Tote Soldaten „rächen“

Riskantes Iran-Manöver: Trump rechnet mit weiteren toten US-Soldaten – Experte prophezeit langen Krieg

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Trump setzt im Iran auf eine Militäroperation, die ihn innenpolitisch gefährden könnte. Er bereitet die US-Bürger auf weitere tote US-Soldaten vor.

Seit Samstag sind die USA im Krieg mit dem Iran: Die US-Regierung unter Donald Trump startete gemeinsam mit Israel Luftschläge gegen das Mullah-Regime, tötete deren geistlichen Führer Ajatollah Chamenei und weitere führende Köpfe des Regimes. Das bleibt nicht ungestraft: Der Iran reagiert seitdem mit Gegenschlägen, unter anderem auf US-Militärbasen in angrenzenden Golfstaaten. Drei US-Soldaten wurden bereits getötet. Trump sagte jetzt, er werde die toten Soldaten „rächen“, stimmte sein Volk aber gleichzeitig darauf ein, dass weitere US-Soldaten der Eskalation im Nahen Osten zum Opfer fallen würden.

US-Präsident Donald Trump rechnet mit weiteren US-Verlusten im Krieg gegen den Iran.

Seit dem US-israelischen Militärangriff gegen den Iran sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums drei amerikanische Soldaten getötet und fünf weitere „schwer verletzt“ worden, teilte das US-Kommando für den Nahen Osten am Sonntag im Onlinedienst X mit. Ortsangaben oder Angaben zur Identität der getöteten Soldaten wurden nicht gemacht. Am Montag wurde der Tod eines weiteren Soldaten vermeldet.

„Ultimatives Opfer für unser Land“: Trump beklagt drei tote US-Soldaten nach Iran-Angriff

Trump sagte dazu am Sonntag in einer Videobotschaft auf seiner Plattform „Truth Social“: „Als eine Nation trauern wir um die wahren amerikanischen Patrioten, die das ultimative Opfer für unser Land gebracht haben.“ Dann warnte er, dass „es leider wahrscheinlich noch mehr geben wird, bevor es endet“. Trump kündigte an: „Amerika wird ihre Todesfälle rächen … Unsere Entschlossenheit und die Israels war nie stärker.“

Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten

Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.
Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran. ©  Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.  © IMAGO / Xinhua
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf.
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf. © Vahid Salemi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran.
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran. © IMAGO/CNP / AdMedia
Die Spuren einer abgefangenen Luftabwehrrakete sind über der Altstadt von Jerusalem zu sehen.
Die Spuren einer abgefangenen Luftabwehrrakete sind über der Altstadt von Jerusalem zu sehen. ©  Mahmoud Illean/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk
Ein ankommendes Geschoss explodiert in der Bucht von Haifa, während Israel nach seinen Angriffen auf den Iran einen landesweiten Alarm ausgerufen hat.
Ein ankommendes Geschoss explodiert in der Bucht von Haifa, während Israel nach seinen Angriffen auf den Iran einen landesweiten Alarm ausgerufen hat. © Leo Correa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk ++
Fahrzeuge stehen vor einer Tankstelle in Teheran.
Fahrzeuge stehen vor einer Tankstelle in Teheran. © Vahid Salemi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Israel, Tel Aviv: Menschen suchen Schutz in einer Tiefgarage, nachdem Alarm wegen ankommender Raketen aus dem Iran ausgelöst wurde. Der Iran hat nach Angriffen der USA und Israels Raketen auf Israel abgefeuert, teilten die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) am Samstag mit.
Israel, Tel Aviv: Menschen suchen Schutz in einer Tiefgarage, nachdem Alarm wegen ankommender Raketen aus dem Iran ausgelöst wurde. Der Iran hat nach Angriffen der USA und Israels Raketen auf Israel abgefeuert, teilten die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) am Samstag mit. ©  Oren Ziv/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Libanon, Beirut: Ein Reisender prüft die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.
Libanon, Beirut: Ein Reisender prüft die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Rauch steigt nach einer Explosion zwischen den Häusern in Teheran auf.
Rauch steigt nach einer Explosion zwischen den Häusern in Teheran auf. © Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Trump geht mit Militärschlag gegen Iran Risiko ein – er erwartet mehr getötete US-Soldate

Auch gegenüber der Presse sagte Donald Trump in Mar-a-Lago, dass seine Regierung mit weiteren Verlusten im Konflikt mit dem Iran rechne, wie die New York Times schreibt. Die drei bereits gefallenen US-Soldaten, seien „drei zu viele“, wird Trump zitiert. Manche Vorhersagen über den weiteren Verlauf des Kriegs würden davon ausgehen, dass die amerikanischen Verluste noch „ziemlich viel höher“ werden könnten „als das“. Trump weiter: „Wir erwarten Verluste.“

Hinter diesen Worten liegt ein immenses innenpolitisches Risiko, das Trump mit seinem Militärschlag gegen den Iran eingeht. „Wenn etwas in den USA nicht gut ankommt, sind es Bilder von Särgen gefallener GIs“, betonte Nahost-Experte Dr. Andreas Böhm noch vor dem Iran-Angriff gegenüber dem Münchner Merkur von Ippen.Media.

Nahost-Experte: Iran werde USA so lange wie möglich in Konflikt verwickeln

Der Politikwissenschaftler von der Universität in St. Gallen prophezeite, dass der Iran die USA nach einem Angriff so lange wie möglich in einen Konflikt verwickeln werde, um die Kosten für Trump möglichst hochzutreiben. „Man geht im Iran davon aus, den längeren Atem zu haben“, so Böhm. Wenn es dem Regimeerhalt diene, würde der Iran für sein „Endziel, die Islamische Republik zu erhalten“, große Opfer in Kauf nehmen.

Im amerikanischen Volk dürften große Opfer für das Ziel eines Regime-Change im Iran dagegen wohl nicht populär sein. In mehreren US-Städten gab es bereits Proteste gegen den Krieg. Direkte Auswirkungen des Iran-Konflikts spüren die US-Bürger wohl bald durch steigende Benzinpreise und auch durch die steigende Gefahr von islamistischen Terroranschlägen gegen amerikanische Einrichtungen weltweit. Für Trump, der sich in der Vergangenheit immer wieder von den Kriegen seiner Vorgänger als US-Präsident distanziert hatte, ist die Militäroperation im Nahen Osten ein gefährliches Unterfangen.

Trump hat keinen ausformulierten Plan für Zukunft des Iran nach Tötung von Chamenei

Trump selbst sagte am Sonntag, dass sein Angriff auf den Iran wohl „vier bis fünf Wochen“ dauern werde. Bodentruppen will er laut früheren Berichten nicht in den Iran schicken, er setzt stattdessen auf einen Krieg aus der Luft. Einen genauen Plan, was im Iran nach der Tötung von Chamenei geschehen werde, hat der US-Präsident wohl nicht, wie die New York Times schreibt. Auch Nahost-Experte Andreas Böhm sagte am Montag (2. März) zu Trumps fehlender Strategie gegenüber dem Münchner Merkur: „Das Problem dabei ist, dass es kein Endspiel gibt, also ein finales Ziel, nach dem man nun den Sieg erklären kann.“

Der Militärschlag gegen den Iran mit der Tötung des obersten Führers hat schwerere und kompliziertere Folgen, als es im Fall Venezuelas mit der Entmachtung Maduros der Fall war: Der Iran verfügt über Kurz- und Mittelstreckenraketen, mit denen er Ziele in vielen anderen Staaten treffen kann. Dies unterstreichen aktuell die Angriffe auf touristische Ziele in Dubai, auf US-Militärbasen in mehreren Golfstaaten und auf britische Militärstützpunkte in Zypern. Zudem verfügt der Iran über ein aktives Nuklearprogramm.

Bedenken gegen US-Luftschlag gegen Iran im Volk und im Pentagon

Auch im US-Pentagon soll es laut New York Times Bedenken hinsichtlich des Iran-Angriffs geben: Der Krieg in Nahost könne die Reserven der USA weiter erschöpfen, werde im Verteidigungsministerium gewarnt. Kritiker würden anmerken, dass die USA ihre Munition und Waffen angesichts eines drohenden Konflikts um Taiwan und des immer noch andauernden russischen Überfalls auf die Ukraine besser behalten sollten. (Quellen: dpa, X, New York Times) (smu)

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