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Iran-News: Israel attackiert Mullah-Staatsfunk – Bodentruppen dringen in Libanon ein

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Der Iran übt Vergeltung für die Angriffe der USA und Israels. Drohnenangriff auf US-Botschaft in Riad. Die aktuelle Lage im Ticker.

Dieser News-Ticker ist beendet. Alle weiteren Informationen finden Sie in unserem neuen News-Ticker zum Iran-Krieg.

Update, 8:58 Uhr: Israel hat einen hochrangigen Funktionär der Hisbollah-Miliz im Libanon ausgeschaltet. Es handle sich um Reza Chusai, den Leiter der Waffenaufrüstung der Hisbollah und Stabschef des Libanon-Korps innerhalb der Quds-Gruppe der Iranischen Revolutionsgarde. Die israelische Marine habe einen geheimdienstgestützten Angriff in der Gegend von Beirut durchgeführt und Chusai eliminiert.

Update, 8:35 Uhr: Israel hat Truppen in den Süden des Libanon geschickt, teilte die israelische Armee mit. Dies erfolge im Rahmen einer „Stationierung zur Vorwärtsverteidigung“. So wolle man für den Norden von Israel eine zusätzliche Ebene an Schutz gewährleisten. Verteidigungsminister Israel Katz bestätigte den Einsatz. Somit sind israelische Soldaten tiefer in den Süden des Libanon eingedrungen als die fünf Posten, die sie aktuell halten. Zuletzt hatte die Hisbollah Raketenangriffe auf den Norden von Israel gestartet.

Update, 8:01 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass die Munitionsvorräte der USA „so gut wie nie zuvor“ seien. In einem Beitrag auf Truth Social schrieb er laut dem Kyiv Independent, dass die Vorräte auf mittlerem und oberem mittlerem Niveau „noch nie höher oder besser“ gewesen seien und dass das Land über einen „praktisch unbegrenzten Vorrat an diesen Waffen“ verfüge.

Trump erklärte laut dem Bericht, dass Kriege mit derartigen Reserven „ewig“ geführt werden könnten – ohne Belege dafür zu liefern. Trump räumte allerdings ein, dass die Lagerbestände im oberen Bereich „noch nicht da sind, wo wir sein wollen“.

Update, 7:25 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon verübt. Bei Angriffen in Teheran sei der Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib „angegriffen und zerstört“ worden, erklärte die Armee. Sie bezeichnete den Sender als „das Kommunikationszentrum des iranischen Terrorregimes“.

Irib berichtete seinerseits von zwei Explosionen nahe seiner Zentrale, erklärte jedoch, seinen Sendebetrieb fortzusetzen. Nach Zählung der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Hrana wurden am Montag bei den Angriffen im Iran insgesamt 85 Zivilisten und elf Armeeangehörige getötet.

Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten

Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.
Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran. ©  Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.
Menschen in Teheran auf der Straße, nachdem der Angriff auf ihr Land begonnen hatte.  © IMAGO / Xinhua
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf.
Rauch steigt nach einer Explosion in Teheran auf. © Vahid Salemi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran.
Donald Trump bestätigt den Beginn der Angriffe von Seiten der USA auf den Iran. © IMAGO/CNP / AdMedia
Die Spuren einer abgefangenen Luftabwehrrakete sind über der Altstadt von Jerusalem zu sehen.
Die Spuren einer abgefangenen Luftabwehrrakete sind über der Altstadt von Jerusalem zu sehen. ©  Mahmoud Illean/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk
Ein ankommendes Geschoss explodiert in der Bucht von Haifa, während Israel nach seinen Angriffen auf den Iran einen landesweiten Alarm ausgerufen hat.
Ein ankommendes Geschoss explodiert in der Bucht von Haifa, während Israel nach seinen Angriffen auf den Iran einen landesweiten Alarm ausgerufen hat. © Leo Correa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk ++
Fahrzeuge stehen vor einer Tankstelle in Teheran.
Fahrzeuge stehen vor einer Tankstelle in Teheran. © Vahid Salemi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Israel, Tel Aviv: Menschen suchen Schutz in einer Tiefgarage, nachdem Alarm wegen ankommender Raketen aus dem Iran ausgelöst wurde. Der Iran hat nach Angriffen der USA und Israels Raketen auf Israel abgefeuert, teilten die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) am Samstag mit.
Israel, Tel Aviv: Menschen suchen Schutz in einer Tiefgarage, nachdem Alarm wegen ankommender Raketen aus dem Iran ausgelöst wurde. Der Iran hat nach Angriffen der USA und Israels Raketen auf Israel abgefeuert, teilten die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) am Samstag mit. ©  Oren Ziv/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Libanon, Beirut: Ein Reisender prüft die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.
Libanon, Beirut: Ein Reisender prüft die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Rauch steigt nach einer Explosion zwischen den Häusern in Teheran auf.
Rauch steigt nach einer Explosion zwischen den Häusern in Teheran auf. © Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Netanjahu: Iran-Krieg wird kein „endloser Krieg“

Update, 6:37 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Krieg gegen den Iran als Weg zum Frieden bezeichnet. „Dies ist kein endloser Krieg, dies ist das Tor zum Frieden“, sagte Netanjahu dem US-Sender Fox News.

Der Regierungschef kündigte schnelle und entscheidende Maßnahmen an und zeigte sich optimistisch über ein mögliches Kriegsende. Auf die Frage nach einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten antwortete er laut Reuters mit „Ja“.

Update, 3. März, 5:14 Uhr: Die US-Botschaft in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad ist nach Angaben des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums mit zwei Drohnen angegriffen worden. Bei dem Angriff sei ein begrenztes Feuer ausgebrochen und ein geringer Sachschaden verursacht worden, erklärte ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums am Morgen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde „bald“ Vergeltungsmaßnahmen wegen des Angriffs auf die US-Botschaft ergreifen.

Eine Rakete wird während der Operation „Epic Fury“ abgeschossen. Im Vordergrund ist Donald Trump zu sehen.

Iran-News: EU verschiebt Ministertreffen in Zypern

Update, 22:27 Uhr: Die EU verschiebt wegen des Iran-Kriegs ein weiteres in Zypern geplantes Ministertreffen. Wie die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft am Abend mitteilte, werden die Kulturminister nicht wie ursprünglich vorgesehen an diesem Donnerstag und Freitag in dem Inselstaat im östlichen Mittelmeer zusammenkommen. Zuvor war bereits ein für diesen Montag und Dienstag terminiertes Europaministertreffen abgesagt worden.

Hintergrund der Entscheidung sind die Sicherheitslage und mögliche Beeinträchtigungen des Luftverkehrs in der Region durch den Iran-Krieg. In der Nacht zum Montag war der auf Zypern gelegene britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri mit einer Drohne vom iranischen Bautyp „Shahed“ angegriffen worden. Am Nachmittag wurden dann nach Regierungsangaben zwei weitere unbemannte Luftfahrzeuge abgefangen.

Update, 21:42 Uhr: Die iranische Führung hat nach Angaben des US-Militärs keine Schiffe mehr im Golf von Oman. Vor zwei Tagen seien es noch elf Schiffe gewesen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mit. „Das iranische Regime hat jahrzehntelang die internationale Schifffahrt im Golf von Oman schikaniert und angegriffen. Diese Zeiten sind vorbei.“ US-Streitkräfte würden die Freiheit der Seeschifffahrt weiterhin verteidigen. 

Die Straße von Hormus verbindet den Golf von Oman mit dem Persischen Golf. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Öl-Handelsrouten der Welt.

Iran-News: Teherans Revolutionsgarden wollen Hunderte Raketen und Drohnen abgefeuert haben

Update, 21:00 Uhr: Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion abgefeuert. Ein Militärsprecher sagte der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews laut Übersetzung, es seien 500 militärische Ziele Israels sowie der USA angegriffen worden. Als Beispiele nannte er Geheimdienstzentren, Kommunikationszentralen und Waffendepots. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht. Der Sprecher kündigte an, die Angriffe weiter auszuweiten.

Update, 18:49 Uhr: Die USA kommen mit ihrem Militäreinsatz gegen den Iran nach den Worten von Präsident Donald Trump schneller voran als geplant. „Wir sind unseren Zeitprognosen bereits erheblich voraus“, sagte Trump auf einer Pressekonferenz. Zugleich betonte er, dass die US-Streitkräfte „weitaus länger“ im Einsatz bleiben könnten als die ursprünglich geplanten „vier bis fünf Wochen“. Mit der Entscheidung zum Angriff gegen den Iran habe er die beste Möglichkeit genutzt, sagte der US-Präsident: „Dies war unsere letzte und beste Chance zuzuschlagen, was wir gerade tun, und die unerträglichen Bedrohungen durch dieses kranke und finstere Regime zu beseitigen.“

Update, 18:09 Uhr: Katar hat nach eigenen Angaben zwei iranische Kampfflugzeuge abgeschossen. Das teilte das Verteidigungsministerium in Doha mit. Es ist das erste Mal seit Beginn der aktuellen Eskalation in der Region, dass iranische Kampfflugzeuge abgeschossen wurden. Der Iran äußerte sich zunächst nicht. Nach katarischen Angaben seien auch sieben ballistische Raketen abgefangen und zudem fünf Drohnen abgeschossen worden. Sie alle hätten heute „mehrere Gebiete des Staates zum Ziel“ gehabt, hieß es weiter. Alle Flugkörper seien rechtzeitig erkannt und noch vor dem Erreichen ihrer Ziele zerstört worden.

Iran-News: Trump kündigt „große Welle“ im Iran-Krieg an

Update, 16:44 Uhr: Donald Trump hat in einem CNN-Interview eine „große Welle“ angekündigt, die den Iran noch treffen soll. „Wir prügeln den Mist aus ihnen heraus“, sagte der US-Präsident dem Moderator Jake Tapper. „Ich finde, es läuft sehr gut. Es ist sehr wirkungsvoll. Wir haben die beste Armee der Welt und wir setzen sie ein.“

Iran-News: USA verkünden Lufthoheit im Iran-Krieg

Update, 14:54 Uhr: Die USA haben nach Angaben von Generalstabschef Dan Caine den iranischen Luftraum unter ihre Kontrolle gebracht. „Diese Luftherrschaft wird nicht nur den Schutz unserer Kräfte verbessern, sondern es ihnen auch ermöglichen, die Operationen über dem Iran fortzusetzen“, sagte Caine am Montag in einer Pressekonferenz mit Pentagonchef Pete Hegseth. Ein Einsatz von Bodentruppen sei nicht geplant, sagte Hegseth.

Iran-News: Eskalation jetzt auch im Libanon

Update, 10:28 Uhr: Ein massiver israelischer Luftangriff hat die libanesische Hauptstadt Beirut erschüttert. Der israelischen Armee zufolge wurde bei dem Luftangriff im südlichen Stadteil ein hochrangiger Hisbollah-Funktionär ins Visier genommen. Die Details sind noch unbekannt. Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz verkündet, Hisbollah-Chef Naem Qassem sei nun ein „zur Eliminierung markiertes Ziel“.

Iran-News: F-15-Kampfjet über Kuwait abgestürzt

Update, 7:20 Uhr: In Kuwait ist inmitten des Krieges mit dem Iran ein amerikanischer F-15-Kampfjet abgestürzt. Aufnahmen in Telegram und dem Kurznachrichtendienst X zeigen, wie sich ein brennendes Flugzeug in der Luft dreht und schließlich auf den Boden kracht. Weitere Aufnahmen zeigen, dass sich sowohl der Pilot als auch der sogenannte „Waffensystemoffizier“ (WSO) der F-15 mit Schleudersitz und Fallschirm retten konnten. Sie wurden offenbar von kuwaitischen Bürgern geborgen und versorgt. Laut den Videos haben sie keine großen Verletzungen.

Noch gibt es keine offizielle Bestätigung. Auch über die Ursache des Absturzes ist nichts Näheres bekannt. Die Berichte sprechen aber von einem Fall von versehentlichem Eigenbeschuss. Ob der Iran beteiligt war, ist nicht bekannt.

Update, 5:21 Uhr: Die Hisbollah-Miliz im Libanon hat an der Seite des Irans Israel mit Raketen angegriffen. Damit reagiert sie nach eigenen Angaben auf die Tötung des obersten Führers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in Irans Hauptstadt Teheran. Das teilte die vom Iran unterstützte Miliz in der Nacht zum 2. März mit. Kurz darauf begann die israelische Armee nach eigenen Angaben Stellungen der Hisbollah im nördlichen Nachbarland zu bombardieren. Augenzeugen berichteten von Explosionen auch in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut, einer Hochburg der Schiiten-Milz.

Iran: Trump hat Wunschliste für Ayatollah-Nachfolge 

Update, 2. März, 5:06 Uhr: Nach der Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei bei Angriffen der USA und Israels auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump erklärt, über eine Auswahlliste mit drei Kandidaten für dessen Nachfolge zu verfügen. Er habe „drei sehr gute Optionen“ für den zukünftigen Anführer des Iran, sagte Trump der New York Times. Er werde die Kandidaten jedoch „jetzt nicht offenlegen“.

Iran-News: Trump setzt Zeitrahmen für Iran-Krieg und droht

Update, 22:05 Uhr: Donald Trump hat erstmals über die Verluste der USA im Iran-Krieg gesprochen. Im Interview mit der Daily Mail bestätigte der US-Präsident den Tod von drei amerikanischen US-Soldaten und warnte vor einem wochenlangen Konflikt. „Es ist immer ein vierwöchiger Prozess gewesen. Wir dachten, es werden vier Wochen, oder so“, erklärte Trump dem Blatt.

Iran greift multinationale Militärbasen an – deutsche Soldaten betroffen

Update, 19:14 Uhr: Iran hat bei seiner Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels auch Militärbasen im Irak und Jordanien attackiert, auf denen deutsche Soldaten stationiert sind. Nach Informationen des Spiegel feuerte Iran seit Samstagmorgen mehrere Raketen und Drohnen auf eine multinationale Basis nahe dem Flughafen Erbil im Nordirak sowie auf ein Feldlager in al-Azraq in Ostjordanien ab, zuletzt am Sonntagmorgen.

Militärkreise berichteten, dass alle Geschosse durch die Flugabwehr abgefangen wurden, jedoch wurde ein US-Soldat laut Spiegel-Bericht durch herabfallende Trümmer leicht verletzt. Die Bundeswehr hatte sich demnach bereits vor den amerikanisch-israelischen Luftschlägen, die am frühen Samstagmorgen begannen, auf iranische Vergeltungsangriffe vorbereitet und das deutsche Personal im Nordirak auf ein Minimum reduziert. Sobald es sicherheitstechnisch möglich ist, soll vermutlich auch die Soldatenzahl in Jordanien verringert werden.

Erstmeldung: Teheran/Washington – Der Tod des iranischen Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei markiert nach über drei Jahrzehnten seiner Herrschaft eine historische Zäsur im Nahen Osten – und stellt den bisherigen Höhepunkt der beispiellosen Eskalationsspirale zwischen Iran und Israel dar. Was am Samstagmorgen mit gezielten israelisch-amerikanischen Luftschlägen auf Teheran begann, hat sich binnen weniger Stunden zu einem regionalen Flächenbrand ausgeweitet, der von den Straßen der iranischen Hauptstadt bis zu den Golfstaaten reicht.

Während Millionen Israelis Schutz vor iranischen Raketen suchen und internationale Flughäfen Tausende Flüge streichen, steht der Nahe Osten vor einem Point of no Return, dessen Auswirkungen weit über die Region hinausreichen werden. Nach Angaben der israelischen Armee wurde Chamenei gezielt getötet, als er sich mit hochrangigen Funktionären in einem Gebäudekomplex im Zentrum Teherans aufhielt. Einem Bericht der New York Times zufolge lieferte der US-Auslandsgeheimdienst CIA den entscheidenden Hinweis auf seinen Aufenthaltsort.

Iran-News: Teheran kündigt Vergeltung nach Tod Chameneis an

Der Iran bestätigte nach den Angriffen der USA und Israel inzwischen nicht nur Chameneis Tod, sondern auch die Tötung weiterer hochrangiger Militärs wie Generalstabschef Abdolrahim Mussawi. Die israelische Armee teilte mit, bei den ersten Angriffen am Samstag insgesamt 40 iranische Kommandeure getötet zu haben. Auch Irans Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad kam laut Staatsmedien ums Leben.

Irans Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die Tötung Chameneis als „offene Kriegserklärung gegen alle Muslime weltweit“. Das Land reagierte mit umfassenden Gegenangriffen, die sich nicht nur gegen Israel richteten. In Bahrain, Katar sowie in Abu Dhabi und Dubai wurden Einschläge und Explosionen gemeldet. Die Revolutionsgarden hätten 27 US-Stützpunkte in der Golfregion angegriffen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.

In Israel herrschte in der Folge der Angriffe auf den Iran das ganze Wochenende Ausnahmezustand. Seit Samstagabend mussten Millionen Menschen bereits rund 20 Mal wegen Raketenalarms in die Schutzräume eilen. In Beit Schemesch westlich von Jerusalem wurden neun Menschen beim Einschlag einer Rakete getötet. Insgesamt kamen am Wochenende nach israelischen Angaben mindestens elf Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.

Iran-News: Eskalation nach Iran-Angriffen droht

Die Auswirkungen der Eskalation durch den Iran-Angriff reichen weit über die Region hinaus. Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen Flughäfen mehr als 3400 Flüge gestrichen. Zahlreiche Lufträume wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen, Tausende Reisende saßen fest oder mussten umgeleitet werden.

US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu haben deutlich gemacht, dass sie mit den Angriffen auf die Führungsriege einen Machtwechsel im Iran herbeiführen wollen. Sie riefen die Iraner dazu auf, „die Führung des Landes in die Hand zu nehmen“. Trump warnte den Iran vor weiteren Gegenschlägen und drohte mit einer Reaktion „mit einer Stärke, die man noch nie vorher gesehen hat“.

Nach den Angriffen durch die USA und Israel und dem Tod Chameneis soll den Iran nun vorübergehend ein dreiköpfiger Rat führen: Präsident Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie das Mitglied des Wächterrats Alireza Arafi. Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen, bis die 88 Geistlichen im sogenannten Expertenrat einen Nachfolger benennen. Wie schnell das Machtgefüge mitten im Krieg neu geordnet werden kann, ist vollkommen offen.

Iran-News: Auswirkungen durch Chameneis Tod und Iran-Angriffen

Das Auswärtige Amt verschärfte die Reise- und Sicherheitshinweise für die gesamte Region erheblich. Reisewarnungen gelten jetzt für Israel, Bahrain, Irak, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnte vor einer erhöhten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland und befürchtete, dass der Iran seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen nutzen könnte. (fbu mit Agenturen)

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