Nach Absetzung der Show

Jimmy Kimmel holt bei Comeback zum Rundumschlag gegen Trump aus – der droht mit Klage

Jimmy Kimmel ist zurück! Bei seiner ersten Show nach der Absetzung kritisiert der Moderator Trump und seine Regierung deutlich. Trump will klagen.

Los Angeles – Am Dienstagabend (20.35 Ortszeit) ist Jimmy Kimmel mit seiner Show zurück auf Sendung gegangen. Dabei fand er klare Worte gegen Donald Trump: „Eine Drohung der Regierung, einen Komiker zum Schweigen zu bringen, den sie nicht mag, ist unamerikanisch“. Jimmy Kimmels Late-Night-Show war letzte Woche nach seinen Äußerungen zum Tod von Charlie Kirk vom Sender ABC abgesetzt worden. Trump kündigte rechtliche Schritte gegen Kimmels Sender ABC an.

Jimmy Kimmel darf seine Sendung weiterführen

Die Show startete mit einem Monolog Kimmels. Darin bedankte er sich bei seinen Late-Night-Hosts-Kollegen Stephen Colbert, Jimmy Fallon, Seth Meyers und anderen. Auch ausländische Hosts hätten ihn unterstützt – „der Typ in Deutschland hat mir einen Job angeboten“, lachte er. Stefan Raab hatte Kimmel während seiner Show letzte Woche tatsächlich seinen Job und sein Gehalt angeboten.

Jimmy Kimmel plädiert für Meinungsfreiheit und wettert gegen Trumps Regierung

Kimmel machte während seiner Rede deutlich, dass es ihm nicht um sich selbst gehe. „Diese Show ist nicht wichtig“, sagte Kimmel. „Wichtig ist, dass wir in einem Land leben dürfen, in dem wir eine Show wie diese machen können.“ Die Redefreiheit sei ein hohes Gut, um das andere Länder die USA beneiden würden. „Ich schäme mich zu sagen, dass ich das für selbstverständlich gehalten habe, bis sie meinen Freund Stephen abgesetzt haben.“ Stephen Colberts Late-Night-Show wird im Frühjahr nicht weitergeführt werden.

Der Moderator bedankte sich bei seinen Zuschauern und vor allem bei den „den Menschen, die meine Show und meine Überzeugungen nicht unterstützen, aber dennoch mein Recht, diese Überzeugungen zu teilen, unterstützen“. Es erfordere Mut, sich gegen diese Regierung zu stellen „und sie haben es getan und verdienen dafür Anerkennung.“

Gedenken an Charlie Kirk mit Trump und Co.: die Trauerfeier in Bildern

Die Utah Valley Universität, Tatort des Attentats auf Kirk
Am 10. September wurde der rechte Influencer Charlie Kirk während einer Veranstaltung in Utah erschossen. Die Trauer um den Vertrauten Donald Trumps ist groß. Der US-Präsident ordnete an, die Flaggen auf Bundesgebäuden auf Halbmast zu hängen. Die Utah Valley Universität, Tatort des Attentats auf Kirk, folgte dem Beispiel aus Washington DC. © imago
Bereits im Morgengrauen sammelte sich die MAGA-Bewegung rund um das Stadion in Arizona, in dem die gigantische Trauerfeier für Charlie Kirk am Vormittag starten sollte.
Bereits im Morgengrauen sammelte sich die MAGA-Bewegung rund um das Stadion in Arizona, in dem die gigantische Trauerfeier für Charlie Kirk am Vormittag starten sollte. © imago
Das Stadion selbst war zu Beginn der Trauerfeier von Charlie Kirk bis auf den letzten Platz besetzt.
Das Stadion selbst war zu Beginn der Trauerfeier von Charlie Kirk bis auf den letzten Platz besetzt. Mehr als 70.000 Menschen sollen letztlich dabei gewesen sein. Darunter befanden sich neben US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident J. D. Vance zahlreiche weitere Vertreterinnen und Vertreter des Trump-Kabinetts. © imago
Verteidigungsminister Pete Hegseth
Im Publikum bei der Trauerfeier Charlie Kirks befand sich auf Verteidigungsminister Pete Hegseth, der gemeinsam mit seiner Frau Jennifer Rauchet aus Washington DC nach Phoenix im US-Bundesstaat Arizona gereist war. © imago
Höhepunkt der mehrstündigen Veranstaltung in Arizona war die Rede Donald Trumps
imago834700717.jpg © imago
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.,
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., wie Hegseth in Begleitung seiner Frau, der Schauspielerin Cheryl Hines, hielt ebenfalls eine Rede bei der Trauerfeier für Charlie Kirk. © afp
Festnahme eines Tatverdächtigen namens Tyler Robinson.
Wenige Tage nach dem Attentat auf Charlie Kirk meldete das FBI die Festnahme eines Tatverdächtigen namens Tyler Robinson. Dem 22-Jährigen droht die Todesstrafe. © afp
State Farm Stadium in Phoenix, Arizona.
Während die Ermittlungen rund um das Attentat auf Charlie Kirk noch laufen, starten bereits die Vorbereitungen für eine gigantische Trauerfeier. Stattfinden wird diese im State Farm Stadium in Phoenix, Arizona. Das mehr als 60.000 Zuschauer fassende Stadion wird sonst von der American Football Mannschaft Arizona Cardinals als Heimspielstätte genutzt. © PATRICK T. FALLON
Tod von Charlie Kirk im State Farm Stadium
Schon während des Heimspiels der Arizona Cardinals gegen die Carolina Panthers wurde an den Tod von Charlie Kirk im State Farm Stadium erinnert. Kirk lebte mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern im US-Bundesstaat Arizona, wo sich auch das Hauptquartier der von ihm gegründeten Organisation Turning Point USA befindet. © afp
Donald Trump. Der US-Präsident, hier mit Kirk auf einer Veranstaltung seiner Organisation Turning Point USA
Zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus dem rechtspolitischen Spektrum der USA haben ihre Teilnahme an der Trauerfreier für Charlie Kirk bekanntgegeben. Allen voran Donald Trump. Der US-Präsident, hier mit Kirk auf einer Veranstaltung seiner Organisation Turning Point USA, wird als Redner im State Farm Stadium in Phoenix erwartet. © afp
Vance moderiert „Charlie Kirk Show“
Neben Donald Trump wird auch sein Stellvertreter in Phoenix erwartet. Vizepräsident J. D. Vance verband nach eigener Aussage eine „enge Freundschaft“ mit dem ermordeten Charlie Kirk. Nach dessen Tod und zu seinen Ehren moderierte Vance den Podcast „The Charlie Kirk Show“. In der Folge versammelte er zahlreiche Verbündete und Freunde des rechten Influencers. © dpa
Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.), hier in Begleitung seiner Frau Jennifer Rauchet und Air Force General Dan Caine
Neben Vizepräsident J. D. bringt Donald Trump sein halbes Kabinett mit nach Arizona. Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.), hier in Begleitung seiner Frau Jennifer Rauchet und Air Force General Dan Caine ist ebenso dabei wie.... © AFP
Tulsi Gabbard, die in der Trump-Administration den Posten der Direktorin für die US-Geheimdienste bekleidet
Ebenfalls erwartet aus Washington DC wird Tulsi Gabbard, die in der Trump-Administration den Posten der Direktorin für die US-Geheimdienste bekleidet. Die ehemalige Demokratin und neuerliche Republikanerin sprach bereits bei einer Gedenkfeier für Krik in Washington DC. Dort verglich Gabbard den Mord an Kirk mit dem Terroranschlag vom 11. September 2001.  © AFP
Sergio Gor (l.), der unter Donald Trump Direktor für Personalangelegenheiten im Weißen Haus ist
Ebenso Redner bei der Trauerfeier für Charlie Kirk ist laut Ankündigung Sergio Gor (l.), der unter Donald Trump Direktor für Personalangelegenheiten im Weißen Haus ist. Hier kommt Gor in Begleitung von Finanzminister Scott Bessent nach einer Reise nach Florida auf dem Rasen des Weißen Hauses an.  © AFP
Trumps Berater Stephen Miller
Trumps Berater Stephen Miller ist der nächste Gast, der Charlie Kirks Trauerfeier besuchen wird. Miller, hier mit FBI-Direktor Kash Patel im Oval Office des Weißen Hauses, gilt als radikaler Einflüsterer der Trump-Regierung. Als Gast in der von Vizepräsident J. D. Vance moderierten Folge des Podcasts „The Charlie Kirk Show“ kündigte Miller - im Namen Kirks - einen erbarmungslosen Kampf gegen die politische Linke in den USA an. Daraum habe Kirk persönlich in einer letzten Textnachricht vor seinem Tod gebeten. © afp
US-Außenminister Rubio in Israel
Marco Rubio komplettiert die Reisegruppe des Trump-Kabinetts, die sich am Sonntag auf den Weg nach Phoenix zur Trauerfeier Charlie Kirks macht. Mit der Teilnahme des Außenministers befinden sich drei der ersten sechs Personen, die im Fall eines Ausscheidens von Trump dessen Posten als US-Präsident übernehmen würden, in Arizona. © dpa
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk in Utah
Entsprechend groß werden die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Gedenkveranstaltung für Charlie Kirk in Phoenix, Arizona, sein. Bereits nach dem Attentat in Utah waren, wie hier zu sehen, schwer bewaffnete Polizisten im Einsatz. © imago
Tucker Carlson, der ehemalige Moderator von Fox News.
Nicht nur Politiker nehmen Abschied von Charlie Kirk, sondern auch mehrere Vertreter der politischen Rechten aus der Welt der Sozialen Medien und des Fernsehens. Darunter auch Tucker Carlson, der ehemalige Moderator von Fox News, der Stammgast auf Veranstaltungen von Kirks Organisation Turning Point USA ist. © afp
Kirks Witwe, Erika Kirk, wird wohl ebenfalls an der Trauerfeier für ihren ermordeten Ehemann teilnehmen. Die 36-Jährige, hier gemeinsam mit Vizepräsident JD Vance und seiner Frau Usha, hat bereits kurz nach dem Attentat angekündigt, die politische Arbeit ihres Mannes fortsetzen zu wollen. Am 18. September wurde sie zum neuen CEO von Kirks Organisation Turning Point USA gewählt.
547911086.jpg © Ross D. Franklin/imago
Donald Trump Jr und Bettina Anderson
Die Familie Trump vertritt in Phoenix bei der Trauerfeier für Charlie Kirk neben Familienoberhaupt Donald auch dessen ältester Sohn, Donald Trump Jr. Der 47-Jährige, hier in Begleitung von Lebensgefährtin Bettina Anderson, soll seinen Vater und Kirk miteinander bekannt gemacht und so den Grundstein gelegt haben für die erfolgreiche Zusammenarbeit des damaligen Präsidentschaftskandidaten und des rechten Influencers. © afp
Wandbild von Charlie Kirk in Israel
Doch nicht nur in den USA wird in diesen Tagen an den Tod von Charlie Kirk erinnert. In der israelischen Stadt Ashdod verewigte der Graffiti-Künslter Dudi Shaval den rechten Influencer mit einem Wandbild, das Kirk mit Engelsflügeln zeigt. © imago
Trauer und Hingabe im Arizona Cardinals Stadium: Anhänger des erschossenen rechten Aktivisten Charlie Kirk zeigen ihre Verbundenheit.
Trauer und Hingabe im Arizona Cardinals Stadium: Anhänger des erschossenen rechten Aktivisten Charlie Kirk zeigen ihre Verbundenheit mit dem verstorbenen Turning Point USA-Gründer. © Jae C. Hong/dpa
Imposante Gedenkfeier im State Farm Stadium: Große Leinwände zeigen „Remembering Charlie Kirk“ (1993-2025), während US-Flaggen das Stadion schmücken.
Imposante Gedenkfeier im State Farm Stadium: Große Leinwände zeigen „Remembering Charlie Kirk“ (1993-2025), während US-Flaggen das Stadion schmücken.  © Ross D. Franklin/dpa
Hochkarätige Teilnahme bei Charlie Kirks Trauerfeier: Tesla-Chef Elon Musk und weitere prominente Vertreter der konservativen Bewegung sind zur Gedenkfeier nach Arizona gereist.
Hochkarätige Teilnahme bei Charlie Kirks Trauerfeier: Tesla-Chef Elon Musk und weitere prominente Vertreter der konservativen Bewegung sind zur Gedenkfeier nach Arizona gereist.  © Ross D. Franklin/dpa
Glaube und Politik vereint: Die Trauerfeier für Charlie Kirk verbindet christliche Symbolik mit politischer Botschaft, wie das prominente Kreuz im State Farm Stadium verdeutlicht.
Glaube und Politik vereint: Die Trauerfeier für Charlie Kirk verbindet christliche Symbolik mit politischer Botschaft, wie das prominente Kreuz im State Farm Stadium verdeutlicht. © John Locher/dpa

Kimmel: Ich wollte nie den Mord an einem jungen Mann lächerlich machen

Während seiner Rede wird Jimmy Kimmel auch kurz emotional. „Ich möchte etwas klarmachen, weil es mir persönlich wichtig ist“, sagte er. Mit brechender Stimme redete er weiter: „Es war nie meine Absicht, den Mord an einem jungen Mann lächerlich zu machen.“ Er habe nie eine bestimmte Gruppe für die Handlungen eines gestörten Menschen verantwortlich machen wollen. „Ich verstehe, dass dies für manche unpassend war und für diejenigen, die glauben, ich hätte mit dem Finger auf jemanden gezeigt, verstehe ich, warum Sie verärgert sind.“

Kimmel hatte vor einer Woche gesagt: „Wir hatten am Wochenende einige neue Tiefpunkte, als die MAGA-Gang verzweifelt versuchte“, den Mann, der Charlie Kirk ermordet habe, „als alles andere als einen von ihnen darzustellen und alles Mögliche tat, um daraus politisches Kapital zu schlagen.“ Nach öffentlichem Druck aus Gesellschaft und Politik entschied der Mutterkonzern seines Senders ABC, Disney, Kimmels Show sofort abzusetzen. Am Montag verkündete Disney dann die Rückkehr des Moderators: „Wir haben die letzten Tage damit verbracht, intensive Gespräche mit Jimmy zu führen, und nach diesen Gesprächen haben wir beschlossen, die Show am Dienstag wieder aufzunehmen.“

Wegen Rückkehr: Donald Trump will Jimmy Kimmels Sender ABC verklagen

Donald Trump ging währenddessen weiter gegen Kimmel und ABC vor. Weniger als eine Stunde vor der Show schrieb er auf Truth Social: „Ich kann nicht glauben, dass ABC Fake News Jimmy Kimmel seinen Job zurückgegeben hat. Das Weiße Haus wurde von ABC darüber informiert, dass seine Show abgesetzt wurde!“ Kimmel sei ein schlechter Host mit schlechten Quoten ohne Publikum.

Trump bezeichnete Kimmel als Handlanger der Demokraten, das sei ein „illegaler Wahlkampfbeitrag“. Er kündigte rechtliche Schritte an: „Ich denke, wir werden ABC diesbezüglich auf die Probe stellen. Mal sehen, wie es läuft. Als ich sie das letzte Mal verfolgt habe, haben sie mir 16 Millionen Dollar gezahlt. Diesmal klingt es sogar noch lukrativer.“ Trump hat mehrfach Klagen gegen US-Sender angestrengt, darunter gegen ABC. Ein Verfahren wurde durch einen Vergleich in Millionenhöhe beendet.

Jimmy Kimmels Late-Night-Show trotz Rückkehr nicht überall verfügbar

Obwohl ABC Kimmels Show wieder in ihr Programm genommen hat, wurde sie nicht überall in den USA ausgestrahlt. Das berichtet CNN. Die Betreiber lokaler Senderstationen wie die Sinclair Broadcast Group und Nexstar haben statt Jimmy Kimmel andere Programme gesendet. Davon betroffen waren unter anderem Teile Washingtons, Kaliforniens und Floridas. Mit Streamingplattformen wie hulu oder Disney+ konnten Zuschauer diese Sperre allerdings umgehen.
(Quellen: Jimmy Kimmel live auf Youtube, CNN, eigene Recherche) (cdz)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Disney/Randy Holmes

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