Ein ICE-Beamter soll bei Protesten eine Waffe auf einen US-Bürger gerichtet und damit die rechtlichen Grenzen von Bundesgewalt überschritten haben.
Chicago – Ein neues Gerichtsdokument im Northern District von Illinois behauptet, dass ein Bundes-Immigrationsbeamter eine Waffe auf einen US-amerikanischen Staatsbürger gerichtet hat. Außerdem soll er eine bedrohliche Bemerkung während einer Protestkundgebung im Stadtteil Little Village im Zentrum von Chicago vergangene Woche gemacht haben.
Laut dem Dokument vom 26. Oktober 2025 erklärte der Beamte: „Peng, peng“ und „Du bist tot, Liberaler“. Die Vorwürfe gehen über einen einzelnen Vorfall zwischen einem Demonstrierenden und einem Bundesbeamten hinaus. Sie offenbaren den wachsenden Konflikt darüber, wie weit die Bundesregierung unter Donald Trump bei der Durchsetzung von Einwanderungs- und Sicherheitsmaßnahmen in US-Städten gehen darf – und wie stark Gerichte die Grenzen dieser Macht bestimmen können.
Vorwürfe von unverhältnismäßiger Gewalt: Unsicherheit auf amerikanischen Straßen steigt
Da bereits eine gerichtliche einstweilige Verfügung in Kraft ist, treffen Behauptungen, dass Beamte diese ignoriert hätten, den Kern von Fragen nach Verantwortlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und dem Gleichgewicht zwischen Exekutivgewalt und bürgerlichen Freiheiten auf amerikanischen Straßen.
Das Dokument, eingereicht im Namen der journalistischen Organisation Chicago Headline Club und anderer Kläger, legt dar, dass das Department of Homeland Security (Ministerium für Innere Sicherheit) eine einstweilige Verfügung (TRO) verletzt habe, die deren Einsatz von Gewalt bei Protesten beschränkt. Dem Dokument zufolge war der Beamte Teil eines Bundes-Teams unter Leitung von Bovino, dem Leiter der U.S. Border Patrol in Chicago.
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Mit Pfefferspray und Schusswaffe bedroht: Kriegsveteran wurde von ICE-Beamten angegriffen
Laut Klägern richtete ein Bundesbeamter „eine Pfefferspraywaffe und anschließend eine scharfe Schusswaffe auf den Erklärenden Chris Gentry, einen Kriegsveteranen, der sich rechtmäßig am Straßenrand aufhielt und seinen Unmut äußerte, während Beamte in ihren Fahrzeugen vorbeifuhren.“
Im Dokument heißt es, der Beamte sagte „Peng, peng“ und „Du bist tot, Liberaler“. Der Vorfall soll sich Berichten zufolge am 23. Oktober während Demonstrationen in Little Village nach Bundesaktionen Anfang letzter Woche ereignet haben. Gentry wird als unbewaffnet und in keinerlei illegale Aktivitäten verwickelt beschrieben.
Im selben Dokument werden auch wiederholte Einsätze von Tränengas und Pfefferspraymunition durch Bundesbeamte angeprangert – im Widerspruch zu der einstweiligen Verfügung von Richterin Sara L. Ellis, die den Einsatz von Crowd-Control-Mitteln auf Situationen mit „unmittelbarer und schwerwiegender physischer Gefahr“ beschränkt hatte. Laut Klägern zeigen Videoaufnahmen „extreme Gewalt gegen friedliche und unschuldige US-Bürger.“
Bundesreaktion und umstrittene Darstellungen: Ministerium für Innere Sicherheit verteidigt Vorgehen
Das Ministerium für Innere Sicherheit verteidigte das Vorgehen der Beamten in einem Beitrag auf seinem offiziellen X-Account am 24. Oktober. Darin hieß es, die Beamten hätten auf „Randalierer [die] auf Beamte mit handelsüblichen Feuerwerkskörpern schossen“ reagiert.
SHAMEFUL propaganda from @CNN—continuing to provide air cover for anti-ICE anarchists ATTACKING American law enforcement.
— Homeland Security (@DHSgov) October 24, 2025
Here are the FACTS: A mob of RIOTERS shot at our agents with commercial artillery shell fireworks and struck Chief Greg Bovino in the head. Thankfully, he… pic.twitter.com/6HESa57aTe
In dem Beitrag mit dem Titel „Law and Order will triump in Chicago“ wurde berichtet, „die Gruppe der Randalierer wurde feindseliger und gewalttätiger, rückte auf die Einsatzkräfte vor und begann mit dem Werfen von Steinen und anderen Gegenständen, darunter einem, der Chief Greg Bovino am Kopf traf.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)
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