- VonSimon Schröderschließen
Am Samstag hat Trump einen Militärschlag gegen Iran gestartet. Dabei starb der iranische Führer Ali Chamenei. Eine Abkühlung des Krieges ist nicht in Sicht.
Der US-israelische Krieg gegen den Iran hat sich auch auf den Libanon ausgeweitet. Nun droht der Krieg gegen das Mullah-Regime, die gesamte Region zu erfassen. Der stellvertretende iranische Außenminister Saeed Khatibzadeh hatte die Ermordung des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei durch US-Präsident Donald Trump als Überschreitung „einer sehr gefährlichen roten Linie“ bezeichnet. In einem Exklusivinterview mit CNN am Sonntag warnte Khatibzadeh vor weitreichenden Konsequenzen.
„Aus religiöser Sicht war er natürlich ein großer religiöser Führer, daher werden viele schiitische Anhänger in der Region und auf der ganzen Welt darauf reagieren, und das ist ganz offensichtlich, weil Präsident Trump eine sehr gefährliche rote Linie überschritten hat“, erklärte der Diplomat. Der Iran habe „keine andere Wahl, als zu reagieren“, fügte er hinzu.
Der Iran reagiert auf den US-Angriff und die Tötung von Chamenei
Die angekündigte Reaktion folgte bereits am Wochenende. Nach den Angriffen vom Samstag startete der Iran eine beispiellose Welle von Angriffen im gesamten Nahen Osten gegen mehrere Länder mit US-Militärstützpunkten, darunter Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die anhaltenden Attacken forderten zivile Opfer, verursachten Sachschäden und legten den Luft- und Wasserverkehr lahm.
Khatibzadeh bestätigte, dass Teheran die arabischen Golfstaaten ultimativ zur Schließung amerikanischer Stützpunkte aufgefordert habe. „Wir haben ihnen mitgeteilt: Entweder sie schließen die amerikanischen Stützpunkte, die den Iran ständig bedrohen und von denen aus sie ständig Angriffe auf den Iran starten, oder wir haben keine andere Wahl, als zurückzuschlagen“, sagte er. Da der Iran „amerikanisches Territorium nicht erreichen“ könne, bleibe nur der Angriff auf „alle Stützpunkte, die unter US-Hoheitsgewalt stehen“.
Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten




Iran-Krieg weitet sich auf Region aus: Libanon mit Hisbollah-Miliz involviert
Parallel zu den iranischen Vergeltungsschlägen weiteten sich die Kampfhandlungen auf weitere Länder aus. Die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz schoss vom Libanon aus Raketen auf Israel ab – als direkte Vergeltung für Chameneis Tod. Israel antwortete mit Gegenangriffen auf libanesisches Territorium.
Die Bilanz der Gewalt ist verheerend: Im Iran kamen nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Menschen bei den Bombardements ums Leben. Bei israelischen Angriffen im Libanon wurden Dutzende getötet und mehr als hundert verletzt. Ein Raketeneinschlag in der israelischen Stadt Beerscheva verletzte 15 Menschen. Das US-Militär meldete vier getötete amerikanische Soldaten.
Am Sonntag intensivierten sich die Angriffe weiter. Die israelische Luftwaffe startete neue Bombardements auf Ziele im Zentrum Teherans, wobei Augenzeugen schwere Explosionen in der Nähe des Parlaments und im Norden der 15-Millionen-Metropole bestätigten.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth: Iran-Krieg kein „Regimewechselkrieg“
Trotz der militärischen Eskalation betonte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, es handle sich nicht um einen „Regimewechselkrieg“. „Dies ist kein sogenannter ‚Regimewechselkrieg‘, aber das Regime hat sich tatsächlich geändert, und die Welt ist dadurch besser dran“, sagte er in Washington. Sowohl die USA als auch Israel setzen auf einen Umsturz im Iran durch die eigene Bevölkerung.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz formulierte das Ziel konkret: Es sei angestrebt, „dass das iranische Volk in der Lage sein wird, dieses Regime für sich selbst zu beseitigen, und damit auch für uns, für die gesamte Region und für die ganze Welt“. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die iranische Bevölkerung bereits zum Sturz der politischen Führung aufgerufen.
Auf die Frage nach diplomatischen Lösungen zeigte sich Khatibzadeh pessimistisch. Die USA hätten den Iran mehrfach „enttäuscht“ und es gebe „keine Notwendigkeit, diese Aggression zu beginnen“. „Wenn Präsident Trump nicht wollte, dass der Iran zurückschlägt, hätte Präsident Trump diesen Krieg von Anfang an nicht beginnen dürfen“, kritisierte der Beamte gegenüber CNN. „Es war ein Krieg der Wahl.“ (Quellen: CNN/dpa/AFP) (sischr)
Rubriklistenbild: © MANDEL NGAN/AFP
