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Iran warnt vor neuem Israel-Angriff – Hamas-Sprecher fordert „Eskalation an allen Fronten“

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  • Sonja Thomaser
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Im Konflikt zwischen Israel und Iran droht Präsident Raisi mit der Vernichtung Israels, sollte das Land Iran angreifen. Der News-Ticker zur Nahost-Krise.

Update vom 23. April, 22.38 Uhr: Die Bodenoffensive der israelischen Armee in Rafah soll bald starten, doch parallel sollen die humanitären Hilfen für den Gazastreifen verstärkt werden. So wollen die USA „sehr bald“ mit dem Bau eines Piers beginnen, um die Lieferung dringend benötigter Hilfsgüter nach Gaza zu beschleunigen. Das teilte das Pentagon laut der Times of Israel mit. Demnach befinden sich bereits alle Schiffe im Mittelmeerraum. Gebaut werden soll die Anlagen mithilfe von Offshore-Baumodulen, an die Schiffe anlegen können.

Update vom 23. April, 21.15 Uhr: Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Janez Lenarcic, sowie das wichtigste Geberland Norwegen haben zu einer Wiederaufnahme der Finanzierung des umstrittenen UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) aufgerufen.

Am Montag hatte ein unabhängiger Untersuchungsausschuss „Probleme bei der Neutralität“ des UNRWA festgestellt. Allerdings habe Israel demzufolge noch keine Beweise für die Vorwürfe vorgelegt, wonach eine beträchtliche Anzahl von Mitarbeitern der UN-Organisation Mitglieder terroristischer Organisationen seien.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien im Nahost-Konflikt. Die Angaben zum Krieg in Israel lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 23. April, 20.40 Uhr: Israels Außenminister Israel Katz wirft dem UN-Generalsekretär Antionio Guterres vor, „Seite an Seite mit den Vergewaltigern und Mördern der Hamas“ zu stehen. Katz reagierte damit auf Guterres Entscheidung, die Hamas nicht auf die schwarze Liste eines am Dienstag veröffentlichten Berichts zu setzen. Auf der Liste sind Organisationen aufgeführt, die von den Vereinten Nationen verdächtigt werden, während eines Konflikts sexuelle Gewalt begangen zu haben.

Israels Außenminister wirft Guterres in seiner Stellungnahme vor, die Vereinten Nationen „zu einer äußerst antisemitischen und antiisraelischen Institution gemacht“ zu haben. Die Amtszeit des UN-Generalsekretärs nennt er „die dunkelste in der Geschichte der Organisation“.

Update vom 23. April, 20.10 Uhr: Israelische Soldaten sollen nach Angaben der israelischen Botschaft in Genf keine Leichen in einem Massengrab im Gazastreifen vergraben haben. Am Montag hatte der Zivilschutz im Gazastreifen von dem Fund eines Massengrabs mit 283 Toten berichtet, das sich nahe dem Nasser-Krankenhaus befinden soll. Der Zivilschutz steht unter der Kontrolle der Terrorgruppe Hamas.

Laut israelischer Darstellung sollen die Leichen von Palästinensern vergraben worden sein und israelische Soldaten sollen das Grab bei der Suche nach Geiseln der Hamas lediglich untersucht haben.

Update vom 23. April, 18.59 Uhr: Der Sprecher der bewaffneten al-Qassam-Brigaden der Hamas, Abu Obeida, drohte Israel in einer Fernsehansprache und forderte die „Eskalation an allen Fronten“. In dem Video, das von dem Sender Al Jazeera ausgestrahlt wurde, lobte der Hamas-Sprecher den Angriff des Iran auf Israel am 13. April. Die Rede des Sprechers der Terrorgruppe fand anlässlich des 200. Tages seit dem Angriff der Hamas aus Israel statt.

Abu Obeida, der Sprecher von Izz al-Din Qassam, dem militärische Flügel der Terrororganisation Hamas (Archivbild)

Update vom 23. April, 16.45 Uhr: Die Regierung in Teheran hat Israel vor einem Angriff auf iranisches Gebiet gewarnt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, habe der iranische Präsident Ebrahim Raisi gesagt, dass ein Angriff dazu führen würde, dass von dem „zionistischen Regime“ nichts mehr übrig bleibe. „Die Islamische Republik Iran wird den palästinensischen Widerstand weiterhin ehrenhaft unterstützen“, fuhr Raisi fort.

Einen vermeintlich bereits erfolgten israelischen Angriff hatte Iran bislang heruntergespielt. Gegenmaßnahmen seien demnach nicht geplant. Es wird vermutet, dass Israel als Vergeltung für einen iranischen Angriff vom 13. April, einen Angriff auf die Stadt Isfahan durchgeführt hat.

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi (2.v.r.) nimmt an der Parade zum Tag der Armee auf einem Militärstützpunkt im Norden Teherans teil. Bei einem Auftritt bei der Parade warnte Raisi Israel vor jeder militärischen Aktion gegen den Iran.

Update vom 23. April, 10.25 Uhr: Der iranische Außenminister Hussein Amirabdollahian hat geplante Sanktionen gegen sein Land wegen des Großangriffs auf Israel als „rechtswidrig“ und „bedauerlich“ verurteilt. Der Iran habe mit dem Angriff von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch gemacht, schrieb Amirabdollahian am Dienstag auf X, ehemals Twitter. Er forderte stattdessen Sanktionen gegen Israel. 

Update vom 22. April, 22.55 Uhr: Der Israel-Krieg sorgt auch in den USA für Unruhe. Nachdem es bereits in der vergangenen Woche an mehreren US-Hochschulen zu anti-israelischen Protesten gegen den Gaza-Konflikt gekommen war, musste die Polizei am Montagabend an der Yale Universität eine Veranstaltung unterbinden. Studierende hätten einen Platz besetzt und Aufforderung zur Räumung ignoriert, berichtete die BBC. Daraufhin sei es zu Handgreiflichkeiten und zu mehreren Festnahmen gekommen, hieß es. Das Weiße Haus zeigte sich zunehmend besorgt über antijüdische Stimmungen.

Hussein Amirabdollahian, Außenminister des Iran.

Update vom 22. April, 21.47 Uhr: Möglicherweise hat das israelische Militär bei seinem Vergeltungsschlag gegen den Iran tatsächlich einen Treffer gelandet. Neue Luftbilder zeigen ein zerstörtes Radarabwehrsystem russischer Herkunft in Isfahan, wie von der Times of Israel berichtet wird. Das Regime in Teheran hatte bisher immer behauptet, den Luftangriff vollständig abgewehrt zu haben. Eine unabhängige Überprüfung der Bilder war jedoch nicht möglich.

Vergangene Woche hatte Israel als Vergeltung für einen umfangreichen Drohnen- und Raketenangriff aus dem Iran reagiert. Im Vergleich dazu war der israelische Militärschlag weniger umfangreich, aber anscheinend präziser. Trotz der mehr als 300 abgefeuerten Geschosse konnte der Iran kaum Schäden in Israel verursachen.

Update vom 22. April, 19.41 Uhr: Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach eigenen Angaben Dutzende Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Den Angriff auf Militärziele bezeichnete die Miliz in einer Mitteilung am Montagabend als Vergeltung für israelische Luftangriffe. 

Am Sonntag war eine israelische Drohne von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden und auf libanesischen Boden gestürzt. Kampfflugzeuge hätten die Abschussbasis, von der aus die Rakete abgefeuert worden sei, angegriffen, teilte Israels Militär mit. Ob die Gefechte vom Sonntag im Zusammenhang mit dem Raketenangriff erfolgten, war zunächst unklar.

Update vom 22. April, 16.55 Uhr: Das israelische Militär unternimmt Bewohnern zufolge einen unerwarteten Vorstoß in den Ostteil der Stadt Chan Junis. Dorthin zurückgekehrte Familien seien wieder in den Westteil geflohen, berichtet von dort ein Mann. „Sie sagten, dass Panzer unter schwerem Beschuss in den östlichen Teil der Stadt vorgestoßen sind und sie um ihr Leben rennen mussten“, erklärt er der Nachrichtenagentur Reuters per Text-App. Eine Stellungnahme der Armee liegt zunächst nicht vor. Sie zog Anfang April zum großen Teil aus dem Süden des Gazastreifens ab. Anschließend waren einige Bewohner in die Ruinen von Chan Junis zurückgekehrt, vor dem Krieg die größte Stadt im Süden.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Nahost-Konflikt: Iran wird auch zur Kriegspartei

Erstmeldung: Tel Aviv/Gaza/Teheran – Der Nahost-Konflikt beschränkt sich seit geraumer Zeit nicht mehr nur noch auf Israel und den Gazastreifen. Neben den Huthi-Rebellen und der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon, die sich solidarisch mit der Terrororganisation Hamas zeigen, droht inzwischen auch der Iran zur Kriegspartei zu werden. Zuletzt schlug man in Teheran jedoch nüchterne Töne an.

Die Regierung von Benjamin Netanjahu und das israelische Kriegskabinett sollen hingegen ursprünglich einen verheerenden Vergeltungsschlag gegen den Iran geplant haben. Verhindert werden konnten die angeblich geplanten Angriffe auf militärische Ziele sowie Schläge nahe der Hauptstadt Teheran nur mit diplomatischem Geschick – etwa aus Deutschland, den USA und Großbritannien. Dies berichtet die New York Times unter Berufung auf hochrangige israelische Regierungsmitarbeiter.

International geht man davon aus, dass Israels Militär hinter dem Angriff auf eine pro-iranische Luftwaffenbasis in der Provinz Isfahan im Irak steckt. Während Israel sich zu dem Angriff nicht offiziell äußerte, war der Iran bemüht, die Situation herunterzuspielen. Doch: unweit der Basis befinden sich wichtige Einrichtungen der iranischen Rüstungsindustrie – darunter die Atomanlage Natans, wo der Iran Uran bis zu 60 Prozent anreichert.

Israelische Streitkräfte nahe der Stadt Hebron im Westjordanland. (Archivfoto)

Der Iran will den mutmaßlichen israelischen Gegenangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt im Zentraliran aber nicht verfolgen. „Der Vorfall war ein Ablenkungsmanöver und nicht der Rede wert“, sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani am Montag. „Daher werden wir ihn auch nicht weiter verfolgen“. Die Aktion sei so unbedeutend gewesen, dass die Israelis selbst dafür nicht die Verantwortung hätten übernehmen wollen, sagte der Sprecher laut Nachrichtenagentur Irna.

Unsere interaktiven Karten geben tagesaktuell einen Überblick über die Lage im Gazastreifen nach Beginn der Bodenoffensive. (Redaktion mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Ahmad Hasaballah via www.imago-images.de

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