VonSebastian Richterschließen
Fridays For Future ist zuletzt mit Anti-Israel-Posts in den sozialen Medien aufgefallen. Greta Thunberg solidarisiert sich erneut mit Palästina.
Update vom 27. Oktober: Die Aktivistin Greta Thunberg hat den wöchentlich stattfindenden Klimastreik von Fridays For Future (FFF) erneut genutzt, um sich für die Palästinenser im Gazastreifen einzusetzen. Statt „Klimagerechtigkeit“ stand auf dem Schild der 20-Jährigen während einer Demonstration in Stockholm am Freitag „Gerechtigkeit für Palästina“. Später teilte sie ein Foto mit Mitdemonstranten in den sozialen Netzwerken. Darauf ist zu sehen, wie auch ihre Mitstreiter Schilder mit Aufschriften wie „Stoppt den Genozid“ oder „Befreit Palästina“ in die Höhe halten.
Damit bekundete Greta Thunberg am Freitag erneut während einer Demonstration ihre Solidarität mit den Palästinensern. Nachdem ihr zahlreiche Kritiker nach ihrem ersten Beitrag vom vergangenen Freitag (20. Oktober) vorwarfen, das Leid der Israelis zu ignorieren, fügte sie dem Post später eine Ergänzung hinzu: „Es versteht sich von selbst - so dachte ich zumindest - dass ich gegen die schrecklichen Angriffe der Hamas bin. Wie ich schon sagte, ‚die Welt muss ihre Stimme erheben und einen sofortigen Waffenstillstand, Gerechtigkeit und Freiheit für die Palästinenser und alle betroffenen Zivilisten fordern‘.“
Am Freitag (27. Oktober) teilte Greta Thunberg erneut ein Foto der Kundgebung vor dem schwedischen Parlament in Stockholm:
Week 271. #FridaysForFuture #ClimateStrike #StandWithPalestine #StandWithGaza pic.twitter.com/sH3MLbloE0
— Greta Thunberg (@GretaThunberg) October 27, 2023
Der schwedische Ableger der internationalen Klimaschutzbewegung, die von Greta Thunberg ins Leben gerufen wurde, hatte am Donnerstag eine offizielle Erklärung veröffentlicht, in der „die anhaltende ethnische Säuberung von Palästinensern durch Israel“ verurteilt wird. Man solidarisiere sich mit den Palästinensern und allen betroffenen Zivilisten auf allen Seiten und distanziere sich von jeglicher Form von Antisemitismus und von Islamophobie, erklärte Fridays for Future Schweden. Die deutsche FFF-Gruppe hatte sich am Donnerstag unterdessen von Äußerungen auf dem internationalen Instagram-Account der Bewegung distanziert, auf dem Anschuldigungen gegen den israelischen Staat und „westliche Medien“ erhoben wurden.
Solidarität mit Palästina: Grüne wenden sich gegen Greta Thunberg – „Komplett lost“
Erstmeldung vom 20. Oktober: München – Die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat auf Instagram einen umstrittenen Beitrag geteilt, für den sie nun viel Kritik einstecken muss. In dem Post widmet die Gründerin von Fridays for Future (FFF) Woche 270 ihres Streiks der „Solidarität mit Palestina und Gaza“.
Die Welt müsse „ihre Stimme erheben und einen sofortigen Waffenstillstand, Gerechtigkeit und Freiheit für die Palästinenser und alle betroffenen Zivilisten fordern“, heißt es in dem Beitrag auf auf X (ehemals Twitter). Darunter nennt sie noch einige einschlägige Accounts, bei denen man „mehr Informationen zur Situation und wie man helfen könne“ finden kann.
Klimaaktivistin Greta Thunberg teilt Pro-Palästina-Aufrufe
Auf dem Bild ist sie gemeinsam mit drei weiteren jungen Menschen zu sehen, die Schilder mit Palästina-Flaggen hochhalten. Darauf sind die Slogans „Stand with Gaza“, „Climate Justice Now!“, „Free Palastine“ und „This Jew stands with palestine“. Außerdem liegt auf einem Bein einer der Aktivistinnen ein Plüsch-Krake. Der Krake ist ein gängiges Symbol in der linken Szene, die mit Kapitalismuskritik aber auch Antisemitismus in Verbindung gebracht wird.
Die Reaktionen unter ihrem Post sind zwiegespalten. Auf der einen Seite wird Thunberg für den Post gelobt , andere üben scharfe Kritik und äußern ihre Enttäuschung. Wenige Tage zuvor hatte Thunberg einen Aufruf zu einem globalen Generalstreik zur Solidarität mit Palästina geteilt. Darin ist von einem „Genozid in Gaza“ und der „rassistischen Politik“ des Westens die Rede.
Grüne bestürzt über Thunberg-Post: „Solidarität mit Hamas“
In der deutschen Politik reagierte man mit Bestürzung. „Solche Solidaritätsaufrufe sind in Wirklichkeit Solidarität mit dem schrecklichen Terror der Hamas“, sagte Bundestagsabgeordneter Marcel Emmerich (Grüne) gegenüber der Welt. Allerdings geht Emmerich davon aus, dass „Fridays For Future Deutschland hier, wie schon in der Vergangenheit, klar Stellung beziehen und Haltung zeigen“ werde.
Damit bezieht sich Emmerich wohl unter anderem auf die Kontroverse um Elisa Bas. Die ehemals als Sprecherin von Fridays For Future eingetragene Aktivistin hatte mit Aussagen zu einer angeblichen „Progromstimmung“ in Deutschland im Kontext des Krieges in Israel für Kritik gesorgt. Inzwischen hat sich der deutsche Ableger von FFF von den Aussagen distanziert.
Grüne gegen Thunberg: „Sowas schadet massiv dem Anliegen für mehr Klimagerechtigkeit“
Des Weiteren sieht Emmerich Teile der Klimabewegung auf „gefährlichen antisemitischen und antiisraelischen Irrwegen“, sagte er gegenüber Welt. „Sowas schadet massiv dem Anliegen für mehr Klimagerechtigkeit“, so Emmerich.
So sieht es auch der Finanzminister von Baden-Württemberg, Danyal Bayaz (ebenfalls Grüne). „Teile der Klimabewegung sind gerade dabei, ihre wichtigen Verdienste zum Klimaschutz vollständig in die Tonne zu treten“, schreibt er bei X. „Greta Thunberg steht diesmal auf der falschen Seite der Geschichte. Komplett lost!“ (spr)
Rubriklistenbild: © Twitter @GretaThunberg

