Handrücken, Gerüchte, Macht: Wirbel um Trumps Gesundheit – der Nachfolger steht bereit
VonFelix Busjaeger
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Donald Trumps Gesundheit ist seit Wochen Thema. Zwischenzeitlich gab es sogar Todes-Gerüchte. Fest steht: Der Präsident ist alt, und die Nachfolge ist unklar.
Washington, D. C. – Auffällige Verfärbungen am Handrücken, kurze Abwesenheit aus der Öffentlichkeit: US-Präsident Donald Trump sorgt erneut für Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Eine der jüngsten Situationen: ein Abendessen für republikanische Unterstützer. Bei der Veranstaltung des sogenannten Rose Garden Club warb Trump für eine künftige Zusammenarbeit, die den USA „Frieden und Erfolg“ bescheren soll.
Auf Bildern des Abends fiel ein Detail auf: Trumps Hand schien geschminkt, was die Spekulationen erneut anfachte. Diese Gerüchte kursieren schon länger, zuletzt sogar in Form von Todesverschwörungstheorien. Doch obwohl sich der Präsident darüber bei einem Pressetermin überrascht zeigte, bleibt seine Gesundheit ein zentrales Thema – ebenso wie die immer wieder aufkommenden Debatten über seine Nachfolge. In den Reihen der Republikaner wird bereits über die Zeit nach dem jetzigen US-Präsidenten debattiert.
Debatte über Trumps Gesundheit: US-Präsident sorgt für Gerüchte
Gegenwärtig geht unter Republikanern die Sorge um, dass der jetzige Erfolg durch die Präsidentschaft Trumps nur von temporärer Dauer sein könnte. „Wir haben eine Schlacht gewonnen, aber nicht den Krieg“, wird Kevin Roberts, Präsident der Heritage Foundation, von der Zeit zitiert. Seine Organisation war es, die den 79-Jährigen mit einem maßgefertigten Regierungsprogramm zurück ins Weiße Haus geführt hat. Doch abseits der Gesundheitsdebatte um Trump: In ausgewählten Kreisen der Republikaner wird bereits an der Zukunft der USA gearbeitet.
Trump war zu Beginn seiner zweiten Amtszeit der älteste US-Präsident, der ins Weiße Haus einzog. Während des Wahlkampfes gegen Joe Biden nutzte der Republikaner immer wieder die Gesundheit seines Widersachers für politische Spitzen. Zwar inszeniert er sich durch regelmäßige Golf-Auftritte als fit, doch selbst veröffentlichte Gesundheits-Check-ups zerstreuen die Zweifel an seiner Verfassung kaum.
Nach Gerüchten über Tod: Trumps Gesundheit wird zum zentralen Thema der US-Politik
Ende August war Trump drei Tage in der Öffentlichkeit nicht zu sehen. Beobachter und Social-Media-Gruppen spekulierten über seinen Gesundheitszustand – unter anderem wegen eines Blutergusses an der Hand und geschwollener Knöchel. Das Weiße Haus reagierte und sprach von „chronischer Veneninsuffizienz“. Trump trägt durch sein Schweigen zur Spekulation bei. Auf die jüngsten Todesgerüchte reagierte er online: „Ich habe mich in meinem Leben noch nie besser gefühlt.“ Kritiker zweifeln dennoch an der Wahrheit seiner Angaben.
Warum erhält Trumps Gesundheit so viel öffentliche Aufmerksamkeit? Laut New York Times könnte der Fokus der Öffentlichkeit unter anderem mit den letzten Monaten der Biden-Präsidentschaft zusammenhängen. Dessen körperlicher Zustand verschlechterte sich bei Auftritten vor der US-Wahl. Womöglich erlebt die US-Bevölkerung aktuell ein Déjà-vu. Trump ist 79 Jahre alt, und bei öffentlichen Auftritten kommt es immer wieder zu Verzögerungen: Er bittet regelmäßig, Interviewfragen zu wiederholen.
Dass sich Gerüchte über Trumps Gesundheit teilweise so rasend schnell verbreiten, liegt unter anderem an der Natur des Internets. Wie die Tagesschau analysierte, kommen KI-generierte Bilder hinzu, die den Präsidenten in schlechter Verfassung zeigen sollen. Doch auch authentische Bilder werfen Fragen auf. Bereits im vergangenen Juli berichtete die Nachrichtenagentur AP über geschwollene Knöchel.
Trumps Gesundheit sorgt für Nachfolger-Debatte: Vance spricht vom „Training am Arbeitsplatz“
Trumps Gesundheit ist dabei allerdings nicht nur für ihn eine persönliche Herausforderung. Er ist längst zum Zentrum der republikanischen Machtstruktur in den Vereinigten Staaten geworden und bestimmt die politische Lage des Landes. Zusätzlich ist er seit dem Beginn seiner Amtszeit ein zentraler Akteur der Weltpolitik: nicht nur im Hinblick auf den Ukraine-Krieg oder Israels Lage in Nahost, sondern auch wegen den Auswirkungen seiner Zölle. 2025 zeigt sich, dass die USA ihren globalen Einflussfaktor nicht eingebüßt haben.
Allerdings sind in den USA die Lager im Umbruch, sogar die Waffenlobby bringt sich in Stellung. Ebenso, wie Trumps Nachfolger. Wie der Tagesspiegel schreibt, passierte etwas Bemerkenswertes, als sich der US-Präsident eine mediale Auszeit nahm: Vizepräsident JD Vance gab ein Interview, in dem er zwar die „unglaublich gute Gesundheit“ seines Chefs lobte. Zugleich sprach er aber auch über das beste „Training am Arbeitsplatz“. Es scheint so, als würde der natürliche Nachfolger des Präsidenten schon bereitstehen.
Nachfolger von Trump: US-Präsident bringt Vance und Rubio ins Spiel
Lange Zeit hatte es Donald Trump vermieden, über einen Nachfolger zu sprechen. Erst im vergangenen Sommer schlug er Vance sowie Außenminister Rubio für die kommende US-Wahl vor. Er regte auf Nachfrage von Journalisten an, dass beide zusammen für die Republikaner antreten sollten. Noch im Februar hatte er Vance zwar als „sehr fähig“ bezeichnet. Allerdings hielt er es für zu früh, ihn als führenden Kandidaten auszurufen.
Laut Zeit bergen beide Politiker ein Risiko: Trump könne einen Zusammenschluss aus unterschiedlichsten Lagern der Republikaner schmieden. Fraglich bleibt, ob seine potenziellen Nachfolger die gleiche Macht haben werden.
Zukunft und Nachfolge: Trump wegen Gesundheit vor mehreren Szenarien
Für Trump zeichnen sich zwei Szenarien ab: Bleibt er gesundheitlich stabil, dürfte die Nachfolge geordnet verlaufen. Kommt es zu gesundheitlichen Problemen, drohen Unsicherheit und Flügelkämpfe innerhalb der Republikaner – mit spürbaren Folgen für die Innen- und Außenpolitik der USA. Dass Trump wohl bereits am ersten Szenario arbeitet, zeigt sich aktuell am Umstand, dass Vance am kommenden G20-Gipfel teilnimmt.
„Ich werde nicht hingehen“, sagte Trump im Oval Office. Er hatte sich eine Teilnahme in den vergangenen Monaten wegen politischer Meinungsverschiedenheiten mit dem Gastgeberland offengelassen. Womöglich ist es aber auch für Vance die nächste Gelegenheit, auf internationaler Bühne sein Land zu repräsentieren. Der Präsident steht vor einem Spannungsfeld zwischen seiner Gesundheit und seiner politischen Macht. Wie er damit umgehen wird, bleibt entscheidend für die zukünftige Ausrichtung der Republikaner. (fbu)