häufig ohnehin kompliziert genug sind, durch den Verzicht auf gegenderte Sprache an Verständlichkeit gewinnen werden.“
Rubriklistenbild: © IMAGO/Revierfoto

