Marjorie Taylor Greene droht im Trump-Kabinett-Streit - „Dann legen wir alles offen!“
VonStephanie Munk
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Protest formiert sich unter den Republikanern gegen Matt Gaetz als Justizminister von Trump. Marjorie Taylor Greene droht allen, die Widerstand leisten wollen.
Washington – Donald Trump wird bald als neuer US-Präsident ins Weiße Haus einziehen und will dann den umstrittenen Republikaner Matt Gaetz zum Justizminister der USA ernennen. Seitdem das bekannt ist, gibt es Protest gegen die Personalie in Trumps Kabinett.
Nicht nur hat der 42-jährige Matt Gaetz keine nennenswerte juristische Erfahrung, er versinkt auch in schweren persönlichen Skandalen. Sexuelle Beziehungen zu Minderjährigen, Konsum illegaler Drogen, Unterschlagung von Geldern – all das wird Trumps Kandidat für das Justizministerium vorgeworfen.
Auch innerhalb seiner eigenen Partei, den Republikanern, löst die Nominierung von Gaetz Schockwellen aus. Einige Republikaner fordern, dass die Ethikkommission des US-Kongresses die Karten auf den Tisch legt und Ergebnisse eines Berichts über Gaetz‘ Fehltritte öffentlich macht.
„Dann legen wir alles offen!“: Skandal-Republikanerin droht im Streit um Trumps Kabinett
Dagegen wehrt sich nun eine Skandal-Abgeordnete und glühende Anhängerin von Donald Trump vehement: Marjorie Taylor Greene. Die berüchtigte Kongressabgeordnete aus Georgia sprach jetzt über das soziale Netzwerk X eine Drohung an Politiker der Republikaner aus, sollten Erkenntnisse zu den Skandalen von Matt Gaetz publiziert werden.
Die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene will Donald Trump zu seinem radikalen Kabinett verhelfen, inklusive der Ernennung von Matt Gaetz zum Justizminister.
„An meine republikanischen Kollegen im Repräsentantenhaus und im Senat“, begann Greene ihren Text auf X und fuhr fort: Sollte der Ethikbericht zu Matt Gaetz veröffentlicht werden, „dann legen wir ALLES offen, damit es das amerikanische Volk sehen kann“. Die mächtige MAGA-Vertreterin verlangt eine vollständige Offenlegung aller Ethikberichte und Klagen, die dem US-Kongress angeblich vorlägen.
Kampagne für Kabinett von Donald Trump: Greene will Klagen gegen Republikaner offen legen
Dies seien „Klagen wegen sexueller Belästigung und Körperverletzung, die heimlich beigelegt wurden, indem Opfer mit Steuergeldern bezahlt wurden, Jeffrey-Epstein-Akten, Tonbänder, Aufzeichnungen, Zeugenbefragungen“, behauptet Greene. Sie macht außerdem Andeutungen, dass sie selbst eine solche Klage eingereicht habe, ohne auf Details einzugehen.
Sollten die Republikaner gegen Maetz‘ Nominierung als Justizminister vorgehen, will Greene so viele angeblichen Behauptungen wie möglich öffentlich machen, droht sie auf X: „Wenn wir tanzen, dann lasst uns alle im Sonnenlicht tanzen. Ich werde dafür sorgen, dass wir das tun.“
Glühende Trump-Anhängerin Marjorie Taylor Greene ist unter Republikanern berüchtigt
Marjorie Greene ist berühmt-berüchtigt für die Verbreitung von Verschwörungstheorien. Laut einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung hängt sie der QAnon-Theorie an, laut der die Welt von einer pädophil-satanistischen Elite beherrscht wird. Sie beschuldigt Demokraten wie Barack Obama, Hillary Clinton und dem amtierenden US-Präsidenten Joe Biden zu dieser Clique zu gehören.
Donald Trump hält sie für eine Art Messias, der die dunklen Mächte zerschlagen werde. Auch durch rassistische, antisemitische und gewaltverherrlichende Kommentare erregte Marjorie Taylor Greene schon Aufmerksamkeit.
Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht
Trump will Matt Gaetz trotz aller Skandale als Justizminister in seinem Kabinett
Trumps Kandidat für das Justizministerium, Matt Gaetz, werden wiederum Skandale angelastet, die so schwerwiegend sind, dass der Ethikausschuss des US-Kongresses schon 2021 eine Untersuchung einleitete. Vergangenen Freitag sollte der Bericht veröffentlicht werden.
Jedoch: Als bekannt wurde, dass Gaetz in Trumps Kabinett als Justizminister nominiert ist, trat dieser sofort von seinem Mandat als Kongressabgeordneter zurück. Damit ist die Ethikkommission formal nicht mehr zuständig und es ist umstritten, ob die Ergebnisse des Ausschusses zu den Fehltritten von Gaetz veröffentlicht werden dürfen.
Eine Veröffentlichung könnte Gaetz‘ Ambitionen als Trumps Justizminister zunichtemachen – und dies will Marjorie Taylor Greene wohl mit aller Macht verhindern. (smu)