Waffen der Hisbollah: Terrormiliz hortet Raketen für Angriff auf Israel
VonLisa Mariella Löw
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Die Terrormiliz Hisbollah soll Luftwaffen mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern lagern. Erste Angriffe habe sie damit schon gestartet.
Libanon - Israel droht seit Beginn des Krieges ein weiterer Gegner: Tausende Raketen soll die pro-iranische Miliz Hisbollah lagern, um sie womöglich auf der Seite der Hamas im Krieg einzusetzen. Das teilte Newsweek mit. Damit hätte die Hisbollah weit mehr Waffen als die verbündete islamistische Gruppierung Hamas in ihrem Besitz. Der Israel-Krieg könne sich neben dem Gazastreifen und dem Westjordanland auch auf den Norden des Landes ausweiten, sollte die Hisbollah Israel aus dem Libanon angreifen.
Momentan hält sich die Hisbollah noch größtenteils aus dem Kriegsgeschehen heraus. Allerdings hat sich die Terrormiliz nach Angaben von Novanews zu einem Raketenbeschuss auf die israelische Stadt Kiryat Shmona im Norden Israels an der Grenze zum Libanon bekannt. Nach Angaben des Senders Al Manar feuerte sie auch Raketen auf Nahariya, eine Küstenstadt im Norden Israels, etwa 10 Kilometer von der so genannten „Blauen Linie“ (der Trennlinie zum Libanon) entfernt. Auch die Huthi-Rebellen aus dem Jemen sollen einen Angriff auf Israel gestartet haben.
Waffen der Hisbollah: Mindestens so viele Raketen wie Soldaten
Laut dem Newsweek-Bericht verfügt die Hisbollah über 100.000 Soldaten. Das Portal beruft sich dabei auf Hisbollah-Anführer Sayyed Hassan Nasrallah. Das seien mehr als Doppelte der 40.000 Soldaten, die momentan für die Hamas in den Krieg gezogen sind.
Nach Angaben von Reuters habe die Hisbollah mindestens ebenso viele Raketen wie Soldaten. Einigen Schätzungen zufolge sollen es sogar über 150.000 Raketen sein. Dabei handele es sich Einschätzungen zufolge nach sowohl um Kurzstreckenraketen als auch um Langstreckenraketen, die ganz Israel erreichen könnten.
Hisbollah rüstet auf: Luftwaffen mit bis zu 300 Kilometer Reichweite
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Konkret würden die Hisbollah laut Newsweek vor allem die sowjetischen Kurzstreckenraketen „Katyusha“ aufrüsten. Sie können bis zu 30 Kilometer weit fliegen können. Bei den Langstreckenraketen würden die Hisbollah insbesondere mit den iranischen Luftwaffen Raad, Fajr and Zilzal aufrüsten. Nach Angaben der israelischen Zeitung Haaretz würde der Typ Fateh-110, der sich ebenfalls im Besitz der Hisbollah befinden soll, bis zu 300 Kilometer weit fliegen können. Gerüchten zufolge soll die Terrormiliz Raketen mit der doppelten Flugweite vom Typ Scud lagern.
Im Waffenlager der Hisbollah sollen sich außerdem Raketen befinden, die Flugzeuge, Panzer und Schiffe zerstören könnten. Die Terrormiliz soll für ihren Einsatz weitere Waffen mit entsprechenden Navigationssystemen nachgerüstet haben.
Trotz Waffenlager: Hisbollah wolle keinen Krieg
Nach eigenen Angaben habe die Hisbollah am Sonntag, 29. Oktober, eine israelische Drohne zerstört, indem sie eine Boden-Luft-Rakete einsetzten. Israelische Drohnen haben bislang mindestens 47 Hisbollah-Kämpfer in Grenzkämpfen getötet. Auch die Hisbollah sei in Besitz einiger Drohnen, von denen manche Explosionen abfeuern könnten. Es gibt Theorien, die besagen, dass sie Israels Drohnen-Verteidigungssystem überwältigen könnten.
Die Waffen der Hisbollah könnten den laufenden Israel-Krieg also verschärfen und ausweiten. Allerdings hat sich die Terrormiliz bislang noch nicht dazu bekannt, sich aktiv in den Krieg einzumischen. Der libanesische Außenminister Abdallah Bou Habib sagte der New York Times am Dienstag, 31. Oktober: Ganz Libanon, die Hisbollah eingenommen, wolle keinen Krieg. Die Regierung habe mit der Hisbollah gesprochen. Abdallah Bou Habib habe nicht den Eindruck, dass die Terrormiliz einen Krieg starten würde. Allerdings stehe die Frage im Raum, ob Israel einen Krieg starte. (Lisa Mariella Löw)