Perfide Kriegsstrategie

„Wir brauchen das Blut“: Hamas kalkuliert zivile Opfer in Gaza bewusst ein

  • schließen

Es ist eine grausame Taktik: Im Krieg gegen Israel nimmt die Hamas zivile Opfer bewusst in Kauf. Das gibt die Terrororganisation zu. Das soll die Rache befeuern.

Gaza – Es ist die Zivilbevölkerung, die besonders unter den Angriffen der israelischen Armee auf den Gazastreifen leidet. Denn nach den Hamas-Massakern reagiert die israelische Regierung mit massiven Gegenangriffen. Täglich steigt die Zahl der Toten im Krieg in Israel – darunter viele Kinder und Frauen. Doch nach eigenen Angaben sieht die Hamas die palästinensische Zivilbevölkerung als einkalkulierten Kollateralschaden für ihr Ziel.

Krieg in Israel: Hamas sieht Zivilbevölkerung in Gaza als Kollateralschaden

So kämpft die islamistisch-militante Hamas nicht für die Palästinenser, sondern nutzt sie für ihre Zwecke. In einem Interview mit dem Fernsehsender al-Arabija gab Khaled Maschal, Leiter für Auslandsaktivitäten der Hamas, dass die Menschen im Gazastreifen kein Mitspracherecht beim Hamas-Angriff auf Israel hatten. Opfer seien unvermeidbar: „Nationen sind nicht einfach zu befreien“, so Maschal.

„Die Russen opferten 30 Millionen Menschen im Zweiten Weltkrieg, um sich von Hitlers Angriff zu befreien. Die Vietnamesen opferten 3,5 Millionen Menschen, bis sie die Amerikaner besiegten. Die Afghanen opferten Millionen von Märtyrern, um die UdSSR und dann die USA zu besiegen. Das algerische Volk opferte sechs Millionen Märtyrer im Laufe von 130 Jahren. Das palästinensische Volk ist genauso wie andere Völker. Keine Nation wird ohne Opfer befreit“, übersetzte der amerikanische Thinktank Memri Maschals Aussage.

Die Hamas-Logik: Hohe Opferzahlen bedeuten mehr Kampfbereitschaft.

Dabei sind aber nicht kontrollierte Grenzen und Unterdrückung der Zivilbevölkerung gemeint – sondern radikal-islamistische Ziele der Hamas Israel zu vernichten.

Nach Hamas-Logik bedeuten hohe Opferzahlen im Israel-Krieg mehr Kampfbereitschaft

Das Ziel ist nicht der Schutz der Palästinenser, sondern vielmehr neue Rekruten: „Ich habe das zuvor schon gesagt und ich sage es jetzt noch einmal: Das Blut der Frauen, Kinder und Alten – wir sind diejenigen, die dieses Blut brauchen, damit es in uns Entschlossenheit erweckt, damit es in uns den Geist der Herausforderung weckt und uns antreibt, weiterzumachen“, so Hamas-Chef Ismail Haniyeh per Videobotschaft, über die die Welt zuerst berichtet hatte. Es ist die Strategie der Hamas sich unter Zivilisten zu verstecken: Nicht um sich zu schützen, sondern um möglichst viel Schaden anzurichten. Nach Hamas-Logik wachse so die Kampfbereitschaft.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Opferzahlen: Hamas soll Evakuierungen in Gaza mit Straßenblockaden verhindern

Israelische Streitkräfte berichten, dass die Hamas Evakuierungen teils verhindere – wie etwa durch Straßenblockaden. Zudem würden sie die Zivilisten dazu aufrufen, den Evakuierungsforderungen Israels nicht nachzugehen. Andererseits hat das israelische Militär auch bereits den Süden des Gazastreifens angegriffen, obwohl Zivilisten dorthin fliehen sollten. Deutlich wird dabei auch, dass die Hamas ideologische Ziele verfolgt und hohe Opferzahlen in Kauf nimmt – und teils auch begrüßt

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seit dem 7. Oktober rund 8.500 Menschen in Gaza getötet und rund 21.500 verletzt. Zusätzlich dürfte es zahlreiche weitere Opfer geben, die an der Folge der Abrieglung und fehlender humanitärer Hilfe ums Leben gekommen sind. (hk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Yousef Masoud

Kommentare