Deutsche Politiker fordern parteiübergreifend eine Gedenkveranstaltung für den sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow in Deutschland.
Berlin in Deutschland - "Es sollte einen deutschen Trauerakt für Michail Gorbatschow geben", sagte CSU-Chef Markus Söder dem "Münchner Merkur" (Freitagausgabe). "Deutschland hat ihm viel zu verdanken, er ist einer der Väter der Wiedervereinigung und hat Millionen Menschen ihre Freiheit geschenkt. Das muss Deutschland würdigen."
Auch der Linkenpolitiker Gregor Gysi fordert eine deutsche Gedenkveranstaltung. "Es sollte ein besonderes Gedenken geben, weil Michail Gorbatschow einen wichtigen Beitrag zu Frieden, Abrüstung und der deutschen Einheit geleistet hat", sagte Gysi dem "Spiegel". Auf jeden Fall könne es eine Gedenkveranstaltung geben, "auf der man den Unterschied zwischen (dem heutigen russischen Präsidenten Wladimir) Putin und Gorbatschow deutlich macht". Dies solle dazu beitragen, dass "die scharfe Kritik an Putin nicht zu einer Ablehnung von Gesamtrussland führt".
Gorbatschow war am Dienstag in Moskau gestorben. Er hatte die Sowjetunion als deren letzter Präsident in den Jahren 1985 bis 1991 geführt. Dabei setzte er sich für eine Entspannung mit dem Westen ein und machte dadurch unter anderem die Wiedervereinigung Deutschlands möglich.
Am Samstag findet eine offizielle Trauerfeier für Gorbatschow in Moskau statt. Gysi ließ offen, ob er zu einer Ehrenfeier für Gorbatschow nach Russland reisen würde: "Ich glaube nicht, dass ich zu einer solchen Feier eingeladen werde", sagte er dem "Spiegel". "Und wenn doch, mache ich mir erst dann Gedanken." mt/pw
Berlin ordnet zu Beerdigung von Gorbatschow Trauerbeflaggung an
Die Stadt Berlin hat anlässlich der Beerdigung des ehemaligen sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow Trauerbeflaggung angeordnet. Die Anordnung gilt für den Samstag, an dem Gorbatschow zu Grabe getragen werden soll, teilte der Senat am Donnerstag mit.
"Wir möchten die Verdienste unseres Ehrenbürgers Michail Gorbatschow für die politische Wende in der DDR angemessen würdigen", erklärte Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Mit der Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags habe er den Weg zur Deutschen Wiedervereinigung mitbereitet.
Gorbatschow war am Dienstag im Alter von 91 Jahren gestorben. Er hatte die Sowjetunion als deren letzter Präsident in den Jahren 1985 bis 1991 geführt. ald/pw