Konflikt mit der Hisbollah

Israels Bodenoffensive wird immer wahrscheinlicher

Inmitten Berichten über eine anstehende Bodenoffensive spielt Israels Verteidigungsminister auf ein mögliches Szenario a. Die Hisbollah betont Kampfeswillen.

Nach der Tötung ihres Anführers Hassan Nasrallah will die libanesische Hisbollah-Miliz den Kampf gegen Israel fortsetzen. „Wir wissen, dass der Kampf lang dauern könnte, und wir sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet“, sagte der stellvertretende Hisbollah-Chef Naim Kassim in einer Rede. „Wenn Israel sich dafür entscheidet, eine Bodenoffensive zu starten, wir sind bereit.“ Die Kämpfer der Hisbollah würden gegen Israels Armee siegen wie im Krieg 2006.

Bodenoffensive Israels im Libanon: „Werden alle unsere Fähigkeiten einsetzen“

Laut einem Bericht des Wall Street Journal haben israelische Spezialkräfte bereits kleine Vorstöße in den Süden des Libanons unternommen. Ziel sollte es laut dem unbestätigten Bericht sein, eine mögliche Bodenoffensive vorzubereiten. Auf ein solches Szenario spielte nun auch der israelische Verteidigungsminister Joav Galant bei einem Truppenbesuch an der Grenze zum Libanon an. Der sagte, die Tötung Nasrallahs sei „ein wichtiger Schritt, aber noch nicht alles“. „Wir werden alle unsere Fähigkeiten einsetzen.“ Die gepanzerten Truppen seien dabei „Teil der Anstrengung“. Ziel sei weiterhin die Rückkehr von 60 000 Israelis, die durch die Hisbollah-Angriffe aus Gebieten entlang der Grenze vertrieben wurden. Man sei bereit, dafür „jede Anstrengung zu unternehmen“ und Truppen in der Luft, von See aus und am Boden einzusetzen.

Ein israelischer Panzer fährt im Norden Israels neben Soldaten, die auf einem gepanzerten Mannschaftstransportwagen (APC) stehen – eine Bodenoffensive Israels im Libanon wird immer wahrscheinlicher.

Unterdessen hat Irans Staatsführung nach der Tötung Nasrallahs im Libanon hochrangige Berater in die Teheraner Vertretung der Hisbollah geschickt. In den vergangenen Tagen besuchten mehrere Regierungsvertreter und Militärkommandeure das Büro in der iranischen Hauptstadt. Am Montag erschien dort Ali Schamchani, ehemaliger Generalsekretär des Sicherheitsrates, um sein Beileid auszudrücken. Auch Präsident Massud Peseschkian sowie Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatten die Vertretung aufgesucht und ihre Unterstützung versichert. Außerdem erschienen am Wochenende Irans Geheimdienstminister Ismail Chatib und der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Abdolrahim Mussawi.

Hisbollah-Miliz greift weiter den Norden Israels an

Die libanesische Hisbollah-Miliz setzte ihre Angriffe auf den Norden Israels fort. Nach Angaben der israelischen Armee gab es in der Stadt Safed am Montag erneut Raketenalarm. Der Armeesender berichtete, mehrere Raketen seien vom Libanon aus auf die Stadt abgefeuert worden. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte oder Sachschaden. Die Armee teilte auch mit, ein israelisches Raketenboot habe eine Drohne abgefangen, die im Norden über israelischen Gewässern im Mittelmeer geflogen sei. Der Armeesender berichtete, man gehe davon aus, dass die Drohne auf die Karisch-Gasplattform abzielte, aus israelischer Sicht ein strategisches Ziel.

Israel und der Libanon hatten sich vor zwei Jahren auf ein Gas-Abkommen und den Grenzverlauf geeinigt.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare