VonAndreas Schwarzkopfschließen
Das Militär hat in Gabun mit dem Staatsstreich den Autokraten Ondimba ersetzt, es darf aber bezweifelt werden, dass sie das Land reformieren, damit es den Menschen besser geht.
Es ist zwar verständlich, wenn sich Teile der Bevölkerung in Gabun über den Staatsstreich der Militärs freuen. Schließlich setzten die Putschisten nach den alles andere als transparenten Wahlen das kleptokratische Regime um den Autokraten Ali Bongo Ondimba ab und damit den zum dritten Mal an die Macht gelangten Präsidenten, dem nicht nur die Opposition vorwirft, sich an den Rohstoffen des zentralafrikanischen Landes zu bereichern. Manche sprechen deshalb bereits von einem guten Putsch.
Militär-Putsch in Gabun: Das Land benötigt dringend Reformen
Allerdings reicht es nicht, den Präsidenten abzusetzen. Reformiert werden müssen die Institutionen genauso wie das Parlament. Zudem müssen die Handlanger des Autokraten Ondimba an den Schaltstellen der Macht ersetzt werden, damit es für die Menschen in dem Land besser werden kann. Dass die neuen Machthaber all das vorhaben, daran darf bezweifelt werden.
Außerdem ist nicht zu erwarten, dass die bisherige Machtelite um den Autokraten Ondimba einfach beiseite tritt. Vielmehr ist zu befürchten, dass dem Land unruhige Zeiten bevorstehen. (Andreas Schwarzkopf)
