Kampagnen-Start

„Kostenfalle Gas“ gegen „Verheizt nicht meine Rente“: CDU und Grüne mobilisieren im Heizungs-Kampf

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Seit Wochen streitet die komplette Parteienlandschaft über Robert Habecks Heiz-Gesetz. CDU und Grüne setzen sich nun erneut in Marsch.

Berlin/München – Die Frage des klimagerechten Heizens erhitzt nicht zuletzt die Gemüter: „Ein Heizungs-Theater“ in Berlin machte eine Politikwissenschaftlerin im Münchner Merkur für einen Umfrage-Höhenflug der AfD mitverantwortlich. Und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) witterte hinter den Vorwürfen der Vetternwirtschaft im Wirtschaftsministerium auch eine Kampagne gegen die „Dekarbonisierung des Klimaschutzes im Wärmebereich“. Oder in einfacheren Worten: Die Kritiker seien dabei, die Heizungswende indirekt zu sabotieren.

Nun gehen Unterstützer und Gegner von Habecks Plänen nochmals in die Offensive. Die CDU kündigte am Donnerstag (11. Mai) eine breitangelegte Kampagne an. Der Titel: „Fair heizen statt verheizen.“ Die Bundestags-Grünen setzten sich ebenfalls in auffälliger Weise in Bewegung. Mehrere Fraktionspolitiker haben am Donnerstagmittag fast zeitgleich nochmals ein Forderungspapier ins virtuelle Schaufenster gestellt.

Unter anderem Co-Fraktionschefin Britta Haßelmann, Habecks Staatssekretär Sven Giegold und die bayerische Abgeordnete Jamila Schäfer teilten den Grünen-Plan zum Heizen. Der verspricht eine „soziale“ und „gerechte Wärmewende“ – birgt aber auch Zündstoff für die Ampel-Koalition. Ob er im Ringen um Zustimmung innerhalb und außerhalb des Bündnisses bestehen kann, auch gegen den lagerübergreifenden Gegenwind von Union und FDP, könnten die kommenden Wochen zeigen.

Was steht in Habecks geplantem „Gebäudeenergiegesetz“?

Das Gesetz sieht vor, dass alle neu eingebauten Heizungen ab 2024 klimafreundlich sind. Bestehende Heizungen können aber weiterlaufen und dürfen repariert werden. Wer die Heizungen schneller austauscht als vom Gesetz vorgesehen, soll einen Klimabonus bekommen – dieser soll nach den Vorstellungen der Grünen-Fraktion ebenfalls von zusätzlicher Förderung unberührt bleiben.

Habecks Heizungsgesetz: CDU startet Kampagne mit „ganz normalen Bürgern“

Die CDU wähnt dabei eine „Mehrheit“ der Menschen in Deutschland hinter sich. Ziel der neuen Kampagne sei es, verängstigten Menschen eine Stimme zu geben und den Gesetzentwurf in der jetzigen Form „zu stoppen“, sagte Generalsekretär Mario Czaja bei der Kampagnenvorstellung. Er rechnete mit der Teilnahme „vieler tausend“ Menschen.

Die CDU hat eine Internetseite unter der Domain fair-heizen.de eingerichtet. Dort sollen sich Interessierte eintragen; zudem werden den CDU-Landesverbänden laut Czaja in den nächsten Tagen unter anderem Handzettel zur Verfügung gestellt.

Zu sehen sind darauf laut Czaja „ganz normale Bürger“, die zum Teil Parteimitglieder sind. Neben dem Foto einer älteren Frau ist zum Beispiel zu lesen: „Verheizt nicht meine Rente.“ Neben einem jungen Mann steht: „Verheizt nicht mein Elternhaus“. Zu den Kosten der Kampagne wollte Czaja sich allerdings nicht äußern; es sei „ein kleinerer Betrag“ aufgewendet worden. Die Partei sage „Ja“ zum Klimaschutz, versicherte er. Sie wolle aber „eine Heizungswende mit den Menschen und nicht gegen die Menschen“.

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Heizungsgesetz: Grüne beschwichtigen „Häuschen“-Besitzer mit Geld-Versprechen

Bemerkenswerterweise schlugen die Grünen in ihrer Gegenoffensive in dieselbe Kerbe. „So geht die Wärmewende sozial gerecht!“, twitterte etwa Haßelmann unter ihrem Link auf das fraktionseigene Positionspapier. Schäfer drehte zugleich den Spieß um. „Wer sich jetzt eine Gasheizung einbaut, landet in der Kostenfalle“, warnte sie unter Verweis auf steigende Preise für fossile Brennstoffe wie Öl und Gas. Niemand werde allein gelassen, wenn im „Häuschen die alte Heizung kaputt ist“, assistierte Haßelmann – auch Kanzler Olaf Scholz (SPD) verwendet diese Worte gerne und häufig.

Gleichwohl könnte das Grüne-Forderungspapier vom Freitag (5. Mai) einige Beobachter reizen. Auch Finanzminister Christian Lindner: Der FDP-Chef hat gerade erst erneut den Entwurf für den Haushalt 2024 verschoben - unter Verweis auf überbordende Ausgabewünsche aus den Ressorts. Am Donnerstag verkündete er in der aktuellen Steuerschätzung zudem ein 30-Millionen-Minus im Vergleich zur vorangegangenen Prognose.

CDU-General Czaja (re.) stellte eine neue Kampagne vor - auch Robert Habecks Grüne machen beim Heizungs-Gesetz nochmal PR-Dampf (Montage).

Die Sozial-Pläne der Grünen kämen allerdings nicht ohne ordentliche Nebenkosten: „Aus Sicht der Grünen-Bundestagsfraktion sollen alle Menschen bei der Wärmewende mitmachen können“, heißt es in dem Papier. Gelingen soll das mit staatlicher Förderung: Bürger mit „kleinen Einkommen“ sollen Zuschüsse von bis zu 80 Prozent zu einer neuen Heizung erhalten können – wenn es nach den Grünen geht.

Grüne wollen mit Förderung Heizungs-Zoff entschärfen - gegen CDU und FDP

Die maximale Förderung soll es bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 20.000 Euro geben. Bei 60.000 Euro Haushaltseinkommen sollen noch 40 Prozent der Gesamtkosten gefördert werden. Eine Grundförderung soll 30 Prozent betragen. Auch beim Thema Mieten fordert die Fraktion mehr als der Ampel-Koalitionsvertrag: Eine „Modernisierungsumlage“ soll nur noch vier Prozent im Jahr betragen können.

In einem „weiteren Schritt“ müsse eine „Teilwarmmiete“ kommen, fordern die Grünen. Diese steht im Koalitionsvertrag. Das Konzept: Der Vermieter stellt für eine fixe Warmmiete eine Grundversorgung mit Wärme sicher. Wer mehr heizt, muss als Mieter selber zahlen.

Möglich scheint, dass sich der Streit um die Heizungen in den kommenden Wochen weiter zuspitzt – zusätzlich zum Nebenkriegsschauplatz um Postenvergaben in Habecks Ministerium. Mehrere Beobachter hatten der Union dabei zuletzt „Populismus“ vorgeworfen, wie FR.de berichtete. Pikant macht die Konstellation auch, dass auch der Koalitionspartner FDP den Plänen äußerst kritisch gegenübersteht. Fraktionschef Christian Dürr musste sich just im ZDF-Talk „Markus Lanz“ ebenfalls Populismusvorwürfe des Moderators gefallen lassen. Die SPD wollte das Gesetz noch vor der Sommerpause durch Bundestag und Bundesrat bringen. (fn)

Rubriklistenbild: © Montage: Michael Kappeler/dpa/Imago/penofoto/fn

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