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Damit alle Stimmen zählen: Aufklärung über das US-Wahlsystem

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Wie gerecht sind die US-Wahlen? Dokumentarfilmerin Maximina Juson klärt über die Mängel des Wahlsystems auf. Erster Teil US-Wahl-Serie der FR.

Dann knallt die Kamera auf den Boden. Zu sehen ist nur noch der körnige Asphalt von Washington. Zu hören sind die Beschimpfungen, die Drohungen: „Leg dich nicht mit uns an, denn wir haben die Schnauze voll!“, warnt ein Protestierender die Filmemacherin. „Wir wollen hier keine Fake-Medien!“, brüllt eine Frau.

Immer wenn Maximina Juson ihre Aufnahmen vom 6. Januar 2021 sieht, sagt sie, schlage ihr Herz schneller. Als das System zu kollabieren drohte, stand sie hinter der Kamera und im Auge des Kapitolsturms. Als „fly on the wall of history“, wie die US-amerikanische Dokumentarfilmerin ihre Rolle beschreibt: als „Fliege an der Wand der Geschichte“.

Unbeachtet und unbeteiligt wollte sie in Washington die Wahl von Joe Biden ins Amt des US-Präsidenten dokumentieren. Unbeachtet blieb sie inmitten des von Wahlverlierer Donald Trump aufgehetzten Mobs an diesem Januartag nicht.

US-Wahl im November: Demokratie mit Missständen

Doch die Aufnahmen konnte sie retten. Jetzt, dreieinhalb Jahre später, tourt Juson mit ihrem Film „One Person, One Vote?“ – „Eine Person, eine Stimme?“ – durch die USA, um die Menschen über das Wahlsystem aufzuklären, „denn bevor wir begreifen können, wie kaputt es ist oder ob es kaputt ist“, sagt sie, „müssen wir es erst einmal verstehen.“

Derzeit starrt die Welt wieder gebannt auf die US-Wahlen und bangt um die älteste Demokratie. Neben den Angriffen von rechts auf Presse, Justiz und Grundrechte gilt schon seit Jahren das Wahlsystem als problematisch. 2016 verlor Hillary Clinton gegen Donald Trump, obwohl sie, alle Staaten zusammengerechnet in der sogenannten Popular Vote, fast drei Millionen mehr Stimmen sammelte. Weil die Swing States alles entscheiden, reisen die Nominierten fast nur noch dorthin, der Rest geht unter. In republikanisch oder demokratisch dominierten Staaten fragen sich die Anhängerinnen und Anhänger der schwächeren Seite deswegen: Warum soll ich überhaupt wählen gehen?

Diese Missstände spielen auch in Jusons filmischer Erzählung über das Electoral College eine Rolle. Jenes Gremium der 538 Wahlmänner und -frauen aus allen Teilen der USA, das anstelle des Wahlvolks das Staatsoberhaupt bestimmt. Jusons Ziel: ein frischer Blick auf ein angestaubtes System. „Es ist ein großer Makel für die Amerikaner, dass die große Mehrheit, egal wie hoch das Bildungsniveau, weder versteht, wie genau das Electoral College funktioniert noch wie es entstanden ist“, sagt Juson.

Ein Grund dafür ist dessen lange Geschichte. Die Dokumentation, Jusons Langfilm-Debüt, setzt deshalb im Jahr 1787 in Philadelphia an: dem Geburtsort der US-Verfassung, eines „neuen und revolutionären politischen Systems“. Hier vereinbarten die Gründungsväter um George Washington, dass die wahlberechtigte Bevölkerung nicht direkt über den Präsidenten abstimmt, sondern indirekt über „electors“, also Wahlleute. Deren Anzahl leitet sich pro Staat von den jeweiligen Sitzen im US-Kongress ab, dazu kommen drei aus dem District of Columbia, der Hauptstadt.

Es kann gar nicht deutlich genug sein.

„Wow“, habe sie zu hören bekommen, als die Independent-Filmemacherin von ihren Plänen berichtete, „das klingt nach einem trockenen Thema. Und ich habe gelacht und gesagt: ‚Ja, scheint so, aber eigentlich ist es eine ziemlich dramatische Geschichte.‘“

„Zustand der Verwirrung“ rund um das US-Wahlsystem

Denn auch das Thema Sklaverei prägt die Debatte. Im Film setzt Juson dabei auf kunstreiche Collage-Animationen, die zeigen, dass in den USA damals von rund drei Millionen Menschen etwa 700 000 Sklavinnen und Sklaven waren, fast alle Schwarz und fast alle im Süden in Gefangenschaft. „Eine Person, eine Stimme“ galt damals noch weniger als heute, Grundrechte blieben ihnen verwehrt, auch das Wählen.

Doch die Südstaaten erzwangen eine Klausel, die ihnen mehr Gewicht verlieh. Zur freien Bevölkerung wurden drei Fünftel der unterdrückten Schwarzen dazugerechnet, ohne das die davon profitierten. Dadurch vermehrten die Südstaaten die Zahl ihrer Stimmen im Electoral College – und zehn der ersten zwölf US-Präsidenten waren Sklavenhalter. Nach dem Bürgerkrieg im 19. Jahrhundert verschwand die rassistische Klausel, doch die Unterdrückung setzte sich fort.

Schnitt ins Jahr 2020: Ein weiterer Grund für den mit Jusons Worten „Zustand der Verwirrung“ rund um das US-Wahlsystem ist, dass die Wahlmänner und -frauen kaum bekannt sind. Im Film stellt sie vier von ihnen aus dem Bundesstaat Colorado vor. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Da ist ein Schwarzer Republikaner, eine demokratische Latina, eine trans Vertreterin der Grünen Partei der USA und ein junger Mann, der Wahlmann für Kanye West als Präsidenten gewesen wäre, hätte dieser den Staat gewonnen. Der umstrittene US-Rapper war 2020 in zwölf Bundesstaaten als Kandidat zugelassen und holte rund 70 000 Stimmen – eine Fußnote. Joe Biden gewann Colorado, von den vier Filmfiguren durfte letztlich nur die Demokratin Polly Baca gemeinsam mit den acht anderen Wahlleuten ihrer Partei am 6. Januar 2021 nach Washington reisen. So funktioniert das System: The winner takes it all.

Doch gewonnen wurde 2020 in Colorado noch mehr: der „National Popular Vote Interstate Compact“. Hinter dem Wortungetüm steht so viel wie der „Zwischen-bundesstaatliche Pakt für die landesweite Wählerstimmenzählung“, der sich seit 2006 im Land ausbreitet. Seine Fürsprecher:innen wollen eine Direktwahl des Staatsoberhaupts erreichen, ohne die Verfassung ändern zu müssen. Letzteres scheint aufgrund der politischen Spaltung ausgeschlossen.

„Es liegt an den Menschen, Amerika zu retten“

Jusons Film zeigt, wie 2020 in Colorado Demokraten dafür und Republikanerinnen wie die Trumpistin Lauren Boebert dagegen auf die Straße gehen. Am Ende tritt Colorado dem Pakt bei, einer von 17 Staaten. Zusammen vertreten sie 209 der 538 Sitze im Electoral College. Festgeschrieben ist: Werden daraus 270, die absolute Mehrheit, dann würde die Regelung greifen und die Staaten sich unabhängig vom eigenen Ergebnis der „Popular Vote“ beugen. Doch auch dieses Ziel ist aufgrund der politischen Spaltung in weiter Ferne.

Nach der Vorführung beim Pan African Film Festival in Texas fragt Juson das Publikum: „Wer hat davon schon gehört?“ Nur vier Hände gehen hoch – genau das will sie ändern. „Es liegt an den Menschen, Amerika zu retten. Wir erwarten von den Politikern, dass sie das tun. Aber der wirkliche Wandel kommt von unten. Im Moment sind wir so ohnmächtig, weil es uns an Verständnis und Informationen fehlt. Wir haben nicht das Wissen, um wirklich etwas zu verändern.“

Juson erinnert sich an einen Geschichtslehrer, der ihr politisches Interesse entfachte. Er hat Eindruck hinterlassen. Sie selbst kam als Kleinkind in die USA, lebte bis in ihre Zwanziger mit dem philippinischen Pass im Land, bekam eine Green Card und ist nun US-Staatsbürgerin. Jetzt will sie mit dem Film an Schulen zurückkehren, auch um den jungen Menschen zu zeigen, „dass eine Einwanderin sich derart für unsere Demokratie begeistern kann“.

Zuvor hatte sie viele Jahre anderes als Politik im Sinn. Sie tourte als Musikerin und Spoken-Word-Künstlerin, arbeitete als Spieleentwicklerin. Jetzt hat sie sich ganz dem Film verschrieben, sagt aber auch: „Es wäre anders gewesen, wenn ich nur Filmemacherin gewesen wäre.“

Hitzige US-Wahl steht bevor: „Patriotismus kann sehr unterschiedlich aussehen“

Das zeigt sich im Facettenreichtum von „One Person, One Vote?“: Neben den farbenfrohen Illustrationen treten in den historischen Passagen Schwarze Schauspieler auf, die in Sklavengewändern die Debatten der Gründungsvater voll Inbrunst vortragen. Sie will die Schwarzen Vorfahren würdigen sowie die Rolle, „die sie gespielt haben, um dieses Land erfolgreich zu machen, all die freie Arbeitskraft, die sehr zum Wohlstand dieses Landes beigetragen hat“.

US-Wahl 2024: Trump oder Harris – diese Promis beziehen Stellung

Taylor Swift kündigt ihre Unterstützung für Kamala Harris bei der US-Wahl 2024 an
Wie groß der Einfluss von Prominenten auf die US-Wahl sein kann, zeigte zuletzt Taylor Swift. Der Popstar teilte ihre Unterstützung für die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Kamala Harris, in einem Instagram-Beitrag mit ihren 283 Millionen Followern. In einem separaten Beitrag teilte Swift auch einen Link zur Wahlregistrierung. Wie die US-Nachrichtenseite NPR berichtete, habe ein Mitarbeiter der U.S. General Services Administration (GSA) mitgeteilt, dass sicher über den geteilten Link der Sängerin in den ersten 24 Stunden bereits 405.999 Menschen für die US-Wahl 2024 registriert haben sollen. Unterzeichnet war Swifts Post außerdem mit den Worten: „Mit Liebe und Hoffnung. Taylor Swift. Kinderlose Katzenlady.“ Wohl eine Anspielung darauf, dass Trumps Vize JD Vance mehrere Demokratinnen als „kinderlose Katzenladys“ bezeichnete. © Lennart Preiss/dpa
Rapper Eminem stellt sich vor der US-Wahl auf die Seite von Kamala Harris
Auch US-Rapper Eminem schlägt sich im US-Wahlkampf auf die Seite von Kamala Harris. Bei einem Wahlkampfauftritt in seiner Heimatstadt Detroit sprach der Rapper zu Anhängerinnen und Anhängern der Demokratin. Dort sprach er auch davon, dass Harris als US-Präsidentin die „Freiheit schützen“ werde. Was er von Trump hält, hat Eminem bereits mehrfach deutlich gemacht. Im Jahr 2017 widmete er dem damaligen Präsidenten sogar ein „Freestyle“, in dem er die Politik Trumps massiv kritisierte. © Ryan Garza/IMAGO
Kid Rock heizt die Menge vor Trumps Auftritt auf dem republikanischen Parteitag vor der US-Wahl 2024 an
Doch auch der Republikaner Donald Trump erhält in seinem Wahlkampf musikalische Unterstützung. Der Sänger Kid Rock hat seine Unterstützung für den Präsidentschaftskandidaten bereits mehrfach unmissverständlich klargemacht. Am 13. Juli teilte er beispielsweise ein Video auf Facebook, in dem er oberkörperfrei in die Kamera sagt: „Wenn du dich mit Trump anlegst, legst du dich mit mir an!“ Beim diesjährigen Parteitag der Republikaner gab Kid Rock sogar den Anheizer für den Ex-Präsidenten. Am letzten Abend gab er das Lied „American Badass“ zum Besten, in dem er die Menge unter anderem mit den Worten „kämpft, kämpft, kämpft“ anstachelte. © Ron Sachs/IMAGO
Country Star Jason Aldean widmet Trump nach einem missglückten Attentat ein umstrittenes Lied.
Ebenfalls auf dem Parteitag der Republikaner war der Country-Sänger Jason Aldean. Er durfte sogar in dem für den Ex-Präsidenten abgesperrten Bereich Platz nehmen – direkt neben Trump. Dieses Privileg kommt jedoch nicht von Ungefähr. Der Sänger widmete Trump nach dem missglückten Attentat auf ihn ein eigenes Lied. „Präsident Trump ist ein Freund von mir, deshalb möchte ich ihm dieses nächste Lied widmen“, so Aldean bei einer Kundgebung am 13. Juli. Das Lied „try that in a small town“ gilt als umstritten. Kritiker werden dem Country-Sänger vor, in dem Lied Schusswaffen zu verherrlichen. Zudem habe das Musikvideo einen rassistischen Unterton. © Mike De Sisti/IMAGO
Hulk Hogan zerreist sein T-Shirt als Zeichen der Unterstützung für Trump bei der US-Wahl 2024.
Einer der einprägsamsten Momente des Parteitags war aber sicher der, als der ehemalige Wrestling Star Hulk Hogan bei seiner Rede sein T-Shirt vom Leib riss. Damit scheint er seine Wut über das Attentat auf Donald Trump zum Ausdruck bringen zu wollen, bei dem ein Schütze den EX-Präsidenten am Ohr verletzte. „Sie haben versucht, den nächsten Präsidenten der USA zu töten“, so Hogan. „Genug ist genug“. Unter dem tosenden Applaus der Anwesenden zerriss er sein schwarzes Shirt, unter dem ein rotes, ärmelloses Shirt mit der Aufschrift „Trump Vance 2024“ zum Vorschein kam. Dabei rief der Ex-Wrestler aus: „Lasst Trumpamania wieder regieren!“ © J. Scott Applewhite/dpa
Der Wrestler The Undertaker stellt sich bei der US-Wahl 2024 hinter Trump.
Trump scheint einen guten Draht zur Wrestling-Community zu haben. Kein Wunder, denn der Ex-Präsident trat des Öfteren in der Wrestling-Show WWE auf. Jetzt hat auch Mark William Calaway, besser bekannt als The Undertaker, Partei für den Republikaner ergriffen. Trump besuchte ihn in seinem Podcast “Six Feet Under with Mark Calaway”, wo er über Wrestling und seine Politik sprach. In einem kurzen Video machte Calaway dann noch einmal Werbung für Trump und sagte: „Ihr habt die Wahl. Ihr könnt euch für Präsident Trump, Kane und den Undertaker entscheiden, oder ihr könnt Kamala Harris, Dave Bautista und Tim Walz wählen. Wählt weise - die Nation hängt davon ab“.  © JP YIM/AFP
George Clooney unterstützt Harris bei der US-Wahl 2024.
Auch Harris kann im US-Wahlkampf auf die Unterstützung männlicher Prominenter zurückgreifen. Der „sexiest man alive“ und OScar-Preisträger bot nach ihrer Ernennung zur demokratischen Kandidatin gleich seine Hilfe an. „Präsident Biden hat gezeigt, was wahre Führung bedeutet. Er rettet wieder einmal die Demokratie“, schrieb der Schauspieler in einem Statement, dass der New York Times und CNN vorlag. „Wir freuen uns darauf, Vizepräsidentin Harris bei ihrer historischen Aufgabe nach Kräften zu unterstützen.“ Clooney äußerte zuvor Bedenken wegen des Gesundheitszustandes von Biden. Der langjährige Unterstützer der Demokraten schrieb, dass die Partei „im November mit diesem Präsidenten nicht gewinnen“ könne. Auf die Unterstützungserklärung folgte eine Welle der Kritik, auch von Ex-Präsident Trump. Der nannte Clooney auf seiner Social-Media-Webseite Truth Social eine „Ratte“ und riet ihm, sich nicht einzumischen. © Rolf Vennenbernd/dpa
Mark Hamill, alias Luke Skywalker, macht sich für Harris vor der US-Wahl 2024 stark.
Bei der US-Wahl kann sich Harris außerdem der Hilfe von Luke Skywalker persönlich sicher sein. Denn der Schauspieler Mark Hamill, der in den 70er Jahren den Hauptcharakter der Star Wars Trilogie verkörperte, macht sich für die Demokratin stark. „In den Filmen kämpfte ich gegen scheinbare Bösewichte“, sagte der Schauspieler gegenüber Sky News. Jetzt kämpfe man allerdings gegen das echte Böse. „Deshalb flehe ich euch an, bitte geht nicht auf die orange Seite“.  © Evan Agostini/dpa
Das Model Amber Rose unterstützt Trump wegen seiner Haltung zu Abtreibungen vor der US-Wahl 2024
Nicht nur Männer stellen sich öffentlich an die Seite von Donald Trump. Ein Beispiel dafür ist das Model und Rapperin Amber Rose. „Ich bin heute hier, um euch zu sagen, dass, ganz egal, welchen politischen Hintergrund wir haben, Donald Trump als Präsident zu wählen, die beste Chance ist, um unseren Babys ein besseres Leben zu ermöglichen“, sagte die Abtreibungsaktivistin auf dem republikanischen Parteitag. Die Frage, wie man in den USA mit Abtreibungen umgeht, ist eine der wichtigsten im laufenden Wahlkampf. Trump macht regelmäßig mit absurden Falschbehauptungen zu dem Thema auf sich aufmerksam. So sagte er bei dem TV-Duell gegen Harris, dass Biden behaupten würde, dass eine „Exekution“ von Babys nach der Geburt in Ordnung sei. Die Aussage wurde von der Moderatorin Linsey Davis sogleich als falsch entlarvt. © Paul Buck/dpa
Olivia Rodrigues unterstützt Harris in der Abtreibungsdebatte zur US-Wahl 2024
Das Thema Abtreibungen beschäftigt auch die Sängerin Olivia Rodrigo. Dabei steht sie jedoch auf der Seite von Kamala Harris. Auf der Social-Media-Plattform TikTok teilte die 21-Jährige ein Video von Harris Wahlkampfrede in Wisconsin. Dort sagte die Vize-Präsidentin: „Wir, die wir an die reproduktive Freiheit glauben, werden Donald Trumps extreme Abtreibungsverbote stoppen, weil wir darauf vertrauen, dass Frauen Entscheidungen über ihren eigenen Körper treffen und sich nicht von ihrer Regierung vorschreiben lassen, was sie zu tun haben.“ Rodrigos Stellungnahme erreicht dabei vor allem junge Menschen, die ihr auf der Plattform folgen. Und das könnte einen massiven Einfluss nehmen, denn insgesamt kann die Sängerin eine Followerzahl von 21,9 Millionen vorweisen. © Dave Bedrosian/IMAGO
Logan Paul bietet Trump vor der US-Wahl 2024 eine Bühne in seinem Podcast.
Doch nicht nur Harris kann jüngere Unterstützer für sich gewinnen. So trat Trump im Podcast des Influencers Logan Paul „Impaulsive“ auf. Bei dem Gespräch, das am 13. Juni veröffentlicht wurde, durfte Trump die YouTube-Reichweite von Paul (4,73 Millionen Abonnenten) für seinen Wahlkampf nutzen. Dass sich Paul und Trump so gut verstehen, könnte daran liegen, dass der YouTube-Star auch im Boxsport auftritt. Im Podcast unterhalten sich Trump und die Gastgeber beinahe freundschaftlich über die Boxkarriere von Paul. © MediaPunch/IMAGO
Comedian Tony Hinchcliffe sorgt mit rassistischen Äußerungen für Aufsehen auf Trumps Veranstaltung.
Trump wird auch von Comedian Tony Hinchcliffe unterstützt. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in New York sprach sich der Host der Show „Kill Tony“ für den Ex-Präsidenten aus und machte mit teils rassistischen Bemerkungen auf sich aufmerksam. So sagte er: „Ich weiß nicht, ob Sie das wussten, aber da gibt es tatsächlich eine schwimmende Müllinsel mitten im Meer. Ich glaube, man nennt sie Puerto Rico“. Die Äußerung traf auf viel Kritik – auch unter Republikanern.  © Evan Vucci/dpa
Leonardo DiCaprio spricht sich wegen Umweltschutz für Harris als Präsidentin aus.
Schauspieler Leonardo DiCaprio macht sich vor allem wegen Umweltschutz für Harris stark. „Wir brauchen einen mutigen Schritt nach vorne, um unsere Wirtschaft, unseren Planeten und uns selbst zu retten“, sagte er in einem Video auf Instagram. „Deshalb stimme ich für Kamala Harris.“ Er lobte das Ziel der Demokratin, bis 2050 die Emissionen in den USA auf null zu bringen und den Aufbau einer grünen Wirtschaft zu unterstützen.  © Rocco Spaziani/dpa
Elon Musk könnte nach der US-Wahl 2024 für Donald Trump arbeiten
Die Liste der Trump-Unterstützer wird von Tech-Milliardär Elon Musk fortgesetzt. Der Unternehmer hat sich sogar für einen politischen Posten unter dem Republikaner beworben, sollte er die US-Wahl 2024 für sich entscheiden. Trump scheint dem Vorschlag nicht abgeneigt und schlug dem Besitzer des Kurznachrichtendienstes X wohl vor, in einer Kommission zur „Regierungseffizienz“ mitzuarbeiten, wie Daily Beast berichtete. Musk zeigte seine Unterstützung für den Ex-Präsidenten bereits auf unterschiedliche Weise. So führte er auf X ein Interview mit Trump und legte sich sogar mit Taylor Swift an, als diese ihre Unterstützung für Harris bekannt gab. „Na gut, Taylor, du hast gewonnen. Ich schenk’ dir ein Kind und werde deine Katzen mit meinem Leben beschützen“, schrieb der Tesla-Chef am 11. September auf X. Ein Kommentar, der von vielen als sexistisch und sexuell übergriffig kritisiert wurde. © Vincenzo Nuzzolese/dpa
Pop-Sängerin Beyoncé wirbt in Houston für Kamala Harris
Die Sängerin Beyoncé hat zehn Tage vor der US-Wahl ihre Unterstützung für Kamala Harris bekannt gegeben. Sie trat gemeinsam mit der Sängerin Kelly Rowland bei einer Wahlkampfveranstaltung der Demokratin in Houston, Texas, auf. Laut Beyoncé liefere Harris das, was die USA nun bräuchten – „Einheit“. © Annie Mulligan/dpa
Katy Perry trägt Harris-Walz Mütze in New York
Die Pop-Sängerin Katy Perry zeigte ebenfalls online ihre Unterstützung für Kamala Harris. In einem Beitrag auf Instagram unterlegte mehrere Videoausschnitte von Harris mit ihrem Lied „Woman‘s World“. Doch damit nicht genug: Kurz nach dem TV-Duell zwischen Harris und Trump wurde Perry in New York mit einer Mütze mit dem Aufdruck „Harris Walz“ gesehen. Außerdem teilte sie ein Bild von sich und der demokratischen Präsidentschaftskandidatin auf Instagram und schrieb dazu: „Glückwunsch Kamala Harris. Ich habe von Anfang an dich geglaubt!“ © PICJER/IMAGO
Die Pop-Sängerin Pink tritt beim demokratischen Parteitag vor der US-Wahl 2024 auf.
Neben Katy Perry, Olivia Rodrigo und Taylor Swift, hat sich auch die Pop-Sängerin Pink vor der US-Wahl klar positioniert. Die Grammy-Gewinnerin spielte gemeinsam mit ihrer Tochter Willow auf dem demokratischen Parteitag in Chicago ihr Lied „What about US“. Pink, die mit bürgerlichen Namen Alecia Beth Moore heißt, setzte sich bereits 2020 für die Kampagne des amtierenden Präsidenten Joe Biden ein. Außerdem sei sie in zahlreichen Wohltätigkeits-Kampagnen eingebunden, die sich für Rechte von Frauen, LGBTQ-Menschen und Tieren einsetzen, wie NBC News berichtete. © Christoph Hardt/IMAGO
Stevie Wonder spricht auf Parteitag der Demokraten und unterstützt Harris bei der US-Wahl 2024
Für musikalische Unterhaltung sorgte neben Pink auch der Soul- und Pop-Sänger Stevie Wonder. Bevor er sein Lied „Higher Ground“ spielte, richtete er sich mit einer Rede an die Anwesenden. „Das ist der Moment, an den man sich erinnert, wenn man seinen Kindern sagt wo du warst und was du getan hast“, so Wonder. „Wir brauchen Kamala Harris.“ © Erin Hooley/dpa
Musiker Usher unterstützt Harris bei der US-Wahl
Ein weiterer Sänger hat seine Unterstützung für Harris bekannt gemacht. Im wichtigen Swing State Georgia sagte der Musiker Usher: „Ich unterstütze Vizepräsidentin Harris, weil sie für die Freiheitsrechte aller Menschen kämpft“. Die Politik von Harris schließe niemanden aus und komme allen zugute. „Es ist egal, woher man kommt, sie hat eine Vision für unser Land, die alle einschließt“, sagte er weiter.  © Jacquelyn Martin/dpa
TV-Star Operah Winfrey hält bei US-Wahl 2024 zu Harris
Mit einem Überraschungsauftritt auf dem Parteitag der Demokraten sprach sich auch TV-Moderatorin Oprah Winfrey für Harris aus. „Bald, und sehr bald, werden wir unseren Töchtern und Söhnen erzählen, wie dieses Kind einer indischen Mutter und eines jamaikanischen Vaters, zweier idealistischer, energischer Einwanderer … zum 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten heranwuchs“, so Winfrey über Harris. Winfrey könnte vor allem Frauen von der Wahl der Demokratin überzeugen – eine Wählergruppe, mit der Trump besondere Schwierigkeiten zu haben scheint. In einer Umfrage von ABC News und Ipsos liegt Harris bei Wählerinnen 13 Prozent vor ihrem republikanischen Kontrahenten (Stand 8. September). © Ron Sachs/IMAGO
Kanye West unterstützt Trump seit Jahren. Trotz seiner antisemitischen und rechtsextremen Äußerungen hält Trump zu ihm.
Der wohl umstrittenste Unterstützer Trumps ist der US-Rapper Kanye West. Schon 2018 trat er als Freund des Ex-Präsidenten auf und wurde sogar ins Weiße Haus eingeladen. Seit dieser Zeit fiel der Rapper jedoch durch stark antisemitische und NS-verherrlichende Kommentare auf. In einem Podcast-Interview mit dem rechtsextremen Moderator Alex Jones sagte West sogar: „Ich mag Hitler.“ Zudem bezeichnete er sich selbst als Nazi. Trotz seiner offensichtlich rechtsextremen Gesinnung bezeichnete Trump West in einem Interview mit dem Streamer Adin Ross als „sehr netten Kerl“, der ein „gutes Herz“ habe. © John Taggart/IMAGO

Juson plädiert: „Patriotismus kann sehr unterschiedlich aussehen, er kann von verschiedenen Menschen kommen.“ Am Ende singt einer der Schwarzen Künstler die Nationalhymne, Juson betont als Person of Color und Einwanderin. Gemeinsam mit ihrem Team zeige sie mit dem Film zwar all die Fehler und Ungerechtigkeiten des US-Wahlsystems, „aber das macht uns nicht weniger patriotisch, wir können auch patriotisch sein“.

Sie will das Pathos nicht den Rechten und Ultrarechten überlassen und hofft, auch sie zu erreichen. Auch um „aus meiner Blase herauszukommen und die Menschlichkeit in uns allen zu erkennen“, sagt sie, „denn uns verbindet mehr als uns trennt“.

Als in Washington die Kamera auf den Asphalt geknallt war, erinnert sie sich, da seien andere aus dem Mob dazwischengegangen, hätten sie in Schutz genommen und sie Block für Block durch die Januarkälte zurück zu ihrem Auto begleitet.

Rubriklistenbild: © IMAGO/SOPA Images

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