VonJakob Kochschließen
Israel wurde von hunderten von Raketen aus dem Iran bombardiert, darunter vermutlich auch die Hyperschallrakete „Fattah“. Diese Waffe hat einen strategischen Vorteil.
Update vom 4. Oktober 2024, 11.50 Uhr: Hat der Iran bei seinem Raketenangriff Israels F-35-Jets zerstört? Ein viraler Post auf X von einem Nutzer namens Ruksar Khan behauptet: „Der Iran hat den Luftwaffenstützpunkt Nevatim komplett zerstört. 20 F35 Jets von der Basis sind voll zerstört.“ Es handelt sich offenbar um Fake-News: Der Post von Khan wiederholt einen ähnlichen Claim der prominenten X-Userin Dr. Anastasia Maria Loupis, die am 1. Oktober ebenfalls schrieb: „Mehr als 20 F-35-Kampfjets der 5. Generation wurden in Israel zerstört.“ Ihr Beitrag wurde bereits 14,5 Millionen Mal angezeigt, und beide teilten dasselbe Bild. Auch Israels Armee hingegen erklärt, dass die Luftwaffe „nicht beeinträchtigt“ sei. Das berichtet die Deutsche Welle.
Alles ein großer Bluff? Analysten bezweifeln Einsatz von Irans Hyperschallrakete „Fattah“
Update vom 2. Oktober 2024, 15.10 Uhr: Entgegen der Aussagen aus dem Iran äußern Analysten Zweifel daran, dass der Iran die neue Rakete am Diensatg zum ersten Mal eingesetzt hat, berichtet CNN. „Es ist eine ihrer neuesten ballistischen Raketen, und sie haben viel zu verlieren, wenn sie sie verwenden“, sagte Trevor Ball, ein ehemaliger Senior-Techniker für Explosivstoffe der US-Armee. „Israel könnte allein durch den Einsatz eine Vorstellung von ihren Fähigkeiten bekommen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sie nicht richtig funktioniert, was Israel noch mehr Informationen über ihre Fähigkeiten liefern würde“, so der Experte.
Update vom 2. Oktober 2024, 10.10 Uhr: Mittlerweile hat das Mullah-Regime bestätigt, dass der Iran beim Angriff auf Israel Hyperschallraketen eingesetzt hat. Der staatliche Rundfunk meldete, dass die Luftstreitkräfte der Revolutionsgarden mit der „Fattah“-1-Rakete die israelische Luftabwehr durchbrochen haben.
Laut eigenen Angaben feuerten die Revolutionsgarden Dutzende Raketen auf Israel ab. Der Angriff sei eine Reaktion auf die Tötung von Hamas-Auslandschef Ismail Hanija, Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah sowie eines iranischen Generals. In verschiedenen Teilen Israels, insbesondere im Zentrum, seien laut Armee mehrere Raketen eingeschlagen. Informationen über die genaue Art der eingesetzten Raketen gab die israelische Armee jedoch nicht bekannt.
Erstmeldung vom 1. Oktober 2024: Teheran/Tel-Aviv – Israel wurde am Dienstagabend von einer erwarteten iranischen Attacke getroffen. CNN berichtete, dass der Iran zwei israelische Flugplätze und das Hauptquartier des Geheimdienstes, das nördlich von Tel Aviv liegt, mit Raketen beschossen hat. Israel gab an, dass Dutzende von Raketen auf das Land abgefeuert wurden. Der Angriff war eine Reaktion auf die Tötung des Auslandschefs der Hamas, Ismail Hanija, des Generalsekretärs der Hisbollah, Hassan Nasrallah, und eines iranischen Generals, so das Staatsfernsehen. Bei dem Angriff kam möglicherweise auch die Hyperschallrakete „Fattah“ zum Einsatz. Erst im vergangenen Jahr hatte der Iran die Hyperschallrakete präsentiert.
Angriff des Iran auf Israel mit Hunderten Raketen – darunter auch Hyperschallraketen
Es wird angenommen, dass der Iran eines der größten Raketen- und Drohnen-Arsenale im Nahen Osten besitzt. Das Mullah-Regime soll neben einer Reihe von Mittelstreckenraketen auch Hyperschall-Waffen besitzen. Diese Raketen fliegen tief in der Atmosphäre und sind manövrierfähig. Ihre hohe Geschwindigkeit erschwert es Radargeräten, sie zu erfassen. Die Flugbahn von Überschallraketen ist daher schwer vorhersehbar und auch moderne Raketenabwehrsysteme haben Schwierigkeiten, sie abzufangen. Erste Medienberichte deuten darauf hin, dass die Hightech-Raketen vom Typ „Fattah“ auch bei diesem Angriff verwendet wurden. Diese Berichte wurden jedoch noch nicht offiziell bestätigt. Erste Meldungen aus Israels lauten: Der Raketenschild Iron Dome hat die Attacken abgewehrt.
Vor einigen Monaten präsentierte das Mullah-Regime erstmals eine eigene Hyperschallrakete. Die Rakete wurde von den Luftstreitkräften der Revolutionsgarden vorgestellt. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna kann die „Fattah“ eine Geschwindigkeit von bis zu 18.500 Kilometern pro Stunde erreichen und hat eine Reichweite von 1400 Kilometern. Damit könnte sie jedes Flugabwehrsystem in der Region überwinden. Diese Angaben konnten jedoch nicht unabhängig überprüft werden und es wurden keine Beweise für die behauptete Leistungsfähigkeit der Rakete vorgelegt.
Der mittlerweile verstorbene iranische Präsident Raisi betonte damals, dass die Rakete das Land stärken und „Sicherheit und stabilen Frieden“ in der Region gewährleisten werde. Im November kündigte der Iran an, mit der Produktion dieser Rakete zu beginnen, die angeblich auch Atomsprengköpfe tragen könnte. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) äußerte damals ihre Besorgnis über diese Entwicklung.
Der Iran besitzt eine Vielzahl von ballistischen Kurz- und Mittelstreckenraketen
Nach Angaben der Arms Control Association (ACA) gehören zu Irans ballistischen Kurz- und Mittelstreckenraketen fast zwei Dutzend Typen mit verschiedenen Fähigkeiten – ein Auszug:
- Die Sejil-Familie („gebackener Ton“) – eine in der Entwicklung befindliche Rakete, die über 1500 bis 2500 Kilometer Reichweite verfügen soll.
- Emad-1 („Säule-1“), eine in Entwicklung befindliche Rakete, die eine Nutzlast von 750 Kilogramm bei einer Reichweite von bis zu 1700 Kilometer transportieren können soll.
- Zolfaghar (benannt nach einem berühmten Schwert) mit etwa 700 Kilometern Reichweite.
- Shahab-1 („Komet-1“) ist die erste vom Iran modifizierte Kurzstreckenrakete. Die Waffe basiert auf der nordkoreanischen Hwasong-5 mit einer geschätzten Reichweite von 300 Kilometern.
Zweiter Angriff des Iran auf Israel innerhalb eines Jahres
Bereits im April hatten die Revolutionsgarden des Iran (IRGC) zum ersten Mal in der Geschichte der Islamischen Republik einen direkten Angriff auf Israel ausgeführt. Dabei wurden mehr als 300 Drohnen, Raketen und Marschflugkörper auf ihren Erzfeind abgefeuert. Der Angriff wurde von Israels Iron Dome erfolgreich abgewehrt. Der Iran reagierte damit auf die Tötung hochrangiger Generäle, die bei einem mutmaßlich israelischen Angriff in Syrien getötet worden waren.
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