Während ausländische Regierungen am Montag weiter ihre Staatsbürger aus dem umkämpften Sudan evakuierten, befinden sich Zehntausende Sudanesen auf der lebensgefährlicher Flucht in Nachbarländer.
Khartum - «Zivilisten fliehen aus den von Kämpfen betroffenen Gebieten unter anderem in den Tschad, nach Ägypten und in den Südsudan», teilte das UN-Nothilfebüro (OCHA) am Montag mit. Tausende Flüchtlinge versammelten sich demnach auch an der Grenze zu Äthiopien.
Eine von den Konfliktparteien vereinbarte Feuerpause für die Eid-al-Fitr-Feierlichkeiten zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan, die seit Freitagabend nur teilweise eingehalten wurde, soll am Montagabend zu Ende gehen. Danach könnte es erneut zu einer Intensivierung der Gefechte kommen.
Im Sudan waren vor mehr als einer Woche schwere Kämpfe zwischen dem Militär und Paramilitär des Landes am Horn Afrikas ausgebrochen. De-facto-Präsident Abdel Fattah al-Burhan, der auch Oberbefehlshaber der Armee ist, kämpft mit dem Militär gegen seinen Stellvertreter Mohammed Hamdan Daglo, den Anführer der mächtigen paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RSF). Die zwei Männer führten das Land mit rund 46 Millionen Einwohnern seit zwei gemeinsamen Militärcoups 2019 und 2021.
Nach Angaben der UN sind seit Beginn des Konflikts mindestens 427 Menschen getötet und 3700 verletzt worden. Die eigentliche Opferzahl wird jedoch als wesentlich höher vermutet.
Österreichs Außenminister dankt Deutschland für Sudan-Evakuierung
Luxemburg (dpa) - Österreich hat Deutschland für die Evakuierung seiner Landsleute aus dem Sudan gedankt. 27 Österreicherinnen und Österreicher seien in der Nacht zum Montag außer Landes gebracht worden, sagte Außenminister Alexander Schallenberg am Montag am Rande eines EU-Außenministertreffens. Das sei fast die Hälfte der österreichischen Bürger im umkämpften Sudan gewesen.
«Wir hatten über 50 Österreicherinnen und Österreicher im Land», so Schallenberg. Die Evakuierung sei eine gemeinsame internationale Arbeit. «Ich bin allen Partnern zu Dank verpflichtet», sagte er. Auch bei Frankreich bedankte sich Schallenberg.
Deutschland hatte wie andere Staaten in dem Land am Horn von Afrika am Sonntag eine militärische Evakuierung begonnen. Insgesamt waren drei Airbus A400M der Bundeswehr in den Sudan geflogen, um zu evakuierende Personen aufzunehmen. Laut einer Liste, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, war auf den ersten beiden Flügen jeweils eine einstellige Zahl an österreichischen Passagieren. Auf dem dritten Flug waren es 15. (dpa)