VonPia Seitlerschließen
Die Empfehlungen der Bürger:innen für die Politik zum Thema Ernährung stehen fest. Der Kitaverband findet sie sinnvoll und hat eine Bitte.
Kostenfreies Mittagessen für alle Kinder: Das steht an erster Stelle von Empfehlungen eines Bürgerrats des Bundestags zur Ernährung. Dieser und acht weitere Vorschläge wurden am Sonntag (14. Januar) in Anwesenheit von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas im Bundestag in Berlin vorgestellt. Bas sagte, der Bundestag werde die Empfehlungen „sehr ernst“ nehmen.
Bisher könnten nur armutsgefährdete Kinder ein kostenfreies Mittagessen erhalten. „Die Forderung des Bürgerrats nach einem qualitativ guten Mittagessen für alle Kinder ist in jedem Fall sinnvoll. So könnten alle Kinder von einer gesunden Ernährung schon in der Kita profitieren“, sagt Waltraud Weegmann, Bundesvorsitzende des Deutschen Kitaverbands BuzzFeed News Deutschland.
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Kitas brauchen Geld vom Bund, wenn alle Kinder von einer gesunden Ernährung profitieren sollen
An drei Wochenenden im September, November und jetzt im Januar trafen sich die 160 Teilnehmer:innen des Bürgerrats, außerdem fanden Zoom-Meetings statt. Das Ergebnis: An Nummer eins steht die Empfehlung, dass es täglich bundesweit für alle Kinder ein kostenfreies und gesundes Mittagessen an Kitas und Schulen geben soll. Das ist zwar Ländersache, der Bund aber solle dies mindestens zur Hälfte finanzieren.
„Die Kita-Träger brauchen einen Zuschuss, mit dem sie die Kosten für Lebensmittel beziehungsweise Cateringkosten, Hauswirtschaftskräfte, die Einrichtung von Küchen und Aus- und Weiterbildung des Personals decken können“, sagt Weegmann. Dabei dürfe es nicht zu Abstrichen aus Kostengründen kommen, der Standard müsse entsprechend hoch sein.
Gratis Mittagessen für Kinder: „Entscheidend ist, dass die Bundesmittel nicht wieder zeitlich befristet werden“
„Außerdem muss es für die Kita-Träger weiterhin die Möglichkeit geben, bei Bedarf unterschiedliche Verpflegungskonzepte entsprechend dem Wunsch- und Wahlrecht der Eltern umzusetzen“, fordert Weegmann. Die hälftige Finanzierung durch den Bund, wie vom Bürgerrat vorgeschlagen, sei dabei denkbar.
Der Bund habe in der Vergangenheit bereits Maßnahmen in der Kindertagesbetreuung finanziert, beispielsweise die Sprach-Kitas. „Entscheidend ist, dass die Bundesmittel langfristig eingeplant und nicht wieder zeitlich befristet werden“, sagt Weegmann. Die Empfehlungen des Bürgerrats sollen in einem Bürgergutachten zusammengefasst werden, das dann im Bundestag diskutiert werden soll. Es besteht aber keine Verpflichtung, dass die Vorschläge umgesetzt werden.
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(Mit Material der dpa)
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