Jahrelange Vorbereitung

Im „Herzen des Iran“: Spektakuläre Mossad-Geheimoperation macht Israels Angriff möglich

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Israel hat den Iran nicht nur aus der Luft, sondern auch aus dem Inneren angegriffen. Wie der israelische Geheimdienst die riskante Mission ermöglichte.

Tel Aviv/Teheran - Israels überraschender Großangriff hat den Iran hart getroffen. Durch präzise Militär-Operationen wurden in der Nacht zum Freitag hochrangige Generäle ausgeschalten sowie Atomanlagen und Stützpunkte beschädigt. Am Freitag wurde öffentlich, dass der großangelegte Schlag wohl jahrelang vorbereitet wurde. Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad sei dafür tief ins Innere des Irans eingedrungen, schrieben mehrere israelische Medien unter Berufung auf eine Quelle in den Sicherheitskräften des Landes. 

Vorbereitung für Angriffe: Israelischer Geheimdienst Mossad operierte jahrelang im „Herzen des Iran“

Laut Informationen der Haaretz sei es dem israelischen Spionagedienst im Vorfeld gelungen, unter anderem eine Militärbasis in der Nähe von Teheran einzurichten. Dort habe man Angriffsdrohnen gelagert, die ins Land geschmuggelt wurden. In einer Reihe von weiteren Operationen sollen außerdem Fahrzeuge mit Präzisionswaffen in der Nähe von Raketensilos und Luftabwehrstellungen im Iran platziert worden sein.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Die Operationen beruhten auf „bahnbrechendem Denken, kühner Planung und dem chirurgischen Einsatz fortschrittlicher Technologien, Spezialkräften und Agenten, die im Herzen des Irans operierten und dabei den Augen des örtlichen Geheimdienstes auswichen“, wurde ein Sicherheitsbeamter von The Times of Israel zitiert.

Für Israel-Angriffe: Waffensysteme, Drohnen und Fahrzeuge in den Iran geschmuggelt

Israels Eindringen ins Innere des Landes habe dem Militär schließlich einen entscheidenden Vorteil verschafft. Zu Beginn des Angriffs seien die platzierten Waffensysteme per Fernsteuerung gegen ihre Ziele im Iran gerichtet worden. Sie hätten Luftabwehrstellungen ausgeschalten und damit den Weg für die israelischen Kampfflugzeuge frei gemacht, heißt es. Diese konnten sich anschließend ungehindert im iranischen Luftraum bewegen.

Die im Iran eingerichtete Drohnenbasis habe später dazu gedient, Kampfdrohnen auf iranische Stützpunkte abzufeuern. Die Drohnen wurden demnach über Nacht aktiviert und schlugen bodengestützte Raketensysteme, die als Gegenschlag auf Israel gerichtet waren.

Ein vom Mossad veröffentlichte Filmmaterial soll Angriffe von Kommandos der Spionagebehörde auf iranische Luftabwehrsysteme im Iran zeigen. (Screenshot)

Netanjahu über Großangriff auf Iran: „Haben das Herz der iranischen Kernwaffenanreicherung getroffen“

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach nach dem Großangriff auf den Iran von einer erfolgreichen Operation, die noch „viele Tage weitergehen“ wird und von einem bedeutenden Moment in der Geschichte Israels. „Wir haben das Herz der iranischen Kernwaffenanreicherung getroffen“, betonte er. Unabhängig bestätigt wurde der militärische Erfolg bislang nicht.

Die Angriffe trafen Ziele in der Hauptstadt Teheran, aber auch im Westen des Landes. Der Iran kündigte eine harte Reaktion an. Er schickte noch am Morgen mindestens 100 Drohnen in Richtung Israel, die Medienberichten zufolge alle abgefangen werden konnten. (no/dpa)

Rubriklistenbild: © Mossad/The Times of Israel

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