Von Christian Stör
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Kamala Harris gibt den Demokraten vor der US-Wahl neuen Schwung. Wie stehen die Chancen, dass sie Trump besiegt? Eine Analyse der Umfragen.
Washington, D.C. – Die Zahlen sahen erschreckend aus. Joe Biden lag in den Umfragen weit zurück, ein Sieg der Demokraten bei der US-Wahl 2024 schien fast schon undenkbar. Dann aber zog sich der US-Präsident aus dem Rennen ums Weiße Haus zurück – und damit änderte sich alles. Inzwischen ist klar: Der Ausgang der Wahl ist wieder völlig offen, neue Daten deuten sogar auf eine Trendwende hin.
Das liegt vor allem an Kamala Harris . Die Vizepräsidentin übernahm den Staffelstab, stürzte sich sofort in den Wahlkampf und rüttelte die Demokraten aus ihrem Tiefschlaf auf. Gleichzeitig lehrt sie Donald Trump das Fürchten. Allein schon mit dem einprägsamen Etikett, Trump und dessen Vize J.D. Vance seien „weird“ (seltsam, sonderbar, schräg), haben es Harris und die Demokraten geschafft, die Republikaner in eine Ecke zu drängen.
Harris hat ihre Partei hinter sich vereint. Das zeigt sich auch in den Umfragen zur US-Wahl 2024.
© Alex Brandon/J. Scott Applewhite/dpa
Landesweite Umfragen zur US-Wahl 2024: Harris oder Trump – Wer gewinnt? Das alles wirkt sich auch schon auf die Umfragen zur US-Wahl aus. Hier lohnt sich zunächst einmal ein Blick auf den Wahltrend. So sehen verschiedene Statistikportale, die zahlreiche Erhebungen auswerten und gewichten, Harris in den landesweiten Befragungen inzwischen vor Trump. Gegen Biden hatte Trump zuletzt souverän in Führung gelegen.
Deutlich wird zudem, dass die unabhängigen Kandidaten eine immer kleinere Rolle zu spielen scheinen. Zunehmend erscheint deshalb fraglich, ob Robert F. Kennedy Jr., der Neffe des früheren Präsidenten John F. Kennedy, bei der US-Wahl das Zünglein an der Waage spielen kann. Vielmehr sieht es so aus, als wären viele Stimmen von Kennedy zu Harris gewandert. Im Wahltrend liegt sie derzeit jedenfalls erstmals an der Spitze.
Quelle Harris Trump Kennedy FiveThirtyEight 44,9 43,7 5,5 Race to the White House 44,0 43,7 5,9 Decision Desk HQ/The Hill 44,7 44,3 4,8
(Quellen: FiveThirtyEight sowie RacetotheWH und The Hill , gewichteter Durchschnitt der Umfragen, Stand: 1. August)
Wer wird gewinnen: Harris oder Trump? Swing States spielen bei der US-Wahl 2024 große Rolle Wegen des Wahlsystems haben landesweite Umfragen in den USA allerdings nur eine begrenzte Aussagekraft. Dabei spielt eine Rolle, dass der US-Präsident nicht direkt vom Volk gewählt wird. In den einzelnen Bundesstaaten werden nur die 538 Wahlleute bestimmt, die dem sogenannten Electoral College angehören. Für den Sieg sind also 270 Stimmen in diesem Wahlgremium nötig.
In vielen Bundesstaaten verfügen die Demokraten oder die Republikaner traditionell über eine klare Mehrheit. Anders sieht es dagegen dort aus, wo niemand von vornherein mit einer Mehrheit rechnen kann. Diese Staaten werden als Swing States („Schwankende Staaten“) bezeichnet. Wie wichtig Siege dort sind, zeigt die US-Wahl 2020. Dass Biden landesweit knapp sieben Millionen Stimmen mehr erhielt als Trump, war letztlich unbedeutend. Für den Sieg im Electoral College war entscheidend, dass er alle Swing States hauchdünn gewinnen konnte.
Bei der US-Wahl 2024 dürften diese Bundesstaaten besonders umkämpft sein:
Arizona Georgia Michigan Nevada North Carolina Pennsylvania Wisconsin Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten ist seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus gerückt. © Saul Loeb/afp Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt. © Carlos Osorio/dpa Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als Harris noch ein kleines Kind war. © Courtesy of Kamala Harris/afp Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“. © Courtesy of Kamala Harris/afp Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren. Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren. © Imago Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Justizministerin in ihrer Heimat Kalifornien. Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren. Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren. © Justin Sullivan/Getty Images/afp In ihre Zeit als Generalstaatsanwältin fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ. Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet. In ihre Zeit als „Attorney General“ fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ. © Brendan Smialowski/afp Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet. Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet. © Franck Fife/AFP Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte. Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte. © Pete Marovich/Imago Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen. Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen. © Pete Marovich/Imago Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind. Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind. © Mandel Ngan/afp Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“ Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“ © Drew Angerer/afp Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus. So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration schwarzer Schüler dienen sollte. Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“ Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus. © Henry Griffin/dpa So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte. So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte. © Win McNamee/AFP Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“ Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“ © Saul Loeb/AFP Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden. Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden. © Haiyun Jiang/AFP Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden. Sie ergriff eine führende Stimme beim Kampf für das Recht auf Abtreibung und setzte sich gegen Waffengewalt ein. Zudem hat Harris ihr außenpolitisches Profil geschärft. So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza. So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza. © Sven Hoppe/dpa Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie. Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole und Ella. Sie nennen Harris „Momala“. Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken. Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie. © Rob Schumacher/Imago Cole und Ella Emhoff. Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole (2. von links) und Ella (dritte von links). Sie nennen Harris „Momala“. © Mark Hoffman/Imago Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken. Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken. © Saul Loeb/AFP Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte. Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte. © Amid Farahi/AFP Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen. Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen. © Brendan Smialowski/AFP Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin. Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin. © Roberto Schmidt/AFP Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht. Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht. © Angela Weiss/AFP Harris gegen Trump: Aktuelle Umfragen vor der US-Wahl 2024 in den Swing States Auch in diesen Swing States sind nach Bidens Rückzug schon Umfragen erhoben worden. Die Ergebnisse fallen teilweise noch sehr unterschiedlich aus.
Klar ist nur eins: Während Biden in allen sieben Bundesstaaten weit zurückgelegen hatte, ist Harris deutlich näher an Trump herangerückt. In manchen Umfragen hat sie ihn sogar überholt. So liegt sie laut einer Umfrage von Bloomberg /Morning Consult in Arizona, Michigan. Nevada und Wisconsin vorne, während Trump in North Carolina und Pennsylvania die Nase vorne hat. Entscheidend für den Wahlausgang wäre dann das Ergebnis in Georgia. Dort liegen beide der Umfrage zufolge gleichauf.
Bundesstaat Harris (in %) Trump (in %) Arizona 49 47 Georgia 47 47 Michigan 53 42 Nevada 47 45 North Carolina 46 48 Pennsylvania 46 50 Wisconsin 49 47
(Quelle: Bloomberg/Morning Consult )
Zum Vergleich: Das Meinungsforschungsinstitut Public Opinion Strategies, das den Republikanern nahe steht, hat Ende Juli folgende Ergebnisse ermittelt.
Bundesstaat Harris (in %) Trump (in %) Arizona 43 48 Michigan 45 45 Nevada 45 46 Pennsylvania 48 45 Wisconsin 48 46
(Quelle: Politico )
Wer gewinnt die US-Wahl 2024? Harris will Trend in den Umfragen gegen Trump fortsetzen Unterdessen soll Harris bis spätestens Montag (5. August) per elektronischem Votum offiziell zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten gekürt werden. Bis dahin dürfte sie auch ihren Kandidaten für das Vizepräsidentenamt benannt haben. Als Favorit gilt Josh Shapiro. Der populäre Gouverneur von Pennsylvania könnte Harris zusätzliche Stimmen im wichtigen „Rust Belt“ („Rostgürtel“) bringen. Allerdings gibt es auch Kritik am 51-Jährigen .
Schon am Dienstag will Harris dann mit ihrem „Running Mate“ bei einer Kundgebung in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania auftreten. Erst dann wird der Wahlkampf der Demokraten so richtig Fahrt aufnehmen. Der Parteitag vom 19. bis 22. August könnte Harris und ihrem Vize weiteren Rückenwind verleihen. Erst die nachfolgenden Umfragen werden aber zeigen, ob Harris bei der US-Wahl tatsächlich noch die Wende gegen Trump schaffen kann. (cs)
Rubriklistenbild: © Alex Brandon/J. Scott Applewhite/dpa