Ach du heilige...

13 Menschen teilen, warum sie ihren Job kündigen, und ich bin froh in Deutschland zu arbeiten

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Wertschätzung, Führungskräfte, Überforderung: Nicht die einzigen Gründe für die Gen Z, den Job schneller zu wechseln als das Unternehmen gucken kann.

Die „große Kündigungswelle“ in den USA hat zwar schon vor ein paar Jahren begonnen, aber sie setzt sich mit der steigenden Inflation fort. Auch mit der Rückkehr ins Büro wird es nicht besser, das äußert sich in Trends wie dem „Loud Quitting“ bei dem Mitarbeiter:innen ihrem Ärger Luft machen. Laut einer aktuellen Studie von Linkedin planen 70 Prozent der Amerikaner:innen, die sich zur Generation Z oder den Millennials zählen, ihren Arbeitsplatz im Jahr 2023 zu verlassen. Deshalb berichten BuzzFeed- und Reddit-Nutzer:innen von Fällen in ihren Unternehmen, in denen Menschen massenhaft gekündigt haben:

Wenn der Sohn vom Vater übernimmt und keine Ahnung vom Geschäft hat

Bei solchen Vorgesetzten wundert man sich nicht, wenn Leute kündigen!

„Ich habe 17 Jahre im Vertrieb gearbeitet. Der Besitzer war ein fantastischer Mann, der später auch ein guter Freund von mir wurde. Nach einem Schlaganfall übergab er das Unternehmen an seinen einzigen Sohn, der noch nie in seinem Leben dort gearbeitet hatte. In seiner ersten Woche hielt er eine obligatorische Mitarbeiterversammlung ab, in der er uns mitteilte, dass wir alle zu viel Geld bekommen würden und dass Lohnkürzungen bevorstehen würden.“

„Er wollte, das Unternehmen schließen und unter einem neuen Namen wieder eröffnen, um es legal umsetzen zu können. Ich sagte ihm, dass niemand von uns eine Gehaltskürzung hinnehmen würde. Vor allem nicht, weil wir im letzten Jahr einen Rekordgewinn erzielten. Für dieses Jahr wurden sogar noch bessere Ergebnisse erwartet. Er sagte uns, dass wir dann halt alle kündigen sollten und sagte, wir würden immer noch mehr verdienen, als wir wert seien. Sein Gesicht, als alle Mitarbeiter:innen von der Geschäftsleitung bis zum Reinigungspersonal bei diesem Treffen kündigten, war Gold wert. Das Geschäft seines Vaters verlor er in weniger als einer Woche,“ schildert User:in daven48c3a3948.

Sogenannte Umstrukturierungen im Unternehmen sorgen für echtes Chaos

„Vor fünf Jahren wurde mein Unternehmen umstrukturiert – eine Idee des Vorstandsvorsitzenden und des Leiters der Personalabteilung. Hunderten Manager:innen wurde das Gehalt gekürzt, sie wurden zu stundenweise beschäftigten Vorgesetzten degradiert. Stundenweise Beschäftigte wurden in Positionen versetzt, die sie hassten, und es gab keine Möglichkeit mehr, befördert zu werden. Sie hatten nicht über die Folgen dieser Veränderungen nachgedacht, denn es kam zu Arbeitsunterbrechungen.“

„Sie versprachen, mehr Mitarbeiter:innen einzustellen, um all die neuen Prozesse zu bewältigen. Stattdessen wurden die Gehälter gekürzt. In den folgenden Jahren verließen Hunderte von erfahrenen Mitarbeitern das Unternehmen und der Umsatz ging stark zurück. Der Personalleiter wurde schließlich gefeuert. Etwa zur gleichen Zeit ging der CEO in den „Ruhestand“. Letztes Jahr kehrten sie zum alten Firmenkonzept zurück, aber die alte Umstrukturierung hat zu großen, dauerhaften Problemen geführt. Es wird wahrscheinlich Jahre dauern, bis sich das Unternehmen davon erholt hat.“
erzählt tomb4adc7727a.

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Wenn sich der Chef mit dem Geld davonschleicht und vor Gericht auch noch einen raushaut

„Frisch nach der Uni bekam ich meinen Traumjob in einem neu gegründeten Unternehmen als Teil eines neuen Teams. Wir waren alle eifrig und unerfahren, merkten aber schnell, dass unser CEO leicht verstört und idealistisch war und einem Sektenführer ähnelte. Dann kam unser erster Gehaltsscheck nicht an. Wir hielten es noch eine Woche aus, bis der Eigentümer unseres Bürogebäudes auftauchte. Die Miete war seit drei Monaten nicht mehr bezahlt worden.

Unser Geschäftsführer kletterte aus dem Fenster seines Büros, um zu fliehen. Danach haben wir alle unsere Schlüsselbänder abgenommen, sie auf unseren Schreibtischen liegen lassen und sind gegangen. Meine Teammitglieder und ich haben für diesen Monat nie Geld bekommen. Als wir den Geschäftsführer vor Gericht brachten, bestand er darauf, dass wir alle unbezahlte Praktikanten seien, bevor er das Land verließ“ sagt sunshineinspring.

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Panikattacken aufgrund der Arbeit, weil die Kundschaft schreit

danab4061cede3 musste bei ihrer letzten Stelle so einiges aushalten. „Ich bin Friseurin. Letztes Jahr gab es sechs Wochen, in denen nur meine Managerin und ich im Salon gearbeitet haben. Sie war sechs Tage pro Woche da und ich fünf. Wir haben nicht ein einziges Dankeschön dafür bekommen, dass wir den Laden am Laufen hielten. Die Gäste schrien uns häufig an, wenn wir sie nicht sofort hereinlassen konnten. Das ging so weit, dass ich Panikattacken bekam, wenn jemand fragte, ob wir Termine hätten.

Ich will gar nicht erst auf den Kampf mit der Maskenpflicht eingehen oder darauf, dass der Salon neuen Friseur:innen einen Bonus für die Anmeldung bot und uns nichts. Als meine Managerin ihre zweiwöchige Kündigung einreichte, sagte die Leiterin zu ihr, sie solle „einfach gehen“. Sie würde mich und eine andere Mitarbeiterin anrufen, um die Dinge „zu regeln“. Meine Managerin und ich haben zu den zehn besten Mitarbeiter:innen in ihrem ganzen Bezirk gehört. Als ich die Senior-Bezirksleiterin auf meine psychische Verfassung ansprach, sagte sie: „Es tut mir leid, dass Sie sich so fühlen. Danke, dass Sie es mir gesagt haben.“

Wegen des Stresses habe ich ein Antidepressivum genommen. Natürlich mache ich unserer treuen Kundschaft keinen Vorwurf. Sie war großartig und hatte volles Verständnis. Mit den alten Inhabern war es nicht schlimm, aber die neuen Besitzer:innen kümmerten sich nicht um ihre Angestellten. Ich bin in meinem neuen Salon viel glücklicher und werde viel mehr geschätzt.“

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Wenn selbst die Personalabteilung nicht hilft und du kurz vor der Pensionierung gekündigt wirst

Das hat pannz1 erlebt: „Ich habe jahrelang in einem Farbengeschäft gearbeitet. In meinem letzten Jahr haben wir einen neuen Manager bekommen. Er bestahl das Unternehmen, log die Kund:innen an, weigerte sich seine Arbeit zu machen, und ging früher ohne sich abzumelden. Das Fass brachte er zum Überlaufen, als er mich im Lager in die Enge trieb und mich anschrie, nachdem ich einen Tag gefehlt hatte, um mich auf eine Krankheit testen zu lassen.

Ich meldete ihn der Personalabteilung, und die unternahm nichts. Der stellvertretende Leiter, andere Mitarbeiter:innen und ich verließen das Unternehmen innerhalb einer Woche. Wir waren alle schon seit Jahren in der Firma. Die einzigen, die noch blieben, waren der Manager und eine neue Aushilfskraft, die noch nicht einmal einen Monat dort war.“

„Unsere Firma hat die Hälfte des Unternehmens ohne Vorwarnung entlassen. Darunter befand sich auch ein Herr, der weniger als ein Jahr vor der Pensionierung stand und seit mehr als 35 Jahren dort gearbeitet hatte. Das Unternehmen war schockiert, als die Hälfte der verbliebenen Mitarbeiter kurz darauf das Schiff verließ“, erzählt Aloretta_Dethly.

Mehr Arbeit als Mitarbeiter geht schief und Sicherheit geht im Job nicht immer vor

„Ich habe Landschaftsbau betrieben. Der geizige Besitzer nahm immer größere Projekte an, stellte aber keine weiteren Mitarbeiter ein. Wir waren alle überfordert, gestresst und hatten eine Höllenangst. Einer unserer Vorarbeiter kündigte, und ich folgte ihm ein paar Tage später. Am nächsten Tag kündigten zwei weitere Mitarbeiter.

Damit hatte der Eigentümer nur noch drei Leute für die massive Menge an Arbeit, die er angenommen hatte. Natürlich kam alles viel zu spät, aber er war überzeugt, dass es nicht seine Schuld war. Weniger als ein Jahr später war er pleite,“ sagt apocalypticradish.

Kreatives Kündigen: Angestellte auf Arbeit sorgen mit neuer Art der Kündigung für Aufsehen

„Ich arbeitete im Baugewerbe als Teil eines Teams für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. Der Bauleiter war sauer, dass die Arbeit wegen der Arbeitsschutzverfahren langsamer voranschritt. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits einige Zwischenfälle mit Arbeitsausfällen und eine Woche zuvor wäre ein Mann fast gestorben. Trotzdem war er immer noch sauer über die Verzögerungen, also versammelte er alle in einem Raum und sagte: „Ihr seid nicht hier, um eure Arbeit zu machen. Ihr seid hier, um das zu tun, was ich euch sage.“ 20 Leute wollten auf der Stelle kündigen“, schildert User:in idontlikeflamingos.

Mitarbeiter:innen sind nicht so leicht entbehrlich und manche Chefs merken es zu spät

„Der Chef schimpfte auf mich wegen etwas, das nicht meine Schuld war. Er schrie: ‚Leute wie Sie sind in dieser Firma entbehrlich, und ich kann Sie morgen ersetzen, wenn ich will.‘ 80 Prozent der Ingenieure haben am nächsten Tag gekündigt. Sie sind einfach nicht mehr aufgetaucht, mich eingeschlossen. Soweit ich weiß, wurde das gesamte Projekt eingestellt, weil mein heutiger Ex-Chef keine Leute finden konnte, die uns ersetzen konnten. Niemand wollte die Art von Arbeit zu dieser Bezahlung machen.“ -u/richardkim_nyc

Laut User:in [gelöscht] lief es bei der letzten Stelle so: „Sie überprüften die Kameraaufnahmen der letzten drei Monate, um Leute zu erwischen, die weniger als drei Minuten zu spät kamen, und schrieben sie alle auf. Ungefähr 20 Leute sind auf der Stelle gegangen“.

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Beim Gehalt stimmt etwas nicht und Fehlanzeige in Sachen Unterstützung

User/in Lee_Roy_Jenkem ist Folgendes passiert: „Ich war der erste, der wegen Unstimmigkeiten über das Gehalt gekündigt hat. Meine Aufgaben wurden anderen Mitarbeitern zugewiesen. Ein paar Monate später kündigte Mitarbeiter A. Die Aufgaben wurden wieder neu zugewiesen. Wieder ein paar Monate später kündigte Mitarbeiterin B. Schließlich erlitt Kollege C einen Nervenzusammenbruch, betrank sich und ging mitten am Tag einfach in den „Ruhestand“. Das Letzte, was ich gehört habe, war, dass das Unternehmen aufgekauft wurde“.

„Ich bin Lehrerin. Ich habe meine letzte Schule zusammen mit 14 anderen Kollegen verlassen. Unsere Direktorin hatte uns gesagt, wenn uns die Art und Weise, wie die Dinge geführt werden, nicht gefällt, dann sollen wir einfach gehen. Sie würde uns nicht vermissen. Ich glaube nicht, dass sie mit so einer Kündigungswelle gerechnet hat. Wenn man seine Mitarbeiter nicht unterstützen oder ihnen nicht helfen will, warum sollte man dann bleiben?“ erzählt User:in hannkinn07.

Auch Praktikant:innen sind wichtig und wertvoll, wie dieser Fall auf der Arbeit zeigt

missjanet sagt: „Unser Chef füllte seinen Praktikanten auf einer Firmenfeier ab und fragte ihn: „Was hältst du von mir?“ Der arme Kerl antwortete: „Ich mag dich nicht besonders.“ Unser Chef wartete am nächsten Tag schon auf ihn und feuerte ihn sofort. Im Raum war es so still, dass wir alle hörten, wie unser Teamleiter seinen Stift auf den Schreibtisch legte. Er hörte auf zu arbeiten, und dann standen wir anderen auf und gingen.

Der Chef rief jeden von uns an und wir sagten ihm alle dasselbe: „Wenn du willst, dass wir arbeiten, dann bring den Jungen zurück und entschuldige dich. Das tat er nach einer Woche, aber das war der Anfang vom Ende. In den nächsten sechs Monate haben alle gekündigt. Ironischerweise ist der Praktikant als einziger geblieben. Aber wer braucht schon so einen Chef?“

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Den Originalpost von BuzzFeed US (Autorin Victoria Vouloumanos) kannst du dir hier durchlesen.

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