Appell an britische Regierung

Greenpeace projiziert Film über Energie-Armut auf Rishi Sunaks Villa

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Aktivisten der Organisation Greenpeace haben einen Film zu Energie-Armut auf Rishi Sunaks Villa projiziert. Die Forderungen nach Hilfe sind unüberhörbar.

Berlin – Immer wieder wurde dem Multimillionär Rishi Sunak in der Vergangenheit vorgeworfen, aufgrund seiner persönlichen Lebensumstände den Zugang zur Realität der Bevölkerung verloren zu haben. Das Auftauchen alter Aufnahmen, auf denen Sunak in jungen Jahren erklärte, keine Freunde aus der Arbeiterklasse zu haben, machte das nicht besser – auch wenn sich der heutige Premier von Großbritannien später entschuldigte. Wie weit weg ist er wirklich?

Nun hat die Organisation Greenpeace mit einer Aktion für Aufsehen gesorgt: Die Aktivisten projizierten einen Film zu Energie-Armut in England auf das Haus des britischen Regierungschefs – ein Appell, in Zeiten der Krise: Die Bevölkerung braucht mehr Hilfe. Deutlich mehr.

Der britische Premier Rishi Sunak (Archivbild).

Greenpeace projiziert Film über Energie-Armut auf Anwesen von Rishi Sunak und Ehefrau Akshata Murthy

Das Anwesen von Rishi Sunak und Ehefrau Akshata Murthy in Yorkshire – eines von mehreren des Premiers – erstrahlte zuletzt in anderem „Licht“: Klimaaktivisten der Organisation Greenpeace hatten auf die Villa des britischen Premierministers einen Film zu Energiearmut projiziert. Dabei handelte es sich um einen Dokumentarfilm, der vom Netzwerk für Umweltkampagnen in Zusammenarbeit mit der New Economics Foundation gedreht wurde. Er erzählt die Geschichte der Menschen aus Rother Valley in Süd-Yorkshire: Es ist die Geschichte von Menschen die versuchen, sich durch die Krise der steigenden Lebenshaltungskosten zu retten.

Aktivisten für Besteuerung von Energiegewinnen und Energie-Kampagne von Rishi Sunak und den Tories

In dem auf das Haus projizierten Film wurde laut Guardian auch die stärkere Besteuerung der Gewinne von Energieunternehmen gefordert. Die Filmemacherinnen und Filmemacher verweisen darauf, dass Energieunternehmen innerhalb der nächsten Jahre voraussichtlich 170 Milliarden Pfund überschüssige Gewinne machen werden. Die Isolierung aller Häuser im Vereinigten Königreich würde hingegen 55 Milliarden Pfund kosten – eine Umrüstung, die bei der Bewältigung der Energiekrise einen erheblichen Beitrag leisten könnte. In Großbritannien droht Millionen Menschen das Abrutschen in die Armut.

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Heather Kennedy von der New Economics Foundation, die Teil der Produktion des Films war, sagte laut Guardian: „Es gibt Investitionen (...), die uns vor steigenden Energiekosten in diesem und in den kommenden Wintern schützen würden. Unser Premierminister Rishi Sunak sollte ein nationales Programm zur Modernisierung von Häusern starten, um Großbritanniens kalte, zugige Häuser in diesem Winter zu isolieren.“ Die Tories stehen seit langem in der Kritik, die Bevölkerung im Zuge der Energiekrise im Stich zu lassen – das gilt auch für den Multimillionär Sunak, der wirtschaftspolitisch rechts von Boris Johnson steht.

Rishi Sunak und die Tories: Fast 65 Prozent der Briten müssen wegen Energierechnungen Abstriche machen

Im Film heißt es deutlich: „Wenn die Regierung nicht eingreift, werden wir jeden Winter leiden, während die Unternehmen noch reicher werden.“ Greenpeace verweist auf eine durch Survation durchgeführte Studie, die ergeben hatte, dass 64,6 Prozent der Briten wegen ihrer Energierechnungen anderweitig Einsparungen vornehmen müssen.

Insgesamt 59,3 Prozent der Befragten erklärten zudem, ihr Lebensstandard habe sich seit der letzten Parlamentswahl verschlechtert – eine schallende Ohrfeige für die Tories um Rishi Sunak, Liz Truss und Boris Johnson. Zuletzt hatte eine andere Studie ergeben, dass jeder vierte Brite angibt, preisbedingt auch im Winter die Heizung auszulassen. Klar ist: Die Not ist groß, die Hilfe nicht. Die Umfragewerte der Konservativen sind katastrophal – ebenso wie die finanzielle Situation vieler Menschen im Land.

Rubriklistenbild: © Daniel Leal/AFP

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