Putins Armee

Verluste im Ukraine-Krieg: Russland montiert alte Wasserbombenwerfer auf Transporter

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Wasserbombenwerfer auf Transportern: Je länger der Ukraine-Krieg dauert, desto skurriler mutet die Ersatz-Kampfausrüstung der Streitkräfte Russlands an.

Moskau – Der Angriffskrieg Wladimir Putins auf die Ukraine wird von den westlichen Staaten als völkerrechtswidrig verurteilt und abgelehnt. Russland wurde in der Folge mit zahlreichen internationalen Sanktionen belegt, die die russische Wirtschaft geschwächt haben – und somit auch die Rüstungsindustrie. Im Ukraine-Krieg, den Russland seit Februar 2022 gegen sein Nachbarland führt, tauchen daher immer wieder eigenartige militärische Neuschöpfungen aufseiten der russischen Armee auf.

Wie das Forbes-Magazin berichtete, soll nun das bisher vielleicht bizarrste unter diesen russischen Frankenstein-Gefährten aufgetaucht sein: Ein gepanzerter Transporter (MT-LB) mit einer Abschussvorrichtung für U-Boot-Raketen (RBU-6000), die vor allem von ihrem Einsatz auf Kriegsschiffen Russlands bekannt ist.

„Neue“ Kreation im russischen Militär: Erfindungen aus 1960er Jahren für Ukraine-Krieg kombiniert

Der MT-LB (Abkürzung für Deutsch: „leicht gepanzerter Mehrzwecktransporter“) ist ein amphibischer Truppentransporter, der in den 1960er Jahren in der ehemaligen Sowjetunion auf Basis eines ungepanzerten Zugtraktors (MT-L) entwickelt wurde. Ein Foto, das am Samstag (23. September) im Internet auftauchte, zeigt nun einen dieser altertümlichen Transporter mit einer darauf montierten RBU-6000-Kanone als Ladung auf einem Tieflader.

Die MT-LB Schlepper, die selbst bereits in die Jahre gekommen seien, habe Russland laut Forbes-Magazin also mit dem Nachfolger einer britischen Innovation aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestattet: 1961 führte die Sowjetunion den Nachfolger (RBU-6000) des sogenannten „Igels“ ein. Der bestehe aus einer Reihe von Mörsern, die auf U-Boote der Gegner gefeuert werden. Die Geschosse sinken nach unten und explodieren direkt beim Aufprall.

Russland kreiert im Ukraine-Krieg eine „plumpe, wahllose Waffe“

Der Nachfolger RBU-6000, den Russland nun vermutlich an Land gegen die Ukraine einsetzen will, sei eine noch leistungsfähigere Waffe. Ihre zwölf 250 Pfund (etwa 113 Kilogramm) schweren Raketen – jede mit einem Durchmesser von 213 Millimetern – haben demnach eine Reichweite von mehr als vier Kilometern. Die meisten großen russischen Kriegsschiffe sind daher mit ihr ausgerüstet.

An Land funktioniere die RBU-6000 im Grunde wie ein sehr großer Mörser oder Raketenwerfer, so das Forbes Magazin weiter. Die Geschosse können demnach in Salven abgefeuert werden. Sowohl die britische als auch die australische Armee hätten im Zweiten Weltkrieg den „Igel“ im Bodenkampf eingesetzt.

Der Nachfolger des britischen „Igels“ soll auf dem bizarrsten der russischen Frankenstein-Fahrzeuge aufgetaucht sein. (Archivbild)

Allerdings sei fraglich, ob die RBU-6000 von einem gepanzerten Schlepper aus funktioniere. Bei der Marine sei die RBU-6000 in ein Feuerleitsystem integriert. Im Gegensatz dazu müsse sie auf einem MT-LB, wie Russland es nun zu wagen scheint, wohl manuell ausgerichtet werden. Das bedeute auch, dass die MT-LB-RBU-6000 lediglich eine „plumpe, wahllose Waffe“ für die russische Armee darstelle, so die Analyse des Forbes-Magazins. (na)

Rubriklistenbild: © IMAGO/xB_Barkowx

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