VonFelix Busjaegerschließen
Die Bundesregierung reagiert auf steigende Heizkosten: Der Heizkostenzuschuss wird für 2022 verdoppelt. Darauf soll sich nun der Bauausschuss geeinigt haben.
Berlin – Nicht zuletzt durch den Krieg in der Ukraine sind die Heizkosten in Deutschland in kürzester Zeit extrem angestiegen. Für viele Betroffene stellte sich zuletzt die Frage, wie die explodierenden Energiepreise überhaupt noch bezahlbar sind. Während die Ampel-Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zunächst 135 Euro als Heizkostenzuschuss für bestimmte Personengruppen angekündigt hatte, gibt es nun einen Grund zu Freude: Wie aus den Informationen der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht, hat sich die Ampel darauf geeinigt, den explodierenden Preisen im Zuge von Wladimir Putins Ukraine-Krieg entgegenzuwirken. Der Heizkostenzuschuss 2022 wird verdoppelt.
Heizkostenzuschuss wird von Regierung verdoppelt – größere Unterstützung für Betroffene
Wie es heißt, habe der Bauausschuss einen entsprechenden Beschluss gefasst. Unverändert bleibt die Personengruppen, die von dem Heizkostenzuschuss profitieren sollen: Wohngeldbezieher, Studenten mit Bafög, Bezieher von Aufstiegs-Bafög und Berufsausbildungsbeihilfe. Auf Grundlage früherer Informationen sollen etwa 2,1 Millionen Bürger in Deutschland, etwa Rentnerinnen und Rentner, Alleinerziehende oder Menschen, die wenig verdienen, von dem Zuschuss für die Heizkosten profitieren. Durch die steigenden Energiepreise und Gaspreise ist die Gefahr groß, dass ganze Existenzen bedroht sind.
Ausgenommen von dem Heizkostenzuschuss sind weiterhin Hartz-IV-Empfänger, bei denen die Kosten für Heizung in der Regel von Zahlungen der kommunalen Träger und der Agentur für Arbeit gedeckt sein sollen. Dass es aber bei den Heizkosten für Empfänger von Hartz IV auch Probleme gibt, machten zuletzt mehrere Anträge der Opposition deutlich. Die Arbeit der Ampelkoalition stößt nach 100 Tagen Regierung von Kanzler Scholz derweil auf ein gemischtes Stimmungsbild.
Heizkostenzuschuss 2022: So hoch fällt die staatliche Unterstützung nun aus
Statt 135 Euro steigt der Heizkostenzuschuss 2022 nun auf das Doppelte an. Demnach bekommen Wohngeldbezieher, die alleine leben, jetzt 270 Euro. Ein Zwei-Personen-Haushalt erhält 350 Euro. Für jeden weiteren Mitbewohner sind noch einmal 70 Euro vorgesehen. Von dem staatlichen Heizkostenzuschuss profitieren auch Studenten, Auszubildende und andere Berechtigte. Sie erhalten jetzt 230 Euro. Das Geld soll direkt auf das Konto überwiesen werden. Hierfür soll kein Antrag nötig sein.
Der Heizkostenzuschuss, der jetzt verdoppelt wurde, soll am Donnerstag im Bundestag beschlossen werden. SPD-Fraktionsvize Verena Hubertz begründete die Erhöhung mit der Preisentwicklung für Energie und Wärme. „Wir wissen, dass gerade einkommensschwächere Haushalte unter den steigenden Energiepreisen leide“, sagte die Politikerin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Damit niemand in einer kalten Wohnung leben müsse, würde die Ampelkoalition eine Verdopplung des Zuschusses noch in dieser Woche auf den Weg bringen.
Verdopplung für Heizkostenzuschuss: Geld soll spätestens Ende des Jahres überwiesen werden
Bis das Geld allerdings auf den Konten der Bezieher des Heizkostenzuschusses landen wird, könnte es noch etwas dauern: Hubertz machte deutlich, dass die mit einer Auszahlung spätestens zum Ende des Jahres rechne. Dass nicht nur Menschen mit Anspruch auf Wohngeld unter den stark steigenden Energiepreisen leiden, scheint in der Politik zunehmend eine Rolle zu spielen. Wie Hubertz sagte, müssten wegen der Gaspreise noch weitere Entlastungsschritte folgen – auch für Familien, die keinen Anspruch auf Unterstützung haben und für Unternehmen.
Dass auch künftig weitere Unterstützung für Bedürftige in Deutschland nötig sein wird, erklärt auch der Grünen-Sozialexperte Andreas Audretsch: „Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine begann einen Tag, nachdem sich die Ampel auf das Entlastungspaket geeinigt hatte“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur und forderte weitere Hilfen. Die aktuell weiter steigenden Preise eine völlig neue Situation darstellen. Die 100-Euro-Einmalzahlung für Menschen in der Grundsicherung sei ein wichtiger Schritt, allerdings forderte der Grünen-Politiker, dass sich die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg möglichst schnell auch in den Regelsätzen bei Hartz IV abbilden, um das Existenzminimum zu sichern. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
