Terror in Russland

Schlug Putins Regime Warnungen aus? Brisanter Bericht zum Moskau-Anschlag

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Nicht nur die USA, sondern auch der Iran soll das russische Regime vor dem Terroranschlag bei Moskau vor einer Sicherheitsbedrohung gewarnt haben.

Moskau - Hätte der furchtbare Terroranschlag auf die Crocus City Hall mit mindestens 144 Toten und 550 Verletzten in Russland verhindert werden können, wenn das Regime in Moskau auf internationale Warnungen gehört hätte? Zum Beispiel aus den USA? Spekulation.

Wladimir Putin: Moskau-Autokrat nannte Terror-Warnungen „Provokation“

Festzuhalten bleibt: Der gewaltige russische Sicherheitsapparat konnte die Bürgerinnen und Bürger nicht gegen den Terror einer mutmaßlich islamistischen Zelle schützen. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) schreibt, waren die „Informationen der Amerikaner sehr konkret“ und bezogen sich zum Beispiel „auf die Gefahr von Anschlägen gegen Konzerte“.

Kreml-Autokrat Wladimir Putin hatte diese Warnungen stattdessen eine „westliche Provokation“ genannt. Jetzt bringt ein neuer Bericht das Moskauer Regime in Erklärungsnot, insofern dieses denn überhaupt bereit wäre, sein Handeln oder Nicht-Handeln öffentlich zu rechtfertigen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hatte auch der im Ukraine-Krieg mit Russland verbündete Iran Moskau vor einer konkreten Sicherheitsbedrohung gewarnt. Offenbar ebenfalls vergeblich.

Moskau-Machthaber: der russische Autokrat Wladimir Putin.

Terror in Russland: Ignorierte das Regime Wladimir Putins Warnungen aus Iran?

Teheran soll demnach Informationen von Verdächtigen erhalten haben, die mit dem Terroranschlag in der iranischen Stadt Kerman Anfang Januar in Verbindung stehen sollen. Zwei Attentäter hatten damals mehr als 90 Menschen getötet und 280 weitere verletzt. Der Anschlag galt einer Trauerveranstaltung anlässlich des Todestags des Generals Kassem Soleimani in dessen Heimatstadt. Drei „mit der Angelegenheit vertraute Quellen“ berichteten laut Reuters, der Iran habe Russland vor dem Massaker in dem Konzertsaal im Moskauer Vorort Krasnogorsk auf die Möglichkeit einer größeren „terroristischen Operation“ hingewiesen.

„Tage vor dem Angriff in Russland teilte Teheran Moskau Informationen über einen möglichen großen Terroranschlag in Russland mit, die bei Verhören von Personen erlangt wurden, die im Zusammenhang mit tödlichen Bombenanschlägen in Iran festgenommen wurden“, erklärte eine der namentlich nicht genannten Quellen Reuters. Nach dem Anschlag in Kerman hatte das iranische Regime im Januar 35 Personen festnehmen lassen, darunter einen Kommandeur des in Afghanistan ansässigen Ablegers des Islamischen Staates „ISIS-Khorasan“ (ISIS-K). Eine der Quellen, demnach ein hochrangiger iranischer Sicherheitsbeamter, habe erzählt: „Da der Iran seit Jahren Opfer von Terroranschlägen ist, sind die iranischen Behörden ihrer Verpflichtung nachgekommen, Moskau auf der Grundlage der von den verhafteten Terroristen erhaltenen Informationen zu alarmieren.“

Terroranschlag bei Moskau: Weitere Festnahmen in Russland gemeldet

Der IS hatte sich zu den Anschlägen in Iran bekannt, laut Reuters den blutigsten seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979. US-Geheimdienstquellen zufolge habe ISIS-K sowohl die Anschläge vom 3. Januar in Iran als auch die terroristische Attacke am 22. März in Krasnogorsk nahe der russischen Hauptstadt verübt, heißt es in dem Bericht.

Wollte Putins Zirkel also nicht mal den Warnungen eines verbündeten Staates vertrauen? Wie der Kreml indes mitteilte, nahm der russische Inlandsgeheimdienst FSB am Montag (1. April) in der Teilrepublik Dagestan weitere Verdächtige fest, die im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf die Crocus City Hall stehen sollen. Die Informationen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mikhail Metzel

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