Verheimlichte Zahlung?

Brisanter Bericht: Deutscher Putin-Experte der ARD soll hohe Geldsummen aus Russland erhalten haben

Er gilt als absoluter Putin-Experte: Hubert Seipel. Doch der TV-Journalist soll Hunderttausende Euro aus Moskau erhalten haben. Das wirft nun Fragen auf.

Berlin – Der deutsche TV-Journalist und Putin-Biograf Hubert Seipel soll laut Medienberichten hunderttausende Euro aus Russland erhalten haben, ohne dies dem Sender NDR (Mitglied der ARD) als seinem Arbeitgeber mitzuteilen. Wie der Spiegel und das ZDF-Magazin Frontal am Dienstag (14. November) unter Berufung auf vertrauliche Dokumente aus Zypern berichteten, geht es namentlich um 600.000 Euro, die im Rahmen eines sogenannten Sponsorenvertrages gezahlt worden seien.

Oligarchen-Geld aus Russland: Bericht bringt TV-Journalisten Hubert Seipel in Bedrängnis

Traf Putin mehrfach für seine Bücher: Biograf Hubert Seipel.

Seipels Vertragspartner war demnach offiziell eine Briefkastenfirma namens De Vere Worldwide Corporation mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln. Diese gehöre augenscheinlich zum Firmengeflecht des russischen Oligarchen und langjährigen TUI-Großaktionärs Alexej Mordaschow, den die Europäische Union (EU) nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit Sanktionen belegte. Es gebe Hinweise darauf, dass es zuvor eine zweite ähnliche Vereinbarung gegeben habe, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

Hubert Seipel und seine Bücher: NDR und Verlag kündigen Untersuchung an

Seipel hatte Russlands Präsident Wladimir Putin mehrfach interviewt. 2015 erschien seine Biografie „Putin. Innenansichten der Macht“. 2021 folgte das Buch „Putins Macht. Warum Europa Russland braucht“. Beide Bücher wurden vom Hamburger Verlag Hoffmann und Campe veröffentlicht. Der Verlag und auch der NDR erklärten, nichts von den Zahlungen gewusst zu haben, und kündigten eine Prüfung der Vorgänge an.

Laut Spiegel und ZDF wurden die Zahlungen im Rahmen von „Cyprus Confidential“ aufgedeckt, eine internationale investigative Recherche, bei der es um fragwürdige Geschäfte des EU-Landes Zypern geht. (afp)

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