Von mutmaßlichen Entführungsplänen will sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nicht einschüchtern lassen.
Berlin/Mainz - «Manchen Covid-Leugnern geht es nicht um den Kampf gegen Impfungen oder Corona-Auflagen. Sie kämpfen gegen unsere demokratische Grundordnung», sagte der SPD-Politiker der «Bild am Sonntag». «Damit werden sie aber keinen Erfolg haben. Ich lasse mich dadurch nicht beirren, sondern setze mich weiter für die gesamte Bevölkerung ein. Dieses Beispiel zeigt die
Zerrissenheit unserer Gesellschaft. Diese Spaltung zu überwinden und Vertrauen zurückzugewinnen, bleibt Ziel meiner Politik.» Die ins Visier der Ermittler geratene Chatgruppe «Vereinte Patrioten» soll unter anderem auch die Entführung Lauterbachs geplant haben. Das berichteten die Ermittler unter der Federführung von Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz am Donnerstag in Mainz.
Lauterbach hatte wiederholt von Drohungen gegen ihn berichtet. Anfang März, nachdem der österreichische Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) unter anderem wegen ständiger Anfeindungen zurückgetreten war, schrieb der SPD-Politiker bei Twitter: «Es ist eine Schande, dass er durch Drohungen aus dem Amt gedrängt wurde. Auch ich werde rund um die Uhr bewacht und kenne diese Belastung.» Im vergangenen Herbst hatte Lauterbach geschrieben: «Seit Tagen wird im Netz erneut dazu aufgerufen, mich zu erschlagen. Es ist absolut inakzeptabel, dass so etwas nicht sofort gelöscht werden muss.»
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Chatgruppe
Die ins Visier der Ermittler geratene Chatgruppe «Vereinte Patrioten» soll unter anderem auch die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplant haben. Das berichteten die Ermittler unter der Federführung von Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz am Donnerstag in Mainz. Insgesamt wird demnach gegen zwölf Personen ermittelt, die Hauptverdächtigen sollen aus dem rheinland-pfälzischen Neustadt/Weinstraße sowie aus Brandenburg sein. Insgesamt werden der Telegram-Chatgruppe den Ermittlern zufolge rund 70 Mitglieder zugerechnet. (dpa)