Die Vereinten Nationen verlangen von der Welt einen größeren Einsatz für Menschen, die aufgrund von Konflikten oder Katastrophen innerhalb ihres eigenen Landes fliehen müssen.
Genf - Diese Menschen würden anders als Flüchtlinge, die Grenzen überqueren, zu wenig wahrgenommen, sagte Luca Renda vom UN-Entwicklungsprogramm UNDP am Dienstag in Genf. Er leitet die Abteilung Menschen und Mobilität. Ein neuer UNDP-Bericht zeigt auf, wie die Situation von Binnenvertriebenen verbessert werden kann.
Eine Befragung von mehr als 2500 Vertriebenen in acht verschiedenen Ländern habe gezeigt, dass ein Drittel der Betroffenen arbeitslos war, zwei Drittel nicht genügend Geld für die Versorgung der Familie hatten und ein Drittel kränker war als vor der Flucht.
Es gebe zwar humanitäre Hilfe für Vertriebene, sagte Renda. Aber die Menschen brauchten mehr Unterstützung, um an ihren neuen Wohnorten Fuß fassen zu können, Arbeit und Zugang zu Behörden zu finden. Gefördert werden müsse auch ein gutes Auskommen zwischen Vertriebenen und der angestammten Wohnbevölkerung.
Weltweit waren Ende vergangenen Jahres nach Schätzungen gut 59 Millionen Menschen in ihrem Heimatland vertrieben. Dazu kamen seitdem mindestens 6,5 Millionen Menschen, die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine aus ihren Häusern fliehen mussten. Das UNDP mit Hauptsitz in New York City schätzt, dass wegen des Klimawandels bis 2050 weitere 216 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden könnten. (dpa)