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Rätsel um Putin-Rückschlag: Gewaltige Explosion erschüttert Moskaus Hinterland

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Steckt die Ukraine dahinter? Nahe Moskau kommt es in einem Munitionsdepot der russischen Streitkräfte zu einer Explosion. Die Aufregung ist in Russland groß.

Moskau – Die Fotos und Videos aus Russland, die am Dienstag und Mittwoch (23. April) in Sozialen Netzwerken wie X die Runde machten, sollen den nächsten Rückschlag für Russlands Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Krieg dokumentieren.

Riesen-Explosion bei Moskau: In Russland brannte ein großes Munitionsdepot

Bei Kirschatsch (Oblast Wladimir), rund 75 Kilometer nordöstlich der Millionenmetropole Moskau, soll ein Munitionslager der russischen Armee explodiert sein. Das sollen Videoaufnahmen von einem gewaltigen Feuerball belegen, die von ukrainischen und russischen Bloggern in sozialen Medien geteilt wurden. Russische Behörden hatten vergleichsweise schnell ein Feuer in dem betreffenden Munitionsdepot bestätigt.

So gab das russische Verteidigungsministerium einen Verstoß gegen Sicherheitsbestimmungen beim Umgang mit Explosionsstoffen als angeblichen Grund für den offenbar unübersehbaren Großbrand an. Auf Telegram schrieb das Verteidigungsministerium, dass „infolge eines Brandes auf dem Gelände einer Militärbasis in der Region Wladimir“ in einem Depot gelagerte Munition explodiert sei.

Munitionslager bei Moskau explodiert: Stecken ukrainische Drohnen dahinter?

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass bestätigte, musste das benachbarte Dorf Barsowo evakuiert werden. In Kirschatsch, das rund 700 Kilometer nördlich der Front bei Kupjansk in der Region Charkiw liegt, soll unbestätigten Berichten zufolge auch Nachschub für die Gefechte in der Ukraine gelagert worden sein. Pro-ukrainische Militärblogger schrieben, die Explosion in der Nähe der russischen Hauptstadt sei angeblich auf Drohnen-Angriffe zurückzuführen.

Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Videos etwaiger Drohnen im Anflug auf das Gelände wurden bei X nicht geteilt. Zudem äußerte sich Kiew nicht offiziell zu dem Großbrand tief im Landesinneren der Russischen Föderation, während Kreml-Machthaber Putin eine Chance auf direkte Gespräche zum Ukraine-Krieg mit US-Präsident Donald Trump in Italien wohl verstreichen lässt.

Oblast Wladimir

Die Oblast Wladimir ist eine Verwaltungseinheit in der Region Zentralrussland nordöstlich von Moskau. Schon im frühen 18. Jahrhundert im russischen Kaiserreich war der Name Wladimir gebräuchlich. Schätzungen zufolge sollen rund 1,35 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner in der Oblast leben, die wirtschaftlich durch die Schwerindustrie sowie die Glas- und die Lebensmittelindustrie geprägt ist. Größte Stadt ist das gleichnamige Wladimir mit etwa 345.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Brand in russischem Munitionslager: Moskau-Regime leitet Untersuchungen ein

Der Gouverneur der Oblast Wladimir, Alexander Awdejew, hatte laut der unabhängigen russischen Moscow Times (MT) beim Online-Dienst Telegram ebenfalls ein Feuer in dem riesigen Munitionslager bestätigt. Zuständige Dienste seien „vor Ort im Einsatz“.

Aus Moskau hieß es später, nachdem sich die Nachricht bereits verbreitet hatte: „Auf Anordnung des russischen Verteidigungsministers wurde eine Kommission zur Untersuchung des Vorfalls eingerichtet. Nach Abschluss der Untersuchung werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen.“

Ukrainischen Angaben zufolge, die sich ebenfalls nicht verifizieren lassen, sollen sich sehr teure und sehr schlagkräftige Waffen auf dem Arsenal befinden. MT zitierte zum Beispiel einen ukrainischen Beamten namens Andriy Kovalenko, wonach in dem Depot angeblich auch die berüchtigten Hyperschall-Luft-Boden-Rakete Kinschal sowie gefürchtete ballistische Kurzstreckenraketen vom Typ Iskander gelagert wurden. (pm)

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