Trump-Rivalin im Aufwind: Wettbörse setzt bei US-Wahl 2028 auf Marjorie Taylor Greene
Letzte Woche war ihre Chance, US-Präsidentschaftskandidatin zu werden, gering. Doch nun hat Marjorie Taylor Greene ihre Gegner überholt – dank der Epstein-Affäre.
Washington D. C. – Die Chancen, dass die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene aus Georgia 2028 Präsidentschaftskandidatin ihrer Partei wird, sind zuletzt deutlich gestiegen. Daten des Wettmarktes Polymarket zeigen, dass sich ihre Wahrscheinlichkeit innerhalb der vergangenen Woche nahezu verdoppelt hat.
Laut der Plattform hatte sie am 10. November noch eine Chance von 2,3 Prozent, als Kandidatin ausgewählt zu werden. In dieser Woche hat sie potenzielle Kandidaten wie den Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, und Donald Trump Jr. überholt, mit einer Chance von 4 Prozent. Dass diese Kongressabgeordnete diese Kandidaten und mehrere andere auf dem Markt überholt hat, ist bemerkenswert—zumal sie bereits zuvor Gerüchte dementiert hatte, dass sie 2028 für das Präsidentenamt kandidieren werde.
Marjorie Taylor Greene gewinnt auf Prognoseplattform Polymarket deutlich an Bedeutung
Greene hat ihre politischen Positionen zuletzt mehrfach verändert und sich dabei wiederholt mit der Regierung Trump über Themen wie Außenpolitik, das One Big Beautiful Bill, die Epstein-Akten und den jüngsten Regierungsstillstand angelegt. Diese wechselnden Positionen könnten zwar die Marktprognosen beeinflussen, doch bleibt unklar, was genau den jüngsten Anstieg der Wetten auf sie als Kandidatin ausgelöst hat.
Polymarket ist eine in New York ansässige, auf Kryptowährungen basierende Prognoseplattform, auf der jeder unter anderem darauf wetten kann, wer der republikanische Kandidat für die Präsidentschaftswahlen 2028 sein wird. Die Plattform basiert also nicht auf Beliebtheit oder der Präferenz für ein bestimmtes Ergebnis, sondern ausschließlich auf der eingeschätzten Wahrscheinlichkeit dieses Ergebnisses.
JD Vance bleibt Favorit für 2028 – Greene verbessert sich deutlich und überholt Trump
Vizepräsident JD Vance führt seit Monaten die Liste als der wahrscheinlichste Präsidentschaftskandidat der Republikaner für 2028 an, wobei Wettende ihm eine Chance von 56 Prozent geben, sich in jenem Jahr zur Wahl zu stellen. Auch in landesweiten Umfragen bleibt er mit deutlichem Vorsprung Spitzenreiter.
Am Montagmorgen lag Außenminister Marco Rubio mit 8 Prozent auf dem zweiten Platz, und Greene lag mit Präsident Donald Trump gemeinsam auf Platz drei mit 4 Prozent, vor Tucker Carlson mit 3 Prozent und DeSantis sowie Trump Jr. mit jeweils 2 Prozent. Am Sonntag gaben Wettende auf Polymarket Greene plötzlich eine höhere Chance auf die republikanische Kandidatur für 2028: Ihr Prozentsatz stieg von 2,7 Prozent am 15. November, womit sie noch hinter Trump lag, auf 3,9 Prozent am 16. November, wodurch sie Trump mit 0,6 Prozentpunkten überholte.
Wachsende Polymarket-Wetten auf Greene – Politikwissenschaftler mahnen zur Vorsicht
Bis vor Kurzem lag Greenes Chance in den vergangenen Monaten durchgehend bei rund 2,7 Prozent auf der Plattform. Obwohl Greenes Chancen in der vergangenen Woche auf der Plattform fast verdoppelt wurden, ist es wichtig zu beachten, dass derartige Prognosemärkte „von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden können, besonders so weit im Voraus der eigentlichen Nominierung“, sagt Hans Noel, Professor für Politikwissenschaft an der Georgetown University, gegenüber Newsweek.
„Im Moment geht es vor allem um Bekanntheit und Gerüchte, viel mehr als darum, was tatsächlich in zweieinhalb Jahren passieren wird“, so Noel weiter. Er fügt hinzu, dass eine Verschiebung von 2 auf 4 Prozent „ziemlich klein“ sei. Noel merkt an, dass Investoren auf solchen Märkten „nicht unbedingt auf das endgültige Ergebnis wetten, sondern auf das Schwanken des Wertes jeder Aktie.“
„Jetzt einzusteigen, kann rein aus der Erwartung geschehen, dass der Preis in den kommenden Jahren steigt, damit Käufer verkaufen können, sobald der Anteil bei 10 oder 15 Prozent liegt“, sagt er und weist darauf hin, dass die aktuellen Marktbewegungen vor allem etwas über „das Vorhersagen des Marktes in der Zukunft, nicht über das Endergebnis“ aussagen.
Häufige Medienpräsenz und mögliche Kandidatur treiben Greenes Marktchancen
Zu den steigenden Chancen von Greene auf der Plattform sagt Noel: „Bis heute dachten weniger Menschen, dass Greene überhaupt an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen würde. Jetzt glauben mehr Menschen, dass sie sich möglicherweise bewirbt, was ihr wahrscheinlich einen Schub verleiht.“ Er merkt auch an, dass sie in letzter Zeit häufig in den Nachrichten war, „vor allem im Zusammenhang damit, wer oder was den Einfluss von Donald Trump auf die Republikanische Partei herausfordern könnte.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)