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Trumps Grönland-Knall in Davos: Jetzt wird klar, was wirklich hinter der US-Kehrtwende steckt

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Aktuelle News zu Davos im Ticker: In seiner Rede appelliert Kanzler Merz, das „große Ganze“ im Blick zu behalten. Er begrüßt Trumps Grönland-Kurswechsel.

Update vom 23. Januar, 06.42 Uhr: Ein wenig überraschend kam der Grönland-Sinneswandel von Donald Trump in Davos doch. Jetzt wird offenbar klar, warum der US-Präsident die von ihm angedrohten Strafzölle gegen Länder wie Deutschland wieder zurücknahm.

Donald Trump vollzog in Davos eine Kehrtwende in seinen Grönland-Drohungen.

Die Bild berichtet von einer „beispiellosen Kraftprobe“ Europas gegen die USA. Das Medium schreibt unter Berufung auf Regierungskreise, die schnelle, entschlossene Reaktion der EU habe Trump zum Umdenken bewegt. Dazu habe man unter der Führung Berlins – also wohl initiiert von Friedrich Merz – kurzfristig im Europäischen Sonderrat über mögliche Gegenzölle beraten. Das Ergebnis: Hätte Trump seine Zoll-Drohung wirklich umgesetzt, hätte Europa sofort mit „Vergeltungszöllen“ geantwortet, beispielsweise auf Whisky und Soja.

Der Plan zur entschiedenen Reaktion und die Geschlossenheit der EU sollen Trump demnach beeindruckt haben. Auch aus Sorge um den US-Binnenmarkt habe der US-Präsident dann eingelenkt. Eine neue Preisspirale im eigenen Land hätte auch innenpolitisch für Trump schwierig werden können.

Update, 20:28 Uhr: Nach der vorläufigen Beilegung des Streits mit den USA über Grönland haben sich die Staats- und Regierungschefs der EU erleichtert gezeigt – und gleichzeitig Wachsamkeit angemahnt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach am Donnerstagabend am Rande des EU-Sondergipfels in Brüssel von einem „guten Ergebnis“, das in den Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump am Vortag in Davos erzielt worden sei. Der französische Präsident Emmanuel Macron mahnte, trotz der „akzeptableren“ Situation, „wachsam“ zu bleiben.

Merz und Macron lobten die europäische Geschlossenheit in der Angelegenheit. „Es hat sich gezeigt, dass Geschlossenheit und Entschlossenheit auf der europäischen Seite durchaus etwas bewirken können“, sagte Merz. Macron argumentierte, wenn Europa mit Einheit reagiere, „kann es sich Respekt verschaffen“.

EU-Außenbeauftragte sieht Beziehungen zwischen EU und den USA beschädigt

Update, 19:39 Uhr: Laut der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas hätten die Beziehungen zwischen der EU und den USA einen schweren Schlag erlitten. Vor dem EU-Sondergipfel sagte Kallas: „Uneinigkeiten zwischen Verbündeten wie Europa ‌und Amerika nützen nur unseren Gegnern, die zuschauen und die Aussicht genießen.“

Update, 19:02 Uhr: Nach den Entwicklungen rund um Grönland fordert auch die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen eine verstärkte Präsenz der NATO in der Arktis. „Wir brauchen eine ständige Präsenz der NATO in der Arktis, auch um Grönland herum“, sagt sie vor einem EU-Sondergipfel in Brüssel. Man könne gemeinsam mit den USA erörtern, wie man die gemeinsame Zusammenarbeit in der Arktis stärken könne.

Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern

Grönland
Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der ein Auge auf Grönland geworfen hat. Schon in den 1860ern gab es einen ersten US-Vorstoß zum Kauf. So ließ Außenminister William Seward im Jahr 1868 einen „Bericht über die Ressourcen Islands und Grönlands“ erstellen. Es gebe dort Rohstoffvorkommen, die für die USA von Nutzen sein könnten, hieß es damals. Kurz zuvor hatte Seward bereits den erfolgreichen Kauf Alaskas vom russischen Zarenreich organisiert und wollte die Expansionspolitik fortsetzen. © Odd Andersen/AFP
Grönland
Der erste konkrete Kaufversuch scheiterte nicht an Dänemark, sondern am US-Kongress selbst. Dänemark hatte dem Verkauf Grönlands zugestimmt, doch der amerikanische Kongress wollte nicht schon wieder hohe Summen für nahezu unbewohnte „Eisregionen“ ausgeben. Die Abgeordneten waren nach dem teuren Alaska-Kauf skeptisch gegenüber weiteren kostspieligen Territorialerwerbungen in unwirtlichen Gebieten. © Odd Andersen/AFP
Expeditionen nach Grönland
Zwischen 1853 und 1909 führten die USA systematisch wissenschaftliche Expeditionen nach Nordgrönland durch, das damals noch staatsrechtliches Niemandsland war. Forscher wie Elisha Kent Kane, Isaac Israel Hayes und Robert Edwin Peary (dessen Basislager der Expedition von 1909 im Bild zu sehen ist) erkundeten das von den Inughuit bewohnte Gebiet und lieferten sich spektakuläre Wettläufe um die Erreichung des Nordpols. Diese Expeditionen legten den Grundstein für spätere amerikanische Gebietsansprüche. © Imago
Dänisch Westindien
1916/17 gelang den USA ein diplomatischer Schachzug: Dänemark verkaufte seine Kolonie Dänisch-Westindien in der Karibik an die Vereinigten Staaten, die daraufhin im Gegenzug die dänische Oberhoheit über ganz Grönland anerkannten. Dieser Handel war strategisch wichtig, da Dänemark bis dahin nur die grönländische Westküste kolonisiert hatte und Nord- sowie Ostgrönland Niemandsland gewesen waren. © Imago
Dänemark im Jahr 1940
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 flammte das US-Interesse an Grönland erneut auf. Washington befürchtete, Nazi-Deutschland könnte die gewaltige Insel unter seine Kontrolle bringen und damit eine strategische Bedrohung für Nordamerika darstellen. Grönland war durch die britische Seeherrschaft von dem besetzten Dänemark abgeschnitten. © Imago
Grönland
Der dänische Gesandte Henrik Kauffmann handelte am 9. April 1941 eigenmächtig einen Vertrag mit den USA aus, der die Errichtung amerikanischer Militärbasen in Grönland genehmigte. Kauffmann erklärte, dass er keine Weisungen aus dem deutsch besetzten Kopenhagen mehr entgegennehmen werde und sich zum alleinigen Vertreter der dänischen Interessen für Grönland erkläre. Diese „Entscheidung ebnete den Weg für die amerikanische Militarisierung Grönlands, die seither aufrechterhalten wurde.“ © Odd Andersen/AFP
Rostiges Fahrzeug ehemaliger US Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg Ikatek Grönland
Bis Kriegsende waren knapp 6000 US-Militärs auf vier Marine- und 13 Armeestützpunkten auf Grönland stationiert (im Bild: der ehemalige US-Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg, Ikatek). Die Insel diente vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und wurde als Auftankstation für eigene Seemissionen genutzt. 1941 wurde zudem die Sirius-Schlittenpatrouille gegründet, um deutsche Versuche zur Errichtung von Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis zu verhindern. © Egmont Strigl/Imago
Harry Truman unterzeichnet NATO-Vertrag 1949
Nach dem Krieg wollte Dänemark die amerikanische Militärpräsenz auf der Insel wieder rückgängig machen, doch ohne Erfolg. US-Präsident Harry Truman (hier bei der Unterzeichnung des NATO-Pakts 1949) schlug Kopenhagen drei Optionen vor: entweder das Abkommen von 1941 fortzusetzen, die US-Stützpunkte für 99 Jahre zu leasen oder Grönland für 100 Millionen US-Dollar in Gold zu kaufen. Die dänische Antwort war eindeutig: „Absurd.“ © Imago
Frederik IX
„Wir verkaufen nicht!“ – Diese klare Absage stammte vom dänischen König Frederik IX (hier ein Gedenkstein in Nuuk) im Jahr 1960, nachdem US-Präsident Eisenhower wiederholt die Absicht geäußert hatte, Grönland von Dänemark kaufen zu wollen. 65 Jahre später sind die Aussagen Dänemarks und der USA zum gleichen Thema nahezu identisch, auch an den Motiven Washingtons hat sich im Wesentlichen nichts geändert. © Imago
Thule Air Base in Grönland
1951 gelang es den USA dennoch, ein Abkommen auszuhandeln, das ihnen gewährte, Grönland weiterhin militärisch zu nutzen, wenn sie dafür die Verteidigung Grönlands übernahmen. In diesem Jahr wurde die Thule Air Base als wichtigster militärischer Stützpunkt in Grönland errichtet. Bis 1958 nutzten die USA den Flughafen Narsarsuaq und bis 1992 den Flughafen Kangerlussuaq als Militärbasen. © Imago
Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968
Die amerikanische Militärpräsenz führte zu schweren diplomatischen Krisen und Problemen. Zu den bedeutendsten gehörten die Zwangsumsiedlung der Bewohnerinnen und Bewohner von Uummannaq direkt neben der Thule Air Base nach Qaanaaq im Jahr 1953 und der Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968 (im Bild). Mit diesem Vorfall musste Dänemark anerkennen, dass die USA heimlich Atomwaffen in Grönland lagerten. © Imago
Grönland
Nach Ende des Kalten Kriegs verminderten die USA ihre militärischen Aktivitäten und zogen sich 1991 aus Kangerlussuaq (im Bild) und Kulusuk zurück. Jedes Mal hinterließen sie das Gebiet mit Schrott verunreinigt und häufig mit umweltschädlichen Stoffen verseucht, weigerten sich aber dafür zu haften. Dänemark erklärte sich bereit, die Verantwortung für das Aufräumen zu übernehmen. © Sergi Reboredo/Imago
Colin Powell, Per Stig Møller und Josef Motzfeldt
2004 wurde das sogenannte Igaliku-Abkommen von den Außenministern Colin Powell (USA, rechts), Per Stig Møller (Dänemark, links) und Josef Motzfeldt (Grönland, Mitte) unterzeichnet. Die USA verpflichteten sich zur Zusammenarbeit für den Umweltschutz und Grönland erhielt mehrere entwicklungsmäßige und finanzielle Vorteile von den USA. Das Abkommen wurde im Heimatort des grönländischen Außenministers geschlossen. © AFP
Klimawandel in Grönland
Das schmelzende Polareis verschärft die strategische Bedeutung Grönlands dramatisch. Die Arktis erwärmt sich laut einer Studie der Stiftung für Wissenschaft und Politik viermal so stark wie im globalen Durchschnitt. Das zurückgehende Meereis öffnet neue Seewege zwischen Asien und Europa und macht Lagerstätten von Rohstoffen an Land und auf dem Meeresboden besser zugänglich. © Jason Briner/dpa
Grönland
In der Arktis werden in Gebieten, die durch die Klimakrise zugänglich werden, riesige Mengen an unentdeckten Erdgas- und Erdölvorkommen vermutet. Diese beiden Faktoren - Kontrolle der neuen Seewege in der Arktis und Zugang zu den immensen Rohstoffvorkommen - sind die wesentlichen Gründe für den jetzigen, erneuten Vorstoß der USA, sich Grönland „anzueignen.“ © Steffen Trumpf/dpa
Anti-Trump-Demo in Kopenhagen 2019
Donald Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit 2019 ein „gieriges Auge“ auf Grönland geworfen und einen Kauf der Insel ins Gespräch gebracht. Seine Begründung: Man benötige die strategisch gelegene Insel für die „nationale Sicherheit“ der USA. In Kopenhagen kam es deswegen schon damals zu Demonstrationen.  © Niels Christian Vilmann/Imago
Grönland und Trump
Doch so unverhohlen wie jetzt hatte Trump noch nie gedroht, Grönland „haben“ zu wollen. Trump verweist auf die zunehmende Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Arktis-Region und behauptet, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland ausreichend zu schützen. Sogar eine militärische Intervention schließt er nicht aus. Die große Mehrheit der rund 57.000 auf der Insel lebenden Menschen wollen dagegen mit den USA nichts zu tun haben: Grönland stehe nicht zum Verkauf, hieß es bei einer Demonstration im März 2025. © Christian Klindt Soelbeck/dpa
Vance in Grönland
Ende März 2025 reiste US-Vizepräsident JD Vance nach Grönland. Dort äußerte er vor den stationierten US-Soldaten scharfe Kritik am NATO-Verbündeten Dänemark, zu dem die riesige Eisinsel gehört. Das Land tue angesichts der Bedrohungen durch Russland und China zu wenig für die Sicherheit Grönlands, sagte Vance auf die US-Militärstützpunkt Pituffik im abgeschiedenen Norden Grönlands.  © Jim Watson/AFP
Die Frau von Trump-Berater Stephen Miller zündelt.
Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller stellte in einem CNN-Interview sogar infrage, ob Grönland rechtmäßig zum NATO-Partner Dänemark gehöre. „Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland?“, fragte Miller provokativ. Ein Social Media Post seiner Ehefrau Katie Miller zeigte eine Karte von Grönland in US-amerikanischen Farben. © Screenshot X
Grönland-Konflikt
In der EU und in der NATO hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Donald Trump meint es ernst mit seinen Grönland-Ambitionen. Europas Spitzenpolitiker reagieren mit klaren Worten auf Trumps Forderungen. Deutschland und weitere Länder stellen sich nach Trumps Drohungen demonstrativ hinter Grönland und Dänemark. Erst im September 2025 hatten dänische Streitkräfte mit Hunderten Soldaten aus mehreren europäischen Staaten an einer NATO-Übung auf Gönland teilgenommen (im Bild). © Ebrahim Noroozi/dpa
Mette Frederiksen und Donald Trump
Dänemark hat Trumps Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur. © Christian Hartmann/AFP
Thule, Grönland
Mehrere NATO-Bündnisstaaten haben sich zuletzt für eine stärkere Präsenz des Bündnisses in der Region ausgesprochen – auch Deutschland. Im Gespräch ist dabei unter anderem der Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis). Er soll den USA das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. © Imago
US-Militärbasis Pituffik Space Base in Grönland
Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit Dänemark die Pituffik Space Base auf Grönland. Dieser Stützpunkt unterstützt Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen. Dänemark hat grundsätzlich nichts gegen eine verstärkte US-Militärpräsenz auf der Insel, solange die Souveränität respektiert wird. Die dänischen Streitkräfte sind hauptsächlich über das Arktische Kommando in Nuuk auf der Insel präsent. © Thomas Traasdahl/dpa
Grönland
Dass die Trump-Regierung bislang auch militärischen Zwang nicht ausschließt, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen, sorgt in Europa für große Beunruhigung. Tatsächlich ist der Fall, dass ein NATO-Land das andere überfällt, in den Statuten der Allianz nicht vorgesehen – der Feind kommt traditionell immer von außen. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Alpenglühen in Alaska
Trump hat im Streit um Grönland aber auch immer von einem „Erwerb“ gesprochen. Der Kauf zusätzlichen Territoriums ist in der US-Geschichte kein Novum. In der Vergangenheit haben die USA für bestimmte Gebietserweiterungen immer wieder Geld in die Hand genommen. Dazu zählt beispielsweise auch Alaska (im Bild), das die damalige US-Regierung im Jahr 1867 für einen Spottpreis von 7,2 Millionen Dollar von Russland erwarb.  © Al Grillo/dpa

Klingbeil betont künftige Zusammenarbeit mit den USA

Update, 17:59 Uhr: Trotz Donald Trumps Zolldrohungen im Streit um Grönland will Deutschland weiter eng mit den USA zusammenarbeiten. „Es geht überhaupt nicht darum, mit den Amerikanern zu brechen, ⁠das Verhältnis aufzulösen“, sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Rande des Wirtschaftstreffens in Davos vor Journalisten. Es sei gut, dass es keine militärische Gewalt geben werde, um sich Grönland einzuverleiben. „Über alles andere können wir reden“, sagte Klingbeil.

Update, 17:08 Uhr: Außenminister Johann Wadephul hat die Wende von US-Präsident Donald Trump bei dessen Plänen zur Übernahme der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland begrüßt. „Ich setze jetzt darauf, dass das Königreich Dänemark, Grönland und die Vereinigten Staaten die Einzelheiten sehr schnell und effektiv aushandeln werden“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem äthiopischen Kollegen Gedion Timothewos in der Hauptstadt Addis Abeba. „Die Lösung, die jetzt für die Grönlandfrage gefunden ist, ist exakt diejenige, für die die Bundesregierung von Anfang an eingetreten ist“, sagte Wadephul.

Selenskyjs Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos: „Ohne USA keine Sicherheitsgarantien“

Update, 16:30 Uhr: Der finnische Präsident Alexander Stubb drängt auf einen schnellen Plan um die Sicherheit in der Arktis-Region zu stärken. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte Stubb der Plan solle bis zum anstehenden NATO-Gipfel im Juli in Ankara stehen.

Update, 15:49 Uhr: Damit ist Selenskyj Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos auch beendet. Der ukrainische Präsident warnte die europäischen Saaten davor sich insbesondere in Sicherheitsfragen zu sehr auf die USA zu verlassen. Europa müsse in der Lage sein sich selbst zu verteidigen. Man finde in Europa zwar die richtigen Worte, handele dann aber nicht dementsprechend, so Selenskyj.

Nach dem Treffen mit Donald Trump in Davos betonte Selenskyj auch, dass sein Land nach einem möglichen Waffenstillstand mit Russland nicht nur Sicherheitsgarantien von Europa benötige: „Ohne die USA funktionieren keine Sicherheitsgarantien.“ Sein Treffen mit Trump nannte Selenskyj „sehr gut“. Der US-Präsident hatte das Gespräch seinerseits als „gut“ bezeichnet und an die Adresse des russischen Präsidenten Wladimir Putin gesagt: „Der Krieg muss enden.“

Selenskyj dankt NATO-Chef Rutte und kritisiert die EU beim Umgang mit der russischen Schattenflotte

Update, 15:29 Uhr: „Europa kann und muss auf der Weltbühne eine Macht sein.“ Europa müsse eine Macht sein, die für eine Welt ohne Krieg einstehe. Selenskyj dankt auch NATO-Chef Mark Rutte der sich bei der Grönland-Krise eingesetzt habe. Mit Kritik an der EU hält der ukrainische Präsident bei seiner Rede nicht zurück. „Warum kann Präsident Trump Tanker der russischen Schattenflotte stoppen und Öl beschlagnahmen aber Europa macht es nicht?“ An diesem Punkt ist ein leises Raunen im Publikum zu hören.

Update, 15:16 Uhr: „Europa muss mehr machen“, sagt der ukrainische Präsident. Sonst könnten die EU-Sanktionen gegen Russland nicht effektiv wirken. Alle die mit Russland noch Geschäfte machen bräuchten eine „Ohrfeige“, so Selenskyj. „Jeder sieht wie Russland versucht das ukrainische Volk erfrieren zu lassen.“ Russland könne keine ballistischen Raketen bauen, ohne Bauteile aus Europa oder Taiwan. „Putin produziert weiter Raketen.“ Trotzdem betonte Selenskyj er sei dankbar für die Hilfe aus Europa und die zur Verfügung gestellten Patriot-Systeme.

„Ich wurde angehalten nicht über die Taurus-Raketen zu sprechen“, sagt Selenskyj. Europa schiebe Argumente vor, um keinen echten Frieden in der Ukraine zu finden. Europa sei ein zersplitterter Kontinent kleiner und mittlerer Mächte, man finde keine gemeinsame Linie bei der Verteidigung, mahnt der ukrainische Präsident in Davos.

Update, 15:05 Uhr: Jetzt beginnt der ukrainische Präsident seine Rede. Europa müsse lernen sich selbst zu verteidigen. Ein Jahr sei vergangen und es habe sich nichts geändert, so der ukrainische Präsident. „Alle haben jetzt medial ihre Aufmerksamkeit auf Grönland gelenkt.“ Auch die Proteste im Iran hätten die Berichterstattung dominiert. Doch keiner sei Eingeschritten.

Selenskyj lobte Donald Trumps Vorgehen in Venezuela. Der venezolanische Präsident sei nun vor Gericht in New York. Doch Wladimir Putin führe den Angriffskrieg gegen die Ukraine weiter. Putin habe es geschafft die Europäische Gemeinschaft erfolgreich davon abzuhalten gemeinsam aufzutreten. Selenskyj fragt an was es fehle. Am politischen Willen oder an der Zeit?

Selenskyj dankt dem britischen Premierminister Keir Starmer und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron für ihre Bereitschaft bei einem möglichen Ende des Ukraine-Kriegs Friedenstruppen in der Ukraine zu stationieren.

Selenskyj live in Davos - Trump reist vom Weltwirtschaftsforum ab

Update, 14:55 Uhr: Die Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj scheint sich etwas zu verzögern. US-Präsident Donald Trump ist mittlerweile von Davos abgereist und auf dem Weg zum Flughafen in Zürich.

Update, 14:33 Uhr: In wenigen Minuten dürfte der ukrainische Präsident in Davos seine Rede halten. Das Treffen zwischen Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump zuvor sei gut gewesen, sagte der US-Präsident nach dem Gespräch, wie die Kyiv Post berichtet.

Update, 13:34 Uhr: Wie das Büro des ukrainischen Präsidenten bestätigt, soll das Treffen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj begonnen haben. Um 14:30 Uhr hält der ukrainische Präsident dann eine Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos, die Sie hier live mitverfolgen können.

Update, 12:52 Uhr: Laut NATO-Chef Mark Rutte müssen die NATO-Länder die Verteidigung der Arktis-Region verstärken. Dies sei Teil des Rahmenabkommens, das er mit US-Präsident Donald Trump am Mittwoch verhandelt habe, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. „Wir werden uns mit unseren hochrangigen Kommandeuren in der NATO zusammensetzen, um zu erörtern, was notwendig ist“, betonte Rutte gegenüber Reuters. Er fügte hinzu: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir das recht schnell schaffen können. Ich würde mir auf jeden Fall 2026 wünschen, hoffentlich sogar schon Anfang 2026.“

Dänemark über Verhandlungen zwischen Trump und Rutte über Grönland

Update, 12:20 Uhr: Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen hat alleinigen Verhandlungen von NATO-Generalsekretär Mark Rutte mit den USA über Grönland eine Absage erteilt. Rutte könne nicht im Namen Dänemarks verhandeln, erklärte Lund Poulsen am Donnerstag im Onlinedienst X. Rutte setze sich aber „loyal“ für die Einheit der Militärallianz ein.

„Wir haben eine klare rote Linie“, fügte Lund Poulsen mit Blick auf die von Rutte und US-Präsident Donald Trump angekündigten Verhandlungen hinzu. „Wir werden die Souveränität über Teile des Königreichs nicht abtreten.“

Damit tritt Dänemark auch Berichten über Details des Rahmenabkommens zwischen Rutte und Trump entgegen. Die New York Times hatte unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtet, dass Dänemark den USA die Souveränität über kleine Gebiete Grönlands übertragen könne. Dort könnten die USA dann Militärstützpunkte errichten.

Update, 12:00 Uhr: Nur einen Tag nach seiner überraschenden Wende im Grönland-Konflikt folgt der nächste diplomatische Paukenschlag von US-Präsident Trump. Sein heute gegründeter „Friedensrat“ stößt auf viel Skepsis.

Reaktionen auf Merz-Rede in Davos: Bundeskanzler hat „zweite Zeitenwende ausgerufen“

Update, 11:10 Uhr: In einer ersten Reaktion auf die Merz-Rede hat Dirk Jandura gefordert, den Koalitionsvertrag anzupassen. „Bundeskanzler Merz hat in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos de facto eine zweite Zeitenwende ausgerufen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) in einer Stellungnahme. „Der derzeitige Koalitionsvertrag ist angesichts der neuen Weltlage in Teilen nicht mehr zeitgemäß.“ Nun müssten alle Signale auf Wachstum gestellt werden.

Update, 10:25 Uhr: In Anlehnung an die Rede des Kanadiers Mark Carney am Dienstag schloss Merz seine Rede mit dem Appell an Davos, das „große Ganze“ im Blick zu behalten. „Die Welt um uns herum verändert sich in einem beispiellosen Tempo. Die Richtung, die sie einschlägt, muss uns beunruhigen. Eine Welt der Großmächte ist eine neue Realität. Europa hat die Botschaft verstanden. Deutschland hat die Botschaft verstanden. Wir müssen und werden dieser Herausforderung gerecht werden.“ Und dann machte er noch einmal deutlich, dass eine „historische Aufgabe auf die Politik warte: „Unser Schicksal liegt in unseren Händen. Es liegt in unserer Verantwortung und in unserer Freiheit, es zu gestalten. Diese historische Aufgabe liegt vor uns. Deutschland will bei ihrer Bewältigung eine Schlüsselrolle spielen.“

Friedrich Merz bekräftigt: Die europäischen Verbündeten werden in der Arktis mehr machen müssen.

Merz in Davos: Kanzler kündigt „Hightech-Agenda“ für Deutschland an

Update, 10:02 Uhr: In Sachen neue Technologie kündigt Merz eine „Hightech-Agenda“ für Deutschland an. Man wolle innovativer KI-Standort werden und lade internationale Investoren ein. „Meine Regierung wird ihre Hausaufgaben machen“, verspricht der CDU-Chef. Sein Publikum fordert er auf, sich von den Schlagzeilen nicht verwirren zu lassen und Ruhe zu bewahren.

Update, 09:55 Uhr: Mitten in seiner Rede wechselt der Kanzler vom Englischen ins Deutsche. Er spricht sich „trotz aller Frustration der vergangenen Wochen“ für eine Wiederbelebung der transatlantischen Beziehungen aus. „Auch die USA werden darauf angewiesen sein“, so Merz. „Autokratien mögen Untertanen haben. Demokratien haben Partner und verlässliche Freunde.“

Update, 09:50 Uhr: Die Grönland-Krise wird schnell Thema der Merz-Rede. Man nehme die Forderungen Trumps sehr ernst. Man stehe weiter solidarisch an der Seite Dänemark. Gleichzeitig versprach der Kanzler ein größeres Engagement Deutschlands innerhalb der NATO. „Wir werden Grönland beschützen vor der Bedrohung aus Russland“, sagt der Kanzler. Gleichzeitig begrüße er die Bemerkungen Trumps und sprach sich für Verhandlungen zwischen Dänemark, der EU und den USA aus.

Update, 09.43 Uhr: Friedrich Merz spricht in seiner Rede von einer „neuen Ära, die bereits begonnen hat“. Anzeichen dafür seien der Ukraine-Krieg, das Großmachtstreben der Volksrepublik China und die radikale Veränderung der US-Außenpolitik unter Donald Trump. „Wir sind eingetreten in eine Zeit der Großmachtpolitik“, so Merz. Eine „neue Welt der Großmächte“ entstehe, aufgebaut auf „Macht, Stärke und Gewalt“. Merz stellt klar: „Es ist kein angenehmer Ort.“

Update, 09:39 Uhr: Es geht los. Leicht verspätet erhebt sich Friedrich Merz von seinem Platz auf der Bühne in Davos. Die mit Hochspannung erwartete Rede des Bundeskanzlers beginnt.

Rubriklistenbild: © Markus Schreiber / dpa

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