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Grüne setzen Stefan Gelbhaar ab - mit unehrlicher Begründung

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Stefan Gelbhaar.
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Die Grünen opfern einen Politiker: Stefan Gelbhaar. Ihm wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. Doch die Partei begründet den Entzug der Direktkandidatur mit „politischen Gründen“. Das ist unehrlich - ein Kommentar.

Der Verkehrspolitiker der Grünen, Stefan Gelbhaar, wird dem Bundestag in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr angehören. Grund dafür ist, dass er in den Verdacht geraten ist, Frauen sexuell belästigt zu haben. Er selbst bestreitet die Vorwürfe vehement. Es steht daher zumindest zum jetzigen Zeitpunkt Aussage gegen Aussage.

Die Partei hat sich vor diesem Hintergrund entschieden, das bereits erfolgte Votum für Gelbhaar als Direktkandidaten im Bezirk Pankow zurückzuziehen. Der Co-Kreisvorsitzende hat gleichwohl versichert, dass dies nicht als Vorverurteilung zu werten sei. Die Entscheidung für eine andere Direktkandidatin sei aus „politischen Gründen“ erfolgt. Natürlich gelte für Gelbhaar die Unschuldsvermutung.

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Es wird einsam um Stefan Gelbhaar

Das dürfte nicht nur in dessen Ohren zynisch klingen. Selbstverständlich sind es rein taktische Gründe weswegen die Grünen in Berlin-Pankow ihren bisherigen direkt gewählten Abgeordneten fallenlassen. Vermutlich gibt es in dieser Situation keine gute Lösung. Die Vorwürfe sind offenbar schwerwiegend, aber sie sind unbewiesen. Offiziell weiß man nur, dass sich Frauen bei der Ombudsstelle der Bundespartei mit Beschwerden über Gelbhaar gemeldet haben. Es gibt bisher keine Anzeigen bei der Polizei.

Der Kreisverband hat sich des Verdächtigen am Mittwochabend entledigt, um Schaden von der Partei abzuwenden, wie man in solchen Fällen zu versichern pflegt. Den trägt Gelbhaar nun allein. Er hätte zumindest verdient, dass die Grünen ehrlicher mit ihm umgehen.

Julia Schneider stritt statt Gelbhaar an.

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