„Besondere Beziehung“

Deal zu Trumps „Friedensrat“: Putin will Platz bezahlen – mit eingefrorenem Geld

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Russlands Präsident Putin will die „Friedensrat“-Einladung von US-Präsident Trump augenscheinlich annehmen. Zu den Umständen bleiben aber offene Fragen.

Update, 22. Januar, 11:51 Uhr: Trump hat heute in Davos das Gründungsdokument des von ihm iniitierten „Friedensrates“ unterzeichnet. Das Gremium soll Trumps Vorstellungen zufolge internationale Konflikte beilegen - und zwar laut Charta ausdrücklich in Konkurrenz zu den UN. Doch welches Land ist dabei – und welches nicht?

Deal zu Trumps „Friedensrat“: Putin will Platz bezahlen – mit eingefrorenem Geld

Erstmeldung: Moskau/Washington – Der „Friedensrat“ von Donald Trump spaltet die Staatenwelt. Einige Länder haben einen Beitritt bereits zugesagt, andere lehnen rundheraus ab. Jetzt hat Kremlchef Wladimir Putin Berichten zufolge angedeutet, dass Russland einen permanenten Sitz im Sicherheitsrat (Kostenpunkt: 1 Millarde Dollar) begehre – den Betrag will Russlands Präsident aus eingefrorenen russischen Geldern bezahlen. Das dürfte die internationale Diskussion befeuern. Bereits jetzt entzündet sich viel Kritik, da der Friedensrat als Bedrohung der UN wahrgenommen wird.

Bald gemeinsam im „Friedensrat“? Putin (l.) und Trump (Archivbild)

Putin und der „Friedensrat“ von Trump: russische Milliarden im Spiel

„Angesichts der besonderen Beziehung zum palästinensischen Volk könnte Russland eine Milliarde Dollar aus russischen Vermögenswerten, die unter der vorherigen US-Regierung eingefroren wurden, an den Friedensrat weiterleiten“, zitierte der Kyiv Independent Putin aus einem Pressetermin. Putin bezog sich demnach auf die rund fünf Milliarden Dollar, die die damalige US-Regierunter unter Joe Biden zu Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine eingefroren hatte.

Russische Vermögen für Wiederaufbau nach Krieg: Welche Regionen meint Putin?

Trump hat sich zu Putins mutmaßlichem Angebot noch nicht geäußert, hieß es weiter. Unklar blieb auch, ob Putin neben dem Gaza-Krieg auch den Ukraine-Krieg meinte. „Die übrig bleibenden Mittel der in den USA eingefrorenen Vermögenswerte könnten übrigens nach einem Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine auch zur Wiederherstellung der Territorien genutzt werden, die von den Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen wurden“, zitierte die Nachrichtenagentur dpa den Kremlchef. Ob er damit Regionen unter russischer oder ukrainischer Kontrolle meint, sagte er allerdings nicht.

Vorsitzender des Friedensrats will US-Präsident Trump selbst sein. Staaten können sich unbefristet einen Sitz sichern, wenn sie innerhalb eines Jahres eine Milliarde US-Dollar zum Etat beisteuern. Wer diese Gebühr nicht zahlt, soll nur für drei Jahre im Gremium vertreten sein.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Ukraine gemeinsam mit Russland und Belarus im Friedensrat von Trump?

Am heutigen Donnerstag (22. Januar) will Putin in Moskau Gespräche mit US-Gesandten über die Verwendung eingefrorener russischer Gelder aufnehmen. Putin erörtert das Thema überdies mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und sieht dies als Teil einer Nahost-Friedenslösung, wie Reuters berichtet.

Eine Einladung zum US-Friedensrat ging auch an die Ukraine. Deren Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte laut Kyiv Independent, ukrainische Diplomaten prüften sie – betonte jedoch, es sei „schwer vorstellbar“, neben Russland und Belarus in diesem Gremium zu sitzen .„Russland ist unser Feind, Belarus ist sein Verbündeter“, sagte Selenskyj zu Journalisten.

Donald Trumps „Friedensrat“: Wer dabei ist – und wer nicht

Dutzende Länder haben Einladungen zum Eintritt in Trumps „Friedensrat“ bekommen. Manche haben ihre Teilnahme zugesagt, andere geben sich eher verhalten. Das ist der Stand:

Diese Länder haben die Einladung zum „Friedensrat“ angenommen

  • Ägypten, Indonesien, Jordanien, Katar, Pakistan, Saudi-Arabien, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate (in einer gemeinsamen Erklärung)
  • Albanien
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Bahrain
  • Belarus
  • Israel
  • Kasachstan und Usbekistan
  • Kosovo
  • Kuwait
  • Marokko
  • Paraguay
  • Vietnam

Diese Länder haben dem „Friedensrat“ zunächst eine Absage erteilt

  • Frankreich
  • Norwegen
  • Schweden

Diese Länder haben - neben anderen - bisher nicht fest zugesagt

  • Deutschland
  • China
  • Großbritannien
  • Italien
  • Russland
  • Ukraine
  • Vatikan

Russland ist – noch – in der letztgenannten Liste. Ein liberaler Moskauer Politologe prognostizierte im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, Putin könne versuchen, eine privilegierte VIP-Mitgliedschaft in Trumps „Friedensrat“ auszuhandeln – im Idealfall mit Zweitveto. Auch eine taktische und zunächst kurzfristige Teilnahme sei möglich. (Quellen: Kyiv Independent, Frankfurter Rundschau, Reuters, mfa.gov.tr) (frs)

Rubriklistenbild: © Andrew Caballero-reynolds/AFP

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