Eskalation in der Arktis

Grönland-Schock: Trump will vom Militär Eroberungspläne – Widerstand im Pentagon

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Donald Trump verschärft den Ton im Streit um Grönland weiter. Berichte über militärische Planspiele alarmieren Europa und die NATO-Partner.

Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump treibt seine Ambitionen auf Grönland mit wachsender Vehemenz voran. Der Konflikt um die arktische Insel hat sich binnen weniger Tage zu einem zentralen Streitpunkt zwischen Washington und seinen europäischen Verbündeten entwickelt. Dabei geht es längst nicht mehr nur um strategische Interessen, sondern um Grundfragen von Souveränität, Bündnistreue und internationaler Ordnung.

US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton im Streit um Grönland. Während Trump eine Übernahme der Insel nicht ausschließt, betonen die Inselbewohner ihre Souveränität.

In der US-Administration wird Grönland zunehmend als geopolitischer Schlüsselraum betrachtet. Rohstoffe, neue Schifffahrtsrouten und die militärische Bedeutung der Arktis spielen dabei eine zentrale Rolle. Kritiker sehen darin jedoch eine imperiale Denkweise, die das bestehende Regelwerk internationaler Politik bewusst infrage stellt.

Grönland im Fokus: Trump will vom Militär Eroberungspläne

Nach übereinstimmenden Recherchen mehrerer internationaler Medien hat Trump das US-Militär angewiesen, Optionen für ein gewaltsames Vorgehen gegen Grönland zu prüfen, schreibt die Daily Mail. Demnach soll das Joint Special Operations Command (JSOC), ein geheimes Führungs- und Einsatzkommando der US-Streitkräfte, gebeten worden sein, entsprechende Einsatzpläne auszuarbeiten. Als Rückenwind gilt im Umfeld des Präsidenten der jüngste US-Spezialeinsatz in Venezuela, der als Beweis militärischer Durchsetzungsfähigkeit gewertet wird.

Öffentlich hält sich das Weiße Haus bedeckt, doch die Berichte haben international für erhebliche Unruhe gesorgt. Diplomaten sprechen von einem gefährlichen Signal, das weit über die Arktis hinauswirke. Die bloße Existenz solcher Planspiele untergrabe Vertrauen unter Verbündeten und erhöhe die Eskalationsgefahr.

USA greifen Venezuela an: Bilder zeigen Zerstörung und Maduro in Gefangenschaft

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen. © STR / AFP
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.  © IMAGO/Stringer
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren.
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren.
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.  © IMAGO/Boris Vergara
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela.
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela. © Pedro Mattey/imago
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026.
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026. © Federico Parra/afp
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.  © Andy Wong/dpa
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen.
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen. © @realDonaldTrump/Truth Social
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base.
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base. © Noah K. Murray/dpa
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab.
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab. © Stefan Jeremiah/dpa
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten.
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten. © Yuki Iwamura/dpa
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia.
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia. © Yuki Iwamura/dpa
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro.
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro. © Stefan Jeremiah/dpa
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela.
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela. © Alex Brandon/dpa
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela.
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela. © Donald Trump's Truth Social Account/imago
Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Nach dem US-Militäreinsatz: Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.  © Javier Campos/dpa
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde. © Javier Campos/dpa
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.  © Ariana Cubillos/dpa
Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird.
Protest in Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird. © Ariana Cubillos/dpa
Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge.
Protest auch auf den Philippinen: Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge. © Aaron Favila/dpa

Trumps Grönland-Gedanken: Widerstand im Pentagon

Innerhalb des Pentagon regt sich offenbar massiver Widerstand gegen Trumps Kurs. Hochrangige Militärs halten ein militärisches Vorgehen gegen Grönland für völkerrechtswidrig und politisch kaum durchsetzbar, schreibt die BBC. Weder der Kongress noch die US-Bevölkerung würden einen Angriff auf einen NATO-Partner unterstützen, heißt es in internen Einschätzungen.

Berichten zufolge versuchen Generäle deshalb, den Präsidenten auf weniger eskalierende Alternativen zu lenken. Dazu zählen verstärkte Überwachung russischer Aktivitäten oder andere militärische Optionen außerhalb Europa, so die Daily Mail. Ziel sei es, einen offenen Bruch mit den europäischen Verbündeten zu verhindern.

Trumps Begründung unter internationaler Kritik

Trump selbst rechtfertigte seine Drohungen zuletzt offen mit angeblichen Sicherheitsrisiken. Er erklärte, die USA müssten Grönland kontrollieren, da sonst Russland oder China die Insel übernehmen könnten, „ob es ihnen passt oder nicht“, schrieb die New York Times. Dabei stellte der Präsident die These auf, Grönland sei von gegnerischen Mächten umgeben – eine Darstellung, die von US-Experten und europäischen Regierungen als unbelegt zurückgewiesen wird.

Beobachter ordnen diese Rhetorik als Teil einer zunehmend imperial geprägten Außenpolitik ein. Trump argumentiere offen mit Besitzlogik und militärischer Überlegenheit, während bestehende Verträge, Bündnisse und das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung in den Hintergrund gedrängt würden.

Grönland im Überblick

FaktDetails
StatusAutonomes Gebiet des Königreichs Dänemark (Selvstyre seit 2009); volle Unabhängigkeit via Referendum möglich
Fläche2,16 Mio. km² (weltweit größte Insel); zu 80% mit Eis bedeckt
BevölkerungCa. 57.000 Einwohner; Hauptstadt Nuuk (19.000)
RessourcenSeltene Erden, Uran, Erdgas; Schmelzendes Eis öffnet Schifffahrtsrouten
MilitärischUS-Basis Pituffik (ehem. Thule); Verteidigungsabkommen mit USA seit 1951
Selbstbestimmung1979 Hjemmestyre, 2009 Selvstyre; Dänemark behält Außen-/Sicherheitspolitik

(Quellen: SWP Berlin, bpb)

Pentagon-Strategie im Widerspruch zur Grönland-Agenda

Zusätzliche Zweifel an Trumps Argumentation kommen über den konkreten Grönland-Konflikt hinaus aus sicherheitspolitischen Analysen. The Atlantic verweist darauf, dass ausgerechnet jene Pentagon-Strukturen, die zur Koordinierung der US-Arktisstrategie geschaffen wurden, unter der Trump-Administration geschwächt oder aufgelöst worden seien. Das eigens eingerichtete Arctic and Global Resilience Policy Office – als zentrale Pentagon-Stelle zur Abstimmung der US-Arktispolitik mit Verbündeten – sei 2025 faktisch abgewickelt worden, trotz wachsender Konkurrenz mit Russland und China in der Region.

Gerade dieser Schritt offenbare laut The Atlantic einen zentralen Widerspruch. Während Trump Grönland als unverzichtbar für die nationale Sicherheit darstelle, habe seine Regierung jene multilateralen und strategischen Instrumente abgebaut, die eine koordinierte Arktispolitik mit Verbündeten ermöglichen würden. Kritiker werten dies als Hinweis darauf, dass es weniger um Sicherheit als um Machtdemonstration und innenpolitische Symbolik gehe.

Grönland und Trumps Ambitionen: NATO am Rand einer Zerreißprobe

Ein Angriff auf Grönland hätte derweil auch gravierende Folgen für die NATO. Dänemark ist ebenso wie die USA Gründungsmitglied des Bündnisses. Ein militärischer Konflikt zwischen zwei NATO-Staaten würde das Bündnis in eine historische Ausnahmesituation stürzen.

Europäische Diplomaten warnen intern sogar vor einem strategischen Kalkül. Da Trump die NATO politisch schwächen wolle, könne ein Konflikt um Grönland bewusst in Kauf genommen werden, um das Bündnis faktisch handlungsunfähig zu machen. In internen Papieren, schreibt die Daily Mail, wird dies als mögliches „Worst-Case-Szenario“ beschrieben.

Trumps Gedankenspiele zur Grönland-Invasion: Geschlossene Reaktion aus Europa

Entsprechend deutlich fallen die Reaktionen in Europa aus. Mehrere Staats- und Regierungschefs stellten sich demonstrativ hinter Dänemark und betonten die Unverletzlichkeit von Grenzen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnte gemäß AP News vor der Rückkehr zur „Herrschaft des Stärkeren“ und einer neuen Weltordnung der Machtpolitik.

Auch Deutschland positionierte sich klar. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erklärte gemäß tagesschau.de vor seiner USA-Reise, über die Zukunft Grönlands könnten ausschließlich Dänemark und die Grönländer selbst entscheiden. Sicherheit in der Arktis lasse sich nur gemeinsam im Bündnis gewährleisten, nicht durch Drohungen unter Partnern.

Annexion durch die USA? Klare Ablehnung in Grönland

In Grönland selbst stoßen Trumps Pläne auf breite Ablehnung. Führende Politiker aller großen Parteien erklärten geschlossen, eine Übernahme durch die USA komme nicht infrage. Die grönländische Abgeordnete Aaja Chemnitz kritisierte, notiert AP News, viele Diskussionen würden über die Köpfe der Bevölkerung hinweg geführt.

Zwar gibt es auf der Insel seit Jahren Debatten über mehr Selbstbestimmung oder langfristige Unabhängigkeit von Dänemark. Umfragen zeigen jedoch eine klare Ablehnung eines Anschlusses an die USA, bemerkt die BBC. Proteste in mehreren Städten verdeutlichen die Angst vor einem Verlust politischer und kultureller Autonomie.

Trumps Grönland-Obsession: Militärisch machbar, politisch fatal

Militärexperten halten eine Besetzung Grönlands für technisch relativ einfach. Die Insel ist riesig, aber dünn besiedelt, und die USA verfügen bereits mit der Pituffik Space Base über eine zentrale militärische Infrastruktur vor Ort. Gerade dieser Umstand nährt jedoch die Kritik, dass ein Gewaltakt sicherheitspolitisch unnötig wäre.

Ein Verteidigungsabkommen aus dem Jahr 1951 räumt Washington bereits weitreichende Nutzungsrechte ein. Völkerrechtler warnen deshalb, dass selbst die Androhung militärischer Gewalt als verbotene Nötigung gelten könnte, schreibt The Independent. Ein solcher Präzedenzfall würde autoritären Staaten weltweit Argumente liefern.

Wadephul reist in die USA: Berlin setzt auf klare Grenzen

Vor seiner Reise in die USA am Montag hat Außenminister Johann Wadephul (CDU) in der Grönland-Frage eine klare Linie gezogen. Wadephul sagte zu BILD: „Dabei ist es klar, dass es allein Sache Grönlands und Dänemarks ist, über Fragen von Territorium und Souveränität von Grönland zu entscheiden.“ In Washington will der Außenminister anschließend mit seinem US-Amtskollegen Marco Rubio über das weitere Vorgehen sprechen.

In Berlin wird zugleich versucht, Eskalation zu vermeiden und Gesprächskanäle offenzuhalten. Regierungskreise betonen, dass eine stärkere militärische Präsenz der USA auf Grönland im Rahmen bestehender Abkommen grundsätzlich möglich sei. Eine Annexion oder militärische Zwangslösung gilt jedoch parteiübergreifend als rote Linie – nicht nur für Deutschland, sondern für Europa insgesamt.

Die 16 absurdesten Donald-Trump-Momente 2025

Trumps Gaza Video auf Großleinwänden bei einem Konzert der Band „Massive Attack“ auf dem Unaltrofestival in Italien
Im Februar postete Donald Trump ein KI-generiertes Video, das seine Zukunftsvision für den Gaza-Streifen zeigte. Darin zu sehen waren goldene Trump-Statuen und riesige Hoteltürme. Nach eigener Aussage wollte er das Gebiet zur „Riviera des Nahen Ostens“ machen. Auch eine Vertreibung der lokalen Bevölkerung stand im Raum. Im Hintergrund lief ein KI-generierter Song mit dem Text „Trump-Gaza, Number one“. Auf dem Foto sieht man ein Konzert der Trump-kritischen Band „Massive Attack“, die das Video im Bühnenbild nutzte. © IMAGO / Alessandro Bremec
Flagge Grönlands im Wind
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit sprach Donald Trump immer wieder davon, Grönland zu US-Staatsgebiet zu machen. Im März sagte er über Dänemark: „Sie sagen, sie hätten Anrechte [auf Grönland]. Ich weiß nicht, ob das wahr ist. Aber ich denke nicht.“ Dass Grönland völkerrechtlich tatsächlich zu Dänemark gehört, schien dem US-Präsidenten egal zu sein. © IMAGO / Kristian Tuxen Ladegaard Berg
US-Präsident Trump sitzt an seinem Schreibtisch im Oval Office, neben ihm steht der 4-jährige Sohn von Elon Musk
Während einer Pressekonferenz im Oval Office flüsterte Elon Musks Sohn X Æ A-Xii dem US-Präsidenten Beleidigungen zu. In den Aufnahmen zu hören sind Sätze wie „Du bist nicht der Präsident. Du musst weggehen.“ oder „Ich möchte, dass du den Mund hältst.“ © IMAGO / CNP / AdMedia
Demonstrantin hält ein gelbes Schild mit einem Pinguin und dem Schriftzug „Don‘t tariff on me“
Am 02.04.2025 veröffentlichte Donald Trump seine Zollliste, die die Weltwirtschaft ins Chaos stürzte. Auf der Liste der sanktionierten Länder standen auch die Heard- und McDonald-Inseln. Erstens gehören sie zu Australien, bräuchten also gar keine eigene Zollregelung und zweitens leben auf ihnen quasi ausschließlich Pinguine. Daraufhin kam die Vermutung auf, Trump habe die Liste von ChatGPT erstellen lassen. Online machten Witze über sanktionierte Pinguine die Runde. © IMAGO / Carl Seibert
McMahon im Weißen Haus
So sehr Trump KI, bzw. AI auch liebt, so wenig Ahnung scheint seine Bildungsministerin Linda McMahon von der Technologie zu haben. Im April freute sie sich darüber, dass Kinder in der Schule zukünftig den Umgang mit „A.1.“ lernen sollen. Die Abkürzung AI schien ihr fremd zu sein. Vor ihrer Politik-Karriere managte McMahon bis 2009 zusammen mit ihrem Ehemann die Show-Wrestling-Liga WWE. © IMAGO / Bonnie Cash - Pool via CNP
Zwei Soldaten winken bei Trumps Militärparade aus einem Panzer, darüber ein gigantischer Monitor mit dem Logo der UFC
Zum 250-jährigen Bestehen der US Army ließ Trump eine Militärparade veranstalten. Zufälligerweise fiel sie exakt auf seinen Geburtstag am 14. Juni. Über den Panzern thronten riesige Werbeanzeigen der Hauptsponsoren – darunter die Kampfsport-Liga UFC und Coinbase, eine Handelsplattform für Kryptowährungen. © IMAGO / Tom Williams
US-Präsident Trump auf dem Dach des West Wings des Weißen Hauses
Große Verwirrung herrschte im August, als Trump einen Spaziergang auf dem Dach des Weißen Hauses machte. Mit Reportern unterhielt er sich über seine Pläne, das Gebäude umzubauen. Auf die Frage, was er noch alles bauen wolle, antwortete er scherzhaft „Atomraketen“. © IMAGO / Pool / ABACA
Hufeisenmagnet zieht mehrere Metallkugeln an, 3D-Illustration
In mehreren Reden stellte Donald Trump absurde Thesen über Magnete auf. Glaubt man dem US-Präsidenten, wisse niemand, was Magnete überhaupt seien. Außerdem würden sie ihre Funktion verlieren, wenn man Wasser auf sie schüttet. © IMAGO / Zoonar.com / Cigdem Simsek
Logo des neuen „Department of War“
Von einigen wird Trump als Friedenspräsident gefeiert. Immerhin habe er in der ersten Amtszeit keinen neuen Krieg angefangen. Doch ein Dekret des Präsidenten vom 5. September will nicht so recht in dieses Bild passen. Trump benannte das „Department of Defense“ (Verteidigungsministerium) kurzerhand in „Department of War“ (Kriegsministerium) um. Damit ist der ehemalige Fox News-Moderator Pete Hegseth nun offiziell „Kriegsminister“. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump spricht vor Kameras
Am 10. September wurde der Rechtsextreme und Trump-Vertraute Charlie Kirk ermordet. Donald Trump drückte sein Entsetzen aus, doch als er nur drei Tage nach dem Vorfall gefragt wurde, wie er mit dem Verlust umgehe, war von Trauer oder Empathie wenig zu spüren. Der US-Präsident beteuerte, dass es ihm „sehr gut“ gehe. Statt über Kirk zu sprechen, wechselte er abrupt das Thema und redete lieber darüber, wie großartig sein neuer Ballsaal werden würde. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Armenische und albanische Flagge im Wind, Illustration
Bei einer Pressekonferenz im September redete Trump davon, zwischen „Aberbaidschan“ und Albanien vermittelt zu haben. Eigentlich meinte er Aserbaidschan und Armenien. Es war nicht das erste Mal, dass ihm dieser Fehler passierte. Insgesamt gibt es mindestens drei dokumentierte Fälle. Beim Gipfel der „Europäischen Politischen Gemeinschaft“ machte Albaniens Premier Edi Rama daraufhin Witze über die großartige Streitschlichtung zwischen seinem Land und Aserbaidschan. © iunewind / IMAGO
Bild eines weitgehend zerstörten Teils des East Wings am Weißen Haus während der Abrissarbeiten
Im Oktober rollten Bagger an und zerstörten den historischen East Wing des Weißen Hauses vollständig. Hier soll Trumps neuer Ballsaal entstehen. Weder wurde die Öffentlichkeit im Vorhinein über den Abriss informiert, noch gibt es für das Projekt eine Genehmigung der zuständigen Planungskommission. Finanziert wird es durch private Spenden, unter anderem von Amazon, Apple, Microsoft, Google und Meta. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump
Ebenfalls im Oktober präsentierte Trump im Weißen Haus Modelle eines Triumphbogens für Washington. Er soll zum 250-jährigen Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit errichtet werden. Das größte Exemplar gefalle ihm natürlich am besten. Schnell gaben Internet und Presse dem Projekt den Namen „Arc de Trump“. Kritiker sehen Parallelen zu den Machtbauten historischer Diktatoren, beispielsweise zu Napoleon oder zu Plänen für Hitlers „Welthauptstadt Germania“. So bezeichnet etwa „Der Standard“ Trump als „Möchtegern-Cäsar“. © Jim Lo Scalzo/Imago
Bild einer auf Papier gezeichneten Uhr
Donald Trump prahlte mit seinem guten Abschneiden bei einem IQ-Test. Der sei teilweise „wirklich schwierig“ gewesen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelte es sich jedoch um den Montreal-Cognitive-Assessment-Test – ein Demenztest, der im Rahmen einer Routineuntersuchung durchgeführt wurde. Aufgaben bestehen unter anderem darin, eine bestimmte Uhrzeit mit gezeichneten Uhrzeigern darzustellen oder ein Nashorn zu erkennen. © AndreyPopov / IMAGO
Links: Musiker Kenny Loggins während eines Auftritts. Rechts: US-Präsident Donald Trump inszeniert sich in einem KI generierten Video als Kampfjet-Pilot, der eine Krone trägt.
Als Reaktion auf die „No Kings“-Proteste postete Donald Trump ein KI-generiertes Video (rechts), das ihn mit einer Königskrone zeigt. In einem Kampfjet fliegt das KI-Abbild des Präsidenten über die Protestierenden und wirft Fäkalien auf diese ab. Im Hintergrund läuft der Song „Danger Zone“, den man aus dem Film „Top Gun“ kennt. Sänger Kenny Loggins (links) protestierte gegen die Nutzung seines Liedes. © Dave Alloca/imago/Truth Social (Screenshot)
US-Präsident Trump in Japan
Bei einem Besuch in Japan wirkte Donald Trump verwirrt. Geistesabwesend läuft er am Begrüßungskomitee vorbei. Premierministerin Sanae Takaichi muss den US-Präsidenten immer wieder auf den richtigen Weg führen. Am Ende kommen beide wieder bei ihrem Startpunkt an  © Mark Schiefelbein/dpa

Die USA und Grönland: Drohkulisse und mögliche Kompromisse

Parallel zu Trumps Eskalationsrhetorik werden in Washington indes auch Kompromissmodelle diskutiert. Dazu zählt eine formalisierte Ausweitung des US-Militärzugangs bei gleichzeitigem Ausschluss Russlands und Chinas, ohne formellen Eigentumswechsel. Beobachter sehen darin eine klassische Druckstrategie Trumps.

Ob diese Taktik aufgeht oder die transatlantischen Beziehungen dauerhaft beschädigt, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Grönland ist längst mehr als eine arktische Insel. Der Konflikt ist zu einem Symbol geworden – für Machtpolitik, für die Zukunft der NATO und für die Belastbarkeit der westlichen Ordnung unter Donald Trump. (Quellen: Daily Mail, BBC, New York Times, The Atlantic, Associated Press, tagesschau.de, Bild, The Independent) (chnnn)

Rubriklistenbild: © Foto links: IMAGO / ZUMA Press Wire | Foto rechts: IMAGO / Anadolu Agency

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