Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg

„Jetzt kann es losgehen“: Cem Özdemir will Ministerpräsident werden

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kandidiert nicht mehr bei der Landtagswahl 2026. Nun bestätigt Cem Özdemir offiziell seine Kandidatur.

Mannheim – In Baden-Württemberg steht 2026 die Landtagswahl an. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) tritt aufgrund seines Alters nach drei Wahlperioden nicht mehr an. Das hat der 76-jährige Amtsinhaber vor längerem angekündigt. Als Spitzenkandidat der Grünen gilt nun Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Der Politiker hat die Neuigkeit auf der Plattform X in einem Video mit Worten „Jetzt kann es losgehen“ bestätigt.

Bleibt ein Grüner? Özdemir will Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden

Özdemir wird seit Monaten als aussichtsreichster Kandidat für die Spitzenkandidatur der Grünen bei der nächsten Landtagswahl im Frühjahr 2026 gehandelt. Der Bundeslandwirtschaftsminister kann auf eine lange politische Erfahrung zurückgreifen. Und wird wie Kretschmann zum pragmatischen „Realo“-Flügel seiner Partei gezählt. Özdemir ist seit Dezember 2021 Bundeslandwirtschaftsminister. Vorher war er einfacher Bundestags- und Europaabgeordneter sowie zehn Jahre lang Chef der Bundespartei. Doch laut einer Umfrage, stehen seine Chancen das Amt zu gewinnen momentan nicht so gut.

Will Cem Özdemir für die Nachfolge von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann kandidieren? Nun verdichten sich die Hinweise, dass eine Entscheidung bald verkündet werden könnte. (Archivbild)

Baden-Württemberg: Laut Umfragen hat Manuel Hagel bessere Chancen bei der Landtagswahl 2026 als Cem Özdemir

Die Grünen haben seit geraumer Zeit in den Umfragen in Baden-Württenberg mit mangelnder Beliebtheit zu kämpfen. Die Mehrheit der Menschen im Südwesten glaubt einer Umfrage zufolge nicht daran, dass der Grünen-Politiker Özdemir nächster Ministerpräsident im Land wird. 55 Prozent halten dies nach der Erhebung des Forschungsinstituts Kantar für unwahrscheinlich, wie aus dem in Mannheim veröffentlichen aktuellen „Baden Württemberg Report“ für Oktober im Auftrag von Privat.Radio hervorging.

Nur 23 Prozent trauen ihm demnach zu, die Wahl zu gewinnen. Der Umfrage nach sieht es für den noch unbekannten CDU-Fraktionsvorsitzenden Manuel Hagel besser aus. Er hat den Befragten zufolge deutlich bessere Chancen auf den Wahlsieg. Fast jeder zweite Befragte (46 Prozent) hält eine Wahl des CDU-Fraktionsvorsitzenden zum Ministerpräsidenten für wahrscheinlich.

Die Bundesvorsitzenden der Grünen: Von Jürgen Trittin bis Ricarda Lang

Krista Sager und Jürgen Trittin von den Grünen
Im Dezember 1994 traten Krista Sager und Jürgen Trittin als Doppelspitze des noch jungen Zusammenschlusses namens „Bündnis 90 / Die Grünen“ an. Beide wurden zu Sprecherin und Sprecher des Bundesvorstands der Partei gewählt. Gemeinsam lenkten sie die Geschicke der Partei für zwei Jahre bis 1996. © Sepp Spiegl/imago-images
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel.
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel. © Jürgen Eis/imago-images
Gunda Röstel blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin.
Gunda Röstel (l) blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin. Von 1998 bis 2000 wurde die Partei damit von zwei Frauen an der Spitze geführt. © Sven Simon/imago-images
Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands.
Im Jahr 2000 tauschten die Grünen ihr Führungspersonal komplett aus. Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands. Ihre Amtszeit hielt aber nur ein Jahr bis 2001. © imago stock&people
Fritz Kuhn und Claudia Roth
Aus Bundesprechern wurden bei den Grünen im Jahr 2001 Bundesvorsitzende. Die ersten Beiden, die dieses Amt bekleideten, waren Fritz Kuhn und Claudia Roth. © Sven Simon/imago-images
Reinhard Bütikofer und Angelika Beer
Nur ein Jahr später der nächste Wechsel an der Spitze der Grünen. Reinhard Bütikofer und Angelika Beer rücken auf und bilden den Bundesvorstand der Partei von 2002 bis 2004. © imago-images
Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer
2004 kehrte Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer. Das Duo blieb bis 2008 im Amt. © Sven Simon/imago-images
Claudia Roth und diesmal Cem Özdemir das Führungsduo der Grünen
Claudia Roth blieb insgesamt bis 2013 im Amt. Ab 2008 mit neuem Co-Vorsitzenden: Cem Özdemir. © Jan Huebner/imago-images
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter.
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter. © Rüdiger Wölk/imago-images
nnalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen
Im Jahr 2018 übernahmen Annalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen. Nach dem Einzug der Grünen in die Bundesregierung legten sie ihre Ämter nieder und schlossen sich dem Kabinett von Bundeskanzlern Olaf Scholz an. © Chris Emil Janssen/imago-images
Omid Nouripour und Ricarda Lang
Es folgten Omid Nouripour und Ricarda Lang. Sie übernahmen den Vorsitz des Bundesvorstands der Grünen im Jahr 2022. Zwei Jahre später verkünden beide ihren Rücktritt als Reaktion auf zahlreiche Wahlschlappen ihrer Partei. Wer die Umweltpartei künftig führt, ist noch offen. © dpa

Grüne wollen weiter in Baden-Württemberg regieren: Mit Özdemir die „Glaubwürdigkeit“ zurückgewinnen

Als vor kurzem die neuesten Umfragewerte veröffentlicht wurden, erklärten die beiden Landeschefs, Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller, die Grünen müssten dringend ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. „Das gelingt am besten durch starke Persönlichkeiten. Mit einem überzeugenden personellen Angebot für unser schönes Bundesland werden wir als Partei geschlossen daran arbeiten, den Trend zu drehen und unseren pragmatischen Kurs konsequent fortzuführen.“

Özdemir gilt unter vielen Grünen als Idealbesetzung für Kretschmanns Nachfolge. Bei der Bundestagswahl gewann er seinen Stuttgarter Wahlkreis mit 40 Prozent der Stimmen und wurde Stimmenkönig seiner Partei - kein Direktkandidat und keine Direktkandidatin der Grünen schnitt besser ab als er. Zudem ist er 89 Prozent der Menschen in Baden Württemberg bekannt. (gol)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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