„Schwerwiegendster Bruch“

Grönland-Streit in Davos: Trump-Kehrtwende möglich – „Puerto-Rico-Option“ auf dem Tisch?

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Nach den Ankündigungen von Donald Trump im Streit um Grönland berät die EU ihre Reaktion. Doch auch Trump könnte mehrere Optionen präsentieren.

Davos/Washington – Donald Trump macht Ernst mit seiner Grönland-Obsession. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos könnte der US-Präsident diese Woche europäischen Verbündeten konkrete Vorschläge für die dänische Arktis-Insel vorlegen – und dabei flexibler auftreten als seine öffentliche Haltung vermuten lässt. Doch was als diplomatische Offensive geplant ist, könnte zur größten transatlantischen Krise seit Jahren eskalieren. Europa rüstet bereits zum Gegenschlag.

Trotz massiver Drohung mit EU-Gegenzöllen bleibt US-Präsident Donald Trump bei seinem Kurs – und will Europa für die Blockade seines Grönland-Plans bestrafen. Doch offenbar arbeitet er bereits an einem alternativen Plan.

Zum Schauplatz des Grönland-Streits hat Donald Trump ausgerechnet das Weltwirtschaftsforum in Davos auserkoren. Informierte Quellen bestätigen der Kyiv Post, dass sein Team verschiedene Optionen vorbereitet hat – von einer 99-jährigen Pacht bis zu einem „Puerto Rico-Modell“ für die 56.000 Grönländer. Die EU bereitet unterdessen ihre wirtschaftliche „Handels-Bazooka“ vor und droht mit Vergeltungszöllen auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro.

Trump Grönland-Plan: Offenbar mehrere Optionen auf dem Tisch

Zwei Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, bestätigten gegenüber der Kyiv Post, dass der US-Präsident sein Team angewiesen habe, verschiedene Vorschläge für die dänische Arktis-Insel zu entwickeln. Während Trump öffentlich eine Pacht-Lösung für Grönland ausgeschlossen hat, zeige er sich privat flexibler, als seine öffentliche Haltung vermuten lässt, heißt es. Eine der Optionen sei eine 99-jährige Pacht – ein Kompromiss, der darauf abzielt, die europäische Empörung zu mildern und gleichzeitig de facto US-Kontrolle über die ressourcenreiche Arktis-Insel zu erlangen.

Ein weiterer Vorschlag sieht vor, den Grönländern Rechte nach dem Vorbild Puerto Ricos anzubieten. In diesem Rahmen würden die rund 56.000 Einwohner Grönlands US-Bürger mit vollständigen bilateralen Zugangs- und Handelsprivilegien werden. Sie wären von der US-Einkommensteuer befreit, es sei denn, sie zögen auf das Festland – ein Angebot, das Trumps Berater als Wohlstandspaket für die Insel verkaufen wollen.

Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern

Grönland
Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der ein Auge auf Grönland geworfen hat. Schon in den 1860ern gab es einen ersten US-Vorstoß zum Kauf. So ließ Außenminister William Seward im Jahr 1868 einen „Bericht über die Ressourcen Islands und Grönlands“ erstellen. Es gebe dort Rohstoffvorkommen, die für die USA von Nutzen sein könnten, hieß es damals. Kurz zuvor hatte Seward bereits den erfolgreichen Kauf Alaskas vom russischen Zarenreich organisiert und wollte die Expansionspolitik fortsetzen. © Odd Andersen/AFP
Grönland
Der erste konkrete Kaufversuch scheiterte nicht an Dänemark, sondern am US-Kongress selbst. Dänemark hatte dem Verkauf Grönlands zugestimmt, doch der amerikanische Kongress wollte nicht schon wieder hohe Summen für nahezu unbewohnte „Eisregionen“ ausgeben. Die Abgeordneten waren nach dem teuren Alaska-Kauf skeptisch gegenüber weiteren kostspieligen Territorialerwerbungen in unwirtlichen Gebieten. © Odd Andersen/AFP
Expeditionen nach Grönland
Zwischen 1853 und 1909 führten die USA systematisch wissenschaftliche Expeditionen nach Nordgrönland durch, das damals noch staatsrechtliches Niemandsland war. Forscher wie Elisha Kent Kane, Isaac Israel Hayes und Robert Edwin Peary (dessen Basislager der Expedition von 1909 im Bild zu sehen ist) erkundeten das von den Inughuit bewohnte Gebiet und lieferten sich spektakuläre Wettläufe um die Erreichung des Nordpols. Diese Expeditionen legten den Grundstein für spätere amerikanische Gebietsansprüche. © Imago
Dänisch Westindien
1916/17 gelang den USA ein diplomatischer Schachzug: Dänemark verkaufte seine Kolonie Dänisch-Westindien in der Karibik an die Vereinigten Staaten, die daraufhin im Gegenzug die dänische Oberhoheit über ganz Grönland anerkannten. Dieser Handel war strategisch wichtig, da Dänemark bis dahin nur die grönländische Westküste kolonisiert hatte und Nord- sowie Ostgrönland Niemandsland gewesen waren. © Imago
Dänemark im Jahr 1940
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 flammte das US-Interesse an Grönland erneut auf. Washington befürchtete, Nazi-Deutschland könnte die gewaltige Insel unter seine Kontrolle bringen und damit eine strategische Bedrohung für Nordamerika darstellen. Grönland war durch die britische Seeherrschaft von dem besetzten Dänemark abgeschnitten. © Imago
Grönland
Der dänische Gesandte Henrik Kauffmann handelte am 9. April 1941 eigenmächtig einen Vertrag mit den USA aus, der die Errichtung amerikanischer Militärbasen in Grönland genehmigte. Kauffmann erklärte, dass er keine Weisungen aus dem deutsch besetzten Kopenhagen mehr entgegennehmen werde und sich zum alleinigen Vertreter der dänischen Interessen für Grönland erkläre. Diese „Entscheidung ebnete den Weg für die amerikanische Militarisierung Grönlands, die seither aufrechterhalten wurde.“ © Odd Andersen/AFP
Rostiges Fahrzeug ehemaliger US Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg Ikatek Grönland
Bis Kriegsende waren knapp 6000 US-Militärs auf vier Marine- und 13 Armeestützpunkten auf Grönland stationiert (im Bild: der ehemalige US-Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg, Ikatek). Die Insel diente vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und wurde als Auftankstation für eigene Seemissionen genutzt. 1941 wurde zudem die Sirius-Schlittenpatrouille gegründet, um deutsche Versuche zur Errichtung von Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis zu verhindern. © Egmont Strigl/Imago
Harry Truman unterzeichnet NATO-Vertrag 1949
Nach dem Krieg wollte Dänemark die amerikanische Militärpräsenz auf der Insel wieder rückgängig machen, doch ohne Erfolg. US-Präsident Harry Truman (hier bei der Unterzeichnung des NATO-Pakts 1949) schlug Kopenhagen drei Optionen vor: entweder das Abkommen von 1941 fortzusetzen, die US-Stützpunkte für 99 Jahre zu leasen oder Grönland für 100 Millionen US-Dollar in Gold zu kaufen. Die dänische Antwort war eindeutig: „Absurd.“ © Imago
Frederik IX
„Wir verkaufen nicht!“ – Diese klare Absage stammte vom dänischen König Frederik IX (hier ein Gedenkstein in Nuuk) im Jahr 1960, nachdem US-Präsident Eisenhower wiederholt die Absicht geäußert hatte, Grönland von Dänemark kaufen zu wollen. 65 Jahre später sind die Aussagen Dänemarks und der USA zum gleichen Thema nahezu identisch, auch an den Motiven Washingtons hat sich im Wesentlichen nichts geändert. © Imago
Thule Air Base in Grönland
1951 gelang es den USA dennoch, ein Abkommen auszuhandeln, das ihnen gewährte, Grönland weiterhin militärisch zu nutzen, wenn sie dafür die Verteidigung Grönlands übernahmen. In diesem Jahr wurde die Thule Air Base als wichtigster militärischer Stützpunkt in Grönland errichtet. Bis 1958 nutzten die USA den Flughafen Narsarsuaq und bis 1992 den Flughafen Kangerlussuaq als Militärbasen. © Imago
Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968
Die amerikanische Militärpräsenz führte zu schweren diplomatischen Krisen und Problemen. Zu den bedeutendsten gehörten die Zwangsumsiedlung der Bewohnerinnen und Bewohner von Uummannaq direkt neben der Thule Air Base nach Qaanaaq im Jahr 1953 und der Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968 (im Bild). Mit diesem Vorfall musste Dänemark anerkennen, dass die USA heimlich Atomwaffen in Grönland lagerten. © Imago
Grönland
Nach Ende des Kalten Kriegs verminderten die USA ihre militärischen Aktivitäten und zogen sich 1991 aus Kangerlussuaq (im Bild) und Kulusuk zurück. Jedes Mal hinterließen sie das Gebiet mit Schrott verunreinigt und häufig mit umweltschädlichen Stoffen verseucht, weigerten sich aber dafür zu haften. Dänemark erklärte sich bereit, die Verantwortung für das Aufräumen zu übernehmen. © Sergi Reboredo/Imago
Colin Powell, Per Stig Møller und Josef Motzfeldt
2004 wurde das sogenannte Igaliku-Abkommen von den Außenministern Colin Powell (USA, rechts), Per Stig Møller (Dänemark, links) und Josef Motzfeldt (Grönland, Mitte) unterzeichnet. Die USA verpflichteten sich zur Zusammenarbeit für den Umweltschutz und Grönland erhielt mehrere entwicklungsmäßige und finanzielle Vorteile von den USA. Das Abkommen wurde im Heimatort des grönländischen Außenministers geschlossen. © AFP
Klimawandel in Grönland
Das schmelzende Polareis verschärft die strategische Bedeutung Grönlands dramatisch. Die Arktis erwärmt sich laut einer Studie der Stiftung für Wissenschaft und Politik viermal so stark wie im globalen Durchschnitt. Das zurückgehende Meereis öffnet neue Seewege zwischen Asien und Europa und macht Lagerstätten von Rohstoffen an Land und auf dem Meeresboden besser zugänglich. © Jason Briner/dpa
Grönland
In der Arktis werden in Gebieten, die durch die Klimakrise zugänglich werden, riesige Mengen an unentdeckten Erdgas- und Erdölvorkommen vermutet. Diese beiden Faktoren - Kontrolle der neuen Seewege in der Arktis und Zugang zu den immensen Rohstoffvorkommen - sind die wesentlichen Gründe für den jetzigen, erneuten Vorstoß der USA, sich Grönland „anzueignen.“ © Steffen Trumpf/dpa
Anti-Trump-Demo in Kopenhagen 2019
Donald Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit 2019 ein „gieriges Auge“ auf Grönland geworfen und einen Kauf der Insel ins Gespräch gebracht. Seine Begründung: Man benötige die strategisch gelegene Insel für die „nationale Sicherheit“ der USA. In Kopenhagen kam es deswegen schon damals zu Demonstrationen.  © Niels Christian Vilmann/Imago
Grönland und Trump
Doch so unverhohlen wie jetzt hatte Trump noch nie gedroht, Grönland „haben“ zu wollen. Trump verweist auf die zunehmende Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Arktis-Region und behauptet, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland ausreichend zu schützen. Sogar eine militärische Intervention schließt er nicht aus. Die große Mehrheit der rund 57.000 auf der Insel lebenden Menschen wollen dagegen mit den USA nichts zu tun haben: Grönland stehe nicht zum Verkauf, hieß es bei einer Demonstration im März 2025. © Christian Klindt Soelbeck/dpa
Vance in Grönland
Ende März 2025 reiste US-Vizepräsident JD Vance nach Grönland. Dort äußerte er vor den stationierten US-Soldaten scharfe Kritik am NATO-Verbündeten Dänemark, zu dem die riesige Eisinsel gehört. Das Land tue angesichts der Bedrohungen durch Russland und China zu wenig für die Sicherheit Grönlands, sagte Vance auf die US-Militärstützpunkt Pituffik im abgeschiedenen Norden Grönlands.  © Jim Watson/AFP
Die Frau von Trump-Berater Stephen Miller zündelt.
Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller stellte in einem CNN-Interview sogar infrage, ob Grönland rechtmäßig zum NATO-Partner Dänemark gehöre. „Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland?“, fragte Miller provokativ. Ein Social Media Post seiner Ehefrau Katie Miller zeigte eine Karte von Grönland in US-amerikanischen Farben. © Screenshot X
Grönland-Konflikt
In der EU und in der NATO hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Donald Trump meint es ernst mit seinen Grönland-Ambitionen. Europas Spitzenpolitiker reagieren mit klaren Worten auf Trumps Forderungen. Deutschland und weitere Länder stellen sich nach Trumps Drohungen demonstrativ hinter Grönland und Dänemark. Erst im September 2025 hatten dänische Streitkräfte mit Hunderten Soldaten aus mehreren europäischen Staaten an einer NATO-Übung auf Gönland teilgenommen (im Bild). © Ebrahim Noroozi/dpa
Mette Frederiksen und Donald Trump
Dänemark hat Trumps Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur. © Christian Hartmann/AFP
Thule, Grönland
Mehrere NATO-Bündnisstaaten haben sich zuletzt für eine stärkere Präsenz des Bündnisses in der Region ausgesprochen – auch Deutschland. Im Gespräch ist dabei unter anderem der Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis). Er soll den USA das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. © Imago
US-Militärbasis Pituffik Space Base in Grönland
Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit Dänemark die Pituffik Space Base auf Grönland. Dieser Stützpunkt unterstützt Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen. Dänemark hat grundsätzlich nichts gegen eine verstärkte US-Militärpräsenz auf der Insel, solange die Souveränität respektiert wird. Die dänischen Streitkräfte sind hauptsächlich über das Arktische Kommando in Nuuk auf der Insel präsent. © Thomas Traasdahl/dpa
Grönland
Dass die Trump-Regierung bislang auch militärischen Zwang nicht ausschließt, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen, sorgt in Europa für große Beunruhigung. Tatsächlich ist der Fall, dass ein NATO-Land das andere überfällt, in den Statuten der Allianz nicht vorgesehen – der Feind kommt traditionell immer von außen. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Alpenglühen in Alaska
Trump hat im Streit um Grönland aber auch immer von einem „Erwerb“ gesprochen. Der Kauf zusätzlichen Territoriums ist in der US-Geschichte kein Novum. In der Vergangenheit haben die USA für bestimmte Gebietserweiterungen immer wieder Geld in die Hand genommen. Dazu zählt beispielsweise auch Alaska (im Bild), das die damalige US-Regierung im Jahr 1867 für einen Spottpreis von 7,2 Millionen Dollar von Russland erwarb.  © Al Grillo/dpa

„Sie versuchen, das als Anreiz zu verkaufen“, sagte ein westlicher Diplomat, der mit den Gesprächen vertraut ist, gegenüber der Kyiv Post. Trumps Fixierung auf Grönland ist nicht neu, doch in den vergangenen Wochen hat er den Druck dramatisch erhöht – mit Zolldrohungen, Andeutungen militärischer Gewalt und der expliziten Verknüpfung von Handelssanktionen mit Dänemarks Bereitschaft zum Verkauf.

Reaktion auf Trumps Zoll-Drohung wegen Grönland – EU denkt über „Handels-Bazooka“ nach

Am vergangenen Samstag kündigte Trump einen 10-prozentigen Einfuhrzoll für Dänemark, Deutschland und andere europäische Länder an, der am 1. Februar beginnen soll. „Wir haben Dänemark und alle Länder der Europäischen Union und andere viele Jahre lang subventioniert, indem wir ihnen keine Zölle oder andere Formen der Vergütung berechnet haben“, schrieb Trump auf Truth Social. „Jetzt, nach Jahrhunderten, ist es Zeit für Dänemark, etwas zurückzugeben – der Weltfrieden steht auf dem Spiel!“

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben mit Empörung reagiert und diskutieren nun offen wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen. EU-Spitzendiplomaten trafen sich am Sonntag zu Krisengesprächen und debattierten über die Wiederbelebung des Plans, Zölle auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro zu erheben, die nach dem Handelsabkommen vom vergangenen Sommer ausgesetzt worden waren.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seine Kolleginnen und Kollegen kündigten am Sonntag eine geeinte Reaktion an. Im Raum steht etwa, ein EU-Gesetz zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung zu nutzen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drängte seine Amtskollegen nach Medienberichten dazu, das mächtige Anti-Zwangs-Instrument der EU zu aktivieren. Das Instrument wird auch als „Handels-Bazooka“ bezeichnet, weil es der EU weitreichende und flexible Möglichkeiten gibt. Das Anti-Zwangs-Gesetz, das noch nie angewendet wurde, würde der EU erlauben, umfassende Strafmaßnahmen gegen ein Land zu verhängen, das durch wirtschaftlichen Druck eine Politikänderung erzwingen will.

Kritik an Trumps Zöllen gegen EU – „Risiko einer gefährlichen Abwärtsspirale“

Nach den Gesprächen kündigte EU-Ratspräsident António Costa einen Notgipfel der EU an, der voraussichtlich am Donnerstag stattfinden wird. „Die EU“, so Costa, zeige „Bereitschaft, sich gegen jede Form von Zwang zu verteidigen“. In einer gemeinsamen Erklärung warnten die Staats- und Regierungschefs von Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Finnland: „Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer gefährlichen Abwärtsspirale. Wir sind entschlossen, unsere Souveränität zu wahren.“ EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich solidarisch mit Grönland und Dänemark. Man stehe „fest zu unserem Engagement, die Souveränität Grönlands und des Königreichs Dänemark zu wahren“.

US-Finanzminister Scott Bessent wies am Sonntag die Vorstellung zurück, dass die USA zwischen Grönland und der Allianz wählen müssten. „Beides... das ist offensichtlich eine falsche Wahl“, sagte er in NBCs Meet the Press. Als ihm gesagt wurde, dass europäische Staats- und Regierungschefs das anders sehen, antwortete Bessent: „Die europäischen Staats- und Regierungschefs werden zur Vernunft kommen. Und sie werden verstehen, dass sie unter dem US-Sicherheitsschirm stehen müssen.“

„Schwerwiegendster transatlantischer Bruch“: EU wegen Trumps Grönland-Plänen alarmiert

NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der britische Premierminister Keir Starmer führten am Sonntag Telefongespräche mit Trump. Von Rutte hieß es, er habe mit dem US-Präsidenten über die Sicherheitslage in Grönland und der Arktis geredet. „Wir werden weiter daran arbeiten“, sagte er und fügte hinzu, dass er sich auf ein Treffen mit Trump in Davos freue.

In Davos findet das Weltwirtschaftsforum statt, zu dem am Mittwoch auch Trump erwartet wird. Starmer habe in dem Gespräch mit Trump erneut betont, dass es falsch sei, Zölle bei Verbündeten zu erheben, wenn diese sich für die kollektive Sicherheit der NATO-Verbündeten einsetzten, sagte eine Sprecherin.

„Das ist der schwerwiegendste transatlantische Bruch, den wir seit dem Irak-Krieg erlebt haben“, sagte ein hochrangiger westlicher Beamter gegenüber der Kyiv Post. „Und er entfaltet sich über eine Insel, die die meisten Europäer für immer als tabu betrachteten.“ Alle Augen richten sich nun nach Davos, wo Trump seine Grönland-Optionen direkt europäischen Staats- und Regierungschefs vorstellen will. (Quellen: dpa, Kyiv Post) (fbu)

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