Nach der für ihn enttäuschenden Vertrauensabstimmung spricht Italiens Ministerpräsident Draghi mit Staatschef Mattarella über seine politische Zukunft.
Rom - Italiens Ministerpräsident Mario Draghi steht vor einem erneuten Rücktrittsangebot. «Vor dem Hintergrund der Abstimmung gestern Abend im Senat, bitte ich die Sitzung zu unterbrechen, weil ich mich zum Präsidenten der Republik begeben werde, um ihm meinen Entschluss mitzuteilen», sagte Draghi am Donnerstag in der Abgeordnetenkammer in Rom. Es könnte damit sein, dass er bei Staatschef Sergio Mattarella erneut seinen Rücktritt einreicht.
Draghi beim Staatsoberhaupt
Italiens Ministerpräsident Mario Draghi ist nach der Unterbrechung der Sitzung in der Abgeordnetenkammer bei Staatsoberhaupt Sergio Mattarella eingetroffen. Das berichteten mehrere Medien am Donnerstag. Er wolle dem Präsidenten seine Entscheidung mitteilen, sagte Draghi zuvor in der größeren der beiden Parlamentskammern. Es gilt als wahrscheinlich, dass der 74-Jährige wie schon vor einer Woche seinen Rücktritt einreicht.
Draghi gewann am Mittwoch eine Vertrauensabstimmung in der kleineren Parlamentskammer, dem Senat. Er verpasste dort aber sein Ziel, eine breite Parlamentsmehrheit hinter sich zu vereinen, weil drei große Parteien seines Kabinetts nicht mit abstimmten. Die breite Mehrheit war eine seiner Bedingungen, um weiter zu regieren. Nimmt Mattarella ein mögliches Rücktrittsangebot an, liegt die Entscheidung über die politische Zukunft Italiens in seinen Händen. Er könnte eine Neuwahl einleiten oder eine neue Regierungsmehrheit im Parlament ausloten lassen. (dpa)