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Nur wenige Tage nachdem er negativ getestet worden war, ist Joe Biden erneut Corona-positiv. Nach der Einnahme von Paxlovid ist das kein Einzelfall.
Washington – Erst kürzlich war US-Präsident Joe Biden positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Im Zuge seiner Erkrankung hatte er nach ärztlicher Beratung dann ein spezielles Medikament gegen schwere Verläufe eingenommen, namens Paxlovid. Kurz nachdem er die Quarantäne auf Grundlage negativer Corona-Testergebnisse verlassen hatte, dann die Überraschung: Der US-Präsident wurde innerhalb von nur einer Woche wieder positiv getestet. Auf eine Reinfektion mit dem Corona-Virus ist das nicht zurückzuführen – sondern auf eine bestimmte Eigenschaft des Corona-Medikaments Paxlovid.
Corona-Medikament Paxlovid: US-Präsident Joe Biden nach negativen Corona-Tests erneut positiv
Nicht lange ist es her, da berichtete die Presse über die Corona-Erkrankung von US-Präsident Joe Biden. Im Zuge seiner Infektion hatte Biden das Corona-Medikament Paxlovid zu sich genommen: Das Mittel soll eigentlich die Vermehrung des Coronavirus hemmen und so schwere Krankheitsverläufe verhindern. Trotz der Einnahme von Paxlovid ist der US-Präsident innerhalb von nur einer Woche nach Beendigung seiner Quarantäne nun erneut positiv getestet worden. Auf eine Reinfektion in das offensichtlich nicht zurückzuführen, sondern tatsächlich auf das Medikament gegen schwere Verläufe.
Aus dem Weißen Haus hieß es, der Präsident sei symptomfrei. Er selbst schrieb auf dem Mediendienst Twitter: „Leute, ich wurde heute wieder positiv auf Covid getestet. Das passiert bei einer kleinen Minderheit. Ich habe keine Symptome, aber ich werde mich zur Sicherheit aller um mich herum isolieren.“ Mit seinem Post bezog sich der Präsident auf den sogenannten „Rebound-Effekt“ nach der Einnahme von Paxlovid. Derweil haben Forscher einen besonderen Antikörper gegen das Corona-Virus gefunden, der in der Forschung für Aufsehen sorgt.
Paxlovid: Corona-Medikament mit seltenem Rebound-Effekt – auch bei US-Präsident Joe Biden
Im Rahmen der Einnahme des Corona-Medikaments Paxlovid kann es in seltenen Fällen zum Rebound-Effekt kommen. Das bedeutet, dass Tests nach kurzer Zeit wieder auf den Virus anschlagen – weil er eigentlich nie weg war. Grund dafür ist, dass der Krankheitserreger im System der infizierten Person auch nach der Negativ-Testung weiter vorhanden sein kann, wenn auch offenbar unterhalb der Nachweisgrenze. Auf diese Weise ist es dem Virus möglich, sich erneut zu vermehren, was wiederum in einigen Fällen zu einem abermals positiven Corona-Test nach nur kurzer Zeit führt.
Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC gibt es bisher keine Berichte über schwere Erkrankungen im Zuge des Rebound-Effekts. Aktuellen Schätzungen nach betrifft das Phänomen etwa fünf bis acht Prozent der Corona-Patientinnen und Patienten, die Paxlovid eingenommen haben – zu ihnen gehört auch Joe Biden. Die Zahlen gehen aus einem offiziellen Brief des Covid-Koordinators im Weißen Haus hervor. Auch der US-Präsident kündigte an, sich trotz ausbleibender Symptome erneut zu isolieren.
Joe Biden, Paxlovid und der Rebound-Effekt: „Das Medikament wirkt nicht wie ein Antibiotikum“
Wie bereits erwähnt sorgt eine unvollständige Abtötung des Virus für dessen Möglichkeit, sich erneut zu vermehren. Das Medikament erreicht den Virus in manchen Geweben nicht vollständig. Bernd Salzberger vom Uniklinikum Regensburg erklärt hierzu laut ntv: „Das Medikament wirkt nicht wie ein Antibiotikum.“ Die Wirkung basiere auf einem anderen Mechanismus, so Salzberger: „Es gibt dem Körper durch das Anhalten der Virusvermehrung Zeit, einen eigenen Immunschutz aufzubauen und die Infektion schneller zu beenden.“
Derweil gibt es in der Forschung zu Impfstoffen einiges an Bewegung: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) glaubt an einen Omikron-Impfstoff ab Herbst. Für ein mögliches „Pandemie-Ende“ könnten auch Nasenspray-Impfstoffe eine Rolle spielen, zudem glauben Forscher ein „Impfpflaster“ gefunden zu haben. Karl Lauterbach hatte kürzlich erklärt, es gälte, bis zur Zulassung eines Omikron-Impfstoffs Infektionen zu meiden. US-Präsident Joe Biden ist das nicht gelungen.
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